Heidenheim / Patrick Vetter In der Dualen Hochschule in Heidenheim können Studenten, aber auch Privatleute wissenschaftliche Werke ausleihen und herunterladen.

Es gibt nur eine Bibliothek im Landkreis, die sich auf wissenschaftliche Literatur und wissenschaftliche Recherche spezialisiert hat. In der Bücherei der DHBW in Heidenheim sind wissenschaftliche Veröffentlichungen für jeden verfügbar.

Hauptsächlich wird die Einrichtung aber trotzdem von Studenten genutzt. In den Prüfungsphasen sei die Bibliothek immer voll, aber auch sonst seien immer Heidenheimer Studenten in der Bibliothek. Externe Besucher kommen in einem Jahr durchschnittlich nur rund 250 in die Hochschule, um Bücher oder E-Books auszuleihen. „Viele von ihnen sind Fernstudenten und bereiten sich hier auch auf Prüfungen vor“, sagt die Leiterin der Bibliothek, Martina Rübesam.

Sie ist Teil eines fünfköpfigen Teams mit vier studierten Bibliothekswissenschaftlern. Ihr Job ist es aber nicht einfach, nur Bücher zu verleihen und sie wieder anzunehmen: „Wir schulen Studenten und Schulklassen in wissenschaftlicher Recherche“, erzählt Rübesam. Wichtig sei es nämlich, nicht nur Informationen bereitzustellen, sondern dass diese auch gefunden werden können. „Wir haben heute eher zu viele Informationen als zu wenig. Es ist schwer, die relevanten Dinge zu finden. Wir bieten hier eine Auswahl an Veröffentlichungen“, erklärt die Bibliotheksleiterin. Deshalb bringt sie mit ihren Kollegen den Studenten bei, die Datenbanken wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu durchforsten.

Nur noch der kleinste Teil der neu beschafften Medien der DH-Bücherei steht tatsächlich in der DH, der Zweigstelle in der Wilhelmstraße oder der in Wiblingen im Regal. 2018 schaffte Rübesam zwar über 1750 Bücher an, im selben Jahr waren es allerdings auch 17 000 E-Books, sodass die digitalen Medien die analogen jetzt überholt haben. Über 50 000 Einzeldokumente sind es mittlerweile in der Bibliothek. Hinzu kommen über 11 000 E-Journal-Abonnements. Besucher können sich die Medien vor Ort ganz einfach auf einen Stick ziehen.

Dass sie immer aktuell bleibt, das kostet die Bibliothek rund 250 000 Euro im Jahr. Dieses Geld fließt zum Beispiel in Abonnements spezifischer wissenschaftlicher Zeitschriften oder wird für andere Neuerscheinungen ausgegeben. „Alles, was in Deutschland erscheint, können wir auch finden und beschaffen“, sagt Rübesam.

Was nicht direkt in Heidenheim zu haben ist, kann über die Fernleihe von anderen wissenschaftlichen Bibliotheken besorgt werden. Allerdings gebe es Bücher, die zu empfindlich oder zu alt und rar sind, sodass sie nur vor Ort in der Bibliothek angesehen werden können.

Von ihren Studenten bekommen Rübesam und ihr Team viele positive Rückmeldungen. Ein Geldbetrag, über den die Studentenvertretung jährlich frei bestimmen darf, kommt regelmäßig der Bibliothek zugute. Bisher schloss die Bibliothek um 18 Uhr, wenn die Abgestellten gehen. In Zukunft soll es möglich sein, dass Studenten die Bücherei auch danach noch alleine besuchen können.

Neben den Bestellungen der Professoren und des Personals werden auch die Wünsche der Studenten in den meisten Fällen angeschafft. Jede Woche bestellt Rübesam die aktuellsten Neuheiten passend zu den Studienfächern der DH. Die einzige Einschränkung dabei: Es gibt in der Bibliothek kaum Romane und Freizeitliteratur. Jedes Buch mit Unterhaltungswert hat in der Heidenheimer Hochschule auch immer einen Bezug zu den Studienfächern.

Nicht nur die Ausstattung, auch die Gestaltung der Räumlichkeiten solle sich weiter verbessern. Gerade vor Prüfungen seien es oft zu wenige Arbeitsplätze in der Bibliothek. Außerdem sollen Schalldämpfer an der Decke für mehr Ruhe in der Bibliothek sorgen. „Wir haben hier ein Schallproblem“, findet Rübesam. In den Treppenhäusern der Dualen Hochschule verstärken sich die Stimmen, sobald mehrere Menschen sich unterhalten.

In der Bildungseinrichtung kann sich jeder als Nutzer der Bücherei kostenlos registrieren. Das ist für Rübesam wichtig: „Bibliotheken sind dafür da, Leute zu informieren.“ Jeder solle den Zugang zu Informationen haben, deshalb versuche die Bibliothekarin das auch jedem zu ermöglichen. Wer auf der Suche nach der richtigen Veröffentlichung Hilfe brauche, können sich immer an die Angestellten der Bibliothek wenden.

Verleih ohne Personal

Schon seit über zehn Jahren kann man in der DH Heidenheim Bücher mit der RFID-Technik leihen. Dafür ist kein Personal, sondern nur noch der Büchereiausweis nötig. In der Stadtbibliothek Heidenheim geht das seit dem Umzug auch. Da die Bücher auch elektronisch vor Diebstahl geschützt sind, können die die Öffnungszeiten also ohne personellen Mehraufwand bis 9 Uhr, wenn das Gebäude schließt, verlängert werden. pv