Kreis Heidenheim / Arthur Penk Das Klinikum bekommt mehr finanzielle Hilfen, Gemeinden sollen jeden Abend die Glocken läuten, Menschen in Quarantäne dürfen aufs Mülltrennen verzichten – die Entwicklungen am Donnerstag im Kreis Heidenheim auf einen Blick:

Das Klinikum bekommt noch mehr finanzielle Hilfen vom Landkreis als bislang schon geplant war. Der erhöhte Zuschussbedarf hängt nicht mit der aktuellen Corona-Krise zusammen, sondern resultiert aus dem Betriebsergebnis des Klinikums von 2019. Besonders in der derzeitigen Krise werde klar, wie wichtig das Krankenhaus für den Landkreis Heidenheim sei. „Und es ist gut, dass das Klinikum uns als Landkreis gehört und wir nicht auf einen privaten Träger angewiesen sind“, so Polta. Wie die Corona-Krise die Finanzierung des Klinikums für 2020 ändert, sei momentan noch nicht absehbar: (HZ+)

Trotz finanzieller Probleme Klares Bekenntnis zur kommunalen Klinik

Da das Betriebsergebnis des Heidenheimer Klinikums für 2019 bei einem Verlust von rund acht Millionen Euro liegen soll, schießt der Landkreis nochmal deutlich zu.

Ein Bekenntnis zum kommunalen Klinikum ist gut, bringt aber auch Verpflichtungen mit sich. Schon jetzt kann man aus der Corona-Krise Erkenntnisse gewinnen, meint Silja Kummer in ihrem Kommentar.

In Zeiten notwendiger zwischenmenschlicher Distanz sollen an jedem Abend um 19.30 Uhr die Kirchenglocken zum Gebet rufen. Eine Kerze ins Fenster zu stellen, sei ebenfalls ein Zeichen des christlichen Miteinanders und der Solidarität mit den am Coronavirus Erkrankten sowie den unter Quarantäne Stehenden. Der katholische Dekan Prof. Dr. Sven van Meegen und der evangelische Dekan Dr. Karl-Heinz Schlaudraff ermutigen ihre Gemeinden, sich dem gemeinsamen Aufruf der Bischöfe anzuschließen:

In den Gemeinden sollen jeden Abend die Glocken läuten, um Solidarität mit an Corona erkrankten Menschen zu zeigen.

Für Personen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind und sich deshalb zur Eindämmung des Infektionsgeschehens in häuslicher Isolation befinden, wird bis zur Genesung die Pflicht zur Mülltrennung vorübergehend aufgehoben. Nach Empfehlung des Robert-Koch-Instituts sollen Wertstoffe, Verpackungen und Küchenabfälle nicht getrennt werden, sondern gemeinsam mit dem Restmüll über die graue Tonne (Restmüll) entsorgt werden:

Empfehlung des Robert-Koch-Instituts Mülltrennung ist für isolierte Personen aufgehoben

Die Mülltrennung wird für Haushalte, in denen sich Menschen nach einer Infektion mit dem Corona-Virus in häuslicher Isolation befinden, bis zu deren Heilung aufgehoben.

Die Vonovia hat in Heidenheim einen Bestand von rund 2800 Wohnungen. Jetzt teilt das Unternehmen mit, dass es auf marktbedingte Mieterhöhungen und Wohungsräumungen während der Corona-Krise verzichtet. Außerdem sollen Mieter unterstützt werden. Der Regionalbereichsleiter Michael Pfefferkorn sagt: „Wir konzentrieren uns zurzeit auf das Wichtigste: Wir unterstützen unsere Mieter, wenn Sie Hilfe benötigen. Außerdem stellen wir in Heidenheim sicher, dass alles in unseren Häusern funktioniert und sicher ist – und dass wir es schaffen, Notfallreparaturen umzusetzen“:

Die Vonovia bietet ihren Mietern in Zeiten der Corona-Krise Hilfen und Unterstützung an.

Das Jobcenter hat für den Publikumsverkehr geschlossen und ist per Telefon erreichbar ab sofort von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter der zusätzlichen Hotline 07321.345-590 sowie über 07321.345-0. Der Gesetzgeber plant für alle Neuanträge vorübergehend einen erleichterten Zugang zur Grundsicherung. Derzeit läuft das gesetzgeberische Verfahren. Das teilt das Jobcenter Heidenheim mit. Nach vorläufigen Stand soll für einen Zeitraum von sechs Monaten unter anderem in der Regel darauf verzichtet werden, das vorhandene Vermögen zu prüfen:

Vorübergehend wird während der Corona-Pandemie der Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Die Neuregelung soll für sechs Monate gelten.

Die Fertigstellung der Straßenbaustelle schräg unterhalb der Autobahnbrücke zwischen Herbrechtingen und Giengen verzögert sich noch um einige Tage. Auch dort hinterlässt das grassierende Virus seine Spuren. Die Arbeiten konnten aufgrund der derzeitigen infektionsschützenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Corona und den damit verbundenen Personal- und Lieferengpässen nicht planmäßig am vergangenen Freitag abgeschlossen werden: (HZ+)

Eigentlich hätten die Bauarbeiten bereits am Freitag abgeschlossen sein sollen. Doch die Straßenbaustelle bei der Vogelinsel zwischen Herbrechtingen und Giengen braucht noch etwas Zeit – auch wegen Corona.

Die Coronakrise macht vor der Dienstleistungsbranche nicht halt. Auch die Volksbank Brenztal ist betroffen und hat reagiert. Seit Donnerstag sind die Filialen nur noch eingeschränkt geöffnet, für Teile der Mitarbeiterschaft wurde Kurzarbeit beantragt. „In solch einer schwierigen Zeit ist für uns die erste Priorität, dass wir für unsere Kunden und ihre Anliegen da sind“, teilte ein Sprecher der Bank auf Anfrage mit. Selbstverständlich sei die Bargeldversorung sichergestellt. Der Zahlungsverkehr funktioniere wie gewohnt:

Aufgrund der Coronakrise sind alle Filialen der Volksbank Brenztal nur noch eingeschränkt geöffnet. Neben den Kunden sind auch die Mitarbeiter davon betroffen.

Die Ankündigung der BSH in Giengen, für einen Zeitraum von zwei oder drei Wochen die Produktion stillzulegen, hat auch Konsequenzen für die Spedition Schwarz. Das in Herbrechtingen angesiedelten Unternehmen hat den Kühlgerätehersteller als Hauptkunden. Geschäftsführer Thomas Schwarz geht davon aus, in den Bereichen, die für das BSH Werk in Giengen arbeiten, auch auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgreifen zu müssen. „Wir bereiten aktuell alles dafür vor“:

Neben dem Abbau von Urlaub und Überstunden kann Geschäftsführer Thomas Schwarz bei den der BSH zugeordneten Bereichen Kurzarbeit nicht ausschließen. In manchen Bereichen gibt es dennoch Steigerungen bei den Transporten.

Seit dem 13. März bleiben die Türen des Fechtzentrums in Heidenheim geschlossen, und seit einiger Zeit kommen regelmäßig neue Nachrichten über Turnierabsagen. Seien es nun Württembergische Meisterschaften, Deutsche Meisterschaften, der letzte Weltcup in der Olympiaqualifikation, die Junioren- und Kadettenweltmeisterschaften in Salt Lake City, das Zonenausscheidungsturnier für die Olympischen Spiele: Alle Wettkämpfe wurden ausnahmslos abgesagt: (HZ+)

Geschlossene Türen im Fechtzentrum, abgesagte Turniere, Olympische Spiele erst im Jahr 2021: Bei den Heidenheimer Fechtern bleibt vieles noch unklar.

Die Coronavirus-Zeit ist auch die Zeit der Instagramer, Influencer oder Youtuber. Das Leben wird, noch stärker als bisher, ins Internet verlagert. So gibt es „im Netz“ einige Aktionen rund um das Coronavirus. Fußballer nehmen an der Stay-at-home-Challenge („Bleib zu Hause“) teil und jonglieren eine Rolle Klopapier. Andere wiederum sind bei der #babyphotochallenge dabei und posten Babybilder von sich auf Instagram. Comedian Oliver Pocher teilte mal wieder aus – und grätschte dabei verbal auch den Heidenheimer Mittelfeldspieler Niklas Dorsch um, der das harte Tackling aber locker nahm:

Der Comedian teilte mal wieder aus – und grätschte dabei verbal auch den Heidenheimer Mittelfeldspieler um, der das harte Tackling aber locker nahm.

Circa 1500 Menschen haben seit 2004 einen oder gleich mehrere Kurse in der Härtsfelder Imkerschule belegt. Der Großteil der Teilnehmer ist zwischen 20 und 60 Jahre alt und kommt aus Süddeutschland und Österreich. Gelernt wird normalerweise in der Turn- und Festhalle in Fleinheim. Jetzt sind wegen des Coronavirus alle Kurse gestrichen. Trotzdem arbeiten die Bienen auf Hochtouren: (HZ+)

Zu Besuch an der Härtsfelder Imkerschule An den Fluglöchern der Bienenstöcke brummt es jetzt richtig

Seit fast 15 Jahren bildet die Härtsfelder Imkerschule aus. Jetzt sind wegen des Coronavirus alle Kurse gestrichen. Trotzdem arbeiten die Bienen auf Hochtouren.

Coronavirus: Hier ist der aktuellste Stand im Kreis Heidenheim: