Die Corona-Lage hat sich am Wochenende im Kreis Heidenheim deutlich zugespitzt. Am Wochenende erhöhte sich die Zahl der aktiven Fälle auf 45. Wie das Landratsamt mitteilte, bedeutet das eine Steigerung um rund 164 Prozent gegenüber Freitag, wo noch 17 aktive Fälle ausgewiesen waren.

In der Konsequenz stieg auch der 7-Tage-Inzidenz-Wert auf 29,5 pro 100 000 Einwohner. Steigt dieser Wert über 35 müssten im Landkreis weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des schnellen Anstiegs der Infektionszahlen ergriffen werden. Dazu könnten beispielsweise weitere Einschränkungen bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen gehören oder eine Verschärfung der Maskenpflicht.

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Corona von Kontaktperson bis Quarantäne Welche Regeln gelten: Das sagt das Gesundheitsamt

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„Trotz des starken Anstiegs am Wochenende liegen die Werte im Landkreis Heidenheim noch unter denen in anderen Kreisen im Land“, sagt Landrat Peter Polta zur Einordnung. Im Landesdurchschnitt wurde am Samstag ein Inzidenzwert von 42,9 aktiven Fällen pro 100 000 Einwohner gemeldet. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausbruchs habe das Gesundheitsamt mit der Ermittlung der Kontaktpersonen begonnen. Dabei stellte sich heraus, dass mehrere Familien und auch Schulen betroffen sind.

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Verschiedene Schulen betroffen

Am Sonntag mussten sich deshalb einzelne Klassen des Hellenstein-Gymnasiums sowie der Heid Tech zu Tests melden. Am Montag werden dann weitere Abstriche von Schüler von Klassen des Werkgymnasiums, der Heid Tech, des Schulverbunds im Heckental sowie der Eugen-Gauss-Realschule stattfinden.

„Bei dem aktuellen Ausbruch werden wir allein bis Montag rund 200 Kontaktpersonen der Kategorie eins testen müssen“, sagt Polta. Dafür wurde ein temporäres Abstrichzentrum im Naturtheater Heidenheim eingerichtet und die betreffenden Personen vom Gesundheitsamt telefonisch benachrichtigt.

Insgesamt seien drei mobile Teststationen im Einsatz. Aufgrund der dynamischen Lageentwicklung hat sich Landrat Peter Polta dazu entschieden, erneut die Taskforce Corona einzuberufen. Diese beobachtet die aktuellen Geschehnisse und stimmt das weitere Vorgehen zwischen der Landkreisverwaltung, den beteiligten Landesbehörden, anderen Landkreisen sowie dem Klinikum, der Kreisärzteschaft und dem Rettungsdienst ab.

Feiern führen zu Ausbruch

Nach Analyse des Gesundheitsamtes seien die Infektionen vor allem auf private Feiern im Familien- und Freundeskreis zurückzuführen. Der Landrat appellierte deshalb an alle Landkreisbewohner - wo immer möglich - auf private Feiern und Familienfeste zu verzichten. Wichtig sei zudem, dass jeder einzelne auf die Wahrung des Mindestabstandes, die Einhaltung der Hygieneregeln und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes achten sollte. „Dadurch kann das Infektionsrisiko verringert werden.“

Besonders stark von dem aktuellen Ausbruch ist die Stadt Heidenheim betroffen. Hier stieg am Wochenende die Zahl der Neuinfektionen um 18 Fälle. Danach folgen Steinheim (+4), Giengen (+3), Nattheim (+2) und Königsbronn (+1).

Steigende Anzahl der Kontaktpersonen ersten Grades

Sorge bereitet dem Gesundheitsamt zudem die steigende Anzahl an Kontaktpersonen ersten Grades. Sie liegt Stand Sonntag bei 290 Menschen, die alle in Quarantäne sind.

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So werden Kontaktpersonen vom Robert-Koch-Institut eingestuft:

Kontaktpersonen 1. Grades: Dazu gehören Menschen, die einen mindestens 15-minütigen Gesichtskontakt mit einem Infizierten hatten, beispielsweise bei einem Gespräch. Dazu gehören unter anderem Bewohner desselben Haushalts. Sie werden mehrmals getestet und müssen für 14 Tage in Quarantäne.

Kontaktpersonen 2. Grades: Dabei handelt es sich um Menschen, die sich im selben Raum wie ein bestätigter Covid-19-Fall aufhielten, beispielsweise am Arbeitsplatz, bei denen aber kein Anhalt dafür besteht, dass sie einem Infizierten näher als 1,5 Meter gekommen sind. Sie werden gegebenenfalls vom Gesundheitsamt über die Corona-Symptome und dem weiteren Vorgehen bei einer Erkrankung aufgeklärt, müssen aber nicht in Quarantäne.

Kontaktpersonen 3. Grades: Dabei handelt es sich nur um medizinisches Personal, das in Kontakt mit Infizierten kommen kann. Es soll besonders für die Schutzmaßnahmen sensibilisiert werden.