Heidenheim / Arthur Penk

Landratsamt und Gemeinden richten erneut einen Appell an die Bevölkerung: „Die Einschränkungen, die das seit über zwei Wochen geltende Kontaktverbot sowohl im öffentlichen als auch privaten Raum mit sich bringen, sind enorm – aber notwendig… Noch immer steigt die Zahl der Corona-Erkrankten im Landkreis Heidenheim deutlich an…. Aufgrund dieser Entwicklungen und auch mit Blick auf die bevorstehenden Osterfeiertage appellieren wir nochmals nachdrücklich und aus tiefstem Herzen an Sie alle: Folgen Sie den angeordneten Maßnahmen und beachten Sie – trotz der guten Wetteraussichten – das Kontaktverbot!“ den Aufruf in voller Länge lesen Sie hier:

Landrat Peter Polta sowie die Bürgermeister des Landkreises Heidenheim appellieren an die Bürger, die Kontaktverbote weiterhin zu beachten.

Dass sich bisher noch kein Bewohner des Karl-Kaipf-Heimes in Herbrechtingen mit dem Coronavirus infiziert hat, kann man von Glück reden – oder eben von Vorkehrungen. Bereits Ende Februar haben sich die Verantwortlichen der DRK-Pflegedienste, die unter anderem das Herbrechtinger Seniorenheim betreiben, mit Covid-19 auseinandergesetzt und einen Stufenplan erstellt. „Als die Fallzahlen im Landkreis anstiegen, war es für uns das Signal, einen kompletten Besuchsstopp zu verhängen. Das war am 15. März“, sagt Geschäftsführer Ulrich Herkommer. Welche Vorkehrungen im Karl-Kaipf-Heim gegen das Coronavirus getroffen hat und wie es weitergeht: (HZ+)

Das Karl-Kaipf-Heim im Kampf gegen Corona „Bisher haben wir die Situation im Griff“

Senioren gehören zur Risikogruppe. Im Kampf gegen das Coronavirus greift das Karl-Kaipf-Heim daher zu besonderen Maßnahmen. Trotz aller Vorsicht wurde eine Pflegekraft positiv auf das Virus getestet. Wie das Seniorenheim seine Bewohner vor einer Ansteckung schützen will:

Das vergangene Wochenende war schon mal ein echter Härtetest. Sonniges Wetter und frühlingshafte Temperaturen lockten die Menschen ins Freie, wobei sie doch nach wie vor angehalten sind, ihre sozialen Kontakte auf ein Mindestmaß zu beschränken. Offenbar beherzigten die meisten die in der Verordnung des Landes formulierten Regelungen. Das legt zumindest die Einschätzung der örtlichen Polizei nahe, die in diesen Tagen starke Präsenz zeigt. Über Ostern wird das Durchhaltevermögen in Sachen Disziplin erneut auf die Probe gestellt, dennoch bleibt der Schlosspark zugänglich:

Der Eichert bleibt auch an den bevorstehenden Feiertagen zugänglich. Die Stadtverwaltung setzt auf die Weitläufigkeit der Anlage und auf die Vernunft der Bürger.

Toilettenpapier und Desinfektionsmittel sind derzeit sehr gefragt. Für Großhändler dieser Verbrauchsgüter wird die Lage zunehmend schwierig. Zum einen können die Hersteller die bestellten Mengen nicht mehr liefern, weil ihnen die Rohstoffe fehlen. Auf der anderen Seite gibt es die Kunden der Großhändler, deren Bestellungen in der vergangenen Zeit ebenfalls ungeahnte Ausmaße angenommen haben. Uli Zoller ist Geschäftsführer der Firma Vogt in Steinheim. Als Fachgroßhändler sitzt er zwischen den Stühlen und erzählt hier von der derzeitigen Corona-Krise aus Sicht des Großhändlers: (HZ+)

Großhändler für Hygieneartikel berichtet Bis an die Grenzen arbeiten, damit andere versorgt sind

Uli Zoller führt den Reinigungs- und Pflegemittel-Großhandel Vogt in Steinheim. Für die Firma ist die derzeitige Situation alles andere als einfach. Seinen Kunden fühlt er sich besonders verpflichtet.

Das Soforthilfeprogramm des Landes unterstützt Unternehmen bei Liquiditätsengpässen mit bis zu 30 000 Euro. Bei der IHK Ostwürttemberg prüft ein dreizehnköpfiges Team seit Beginn am 25. März die eingegangenen Anträge. Stand Dienstag sind 7400 Anträge hochgeladen worden. „Die verordneten Schließungen treffen, wie wir unschwer jeden Tag in Hunderten Telefongesprächen nochmals verdeutlicht bekommen, Unternehmen aus Handel, Gastronomie oder Tourismus ganz besonders hart“, so Michaela Eberle, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg. Die IHK appelliert daher, die Geschäfte vor Ort zu unterstützen:

Vor zwei Wochen ist das Soforthilfeprogramm gestartet. In Ostwürttemberg sind seither nahezu alle Anträge bearbeitet worden. Vor allem kleine Unternehmen wenden sich mit Fragen an die Industrie- und Handelskammer.

Günter Wagner und seine Mannschaft sind für das Congress-Centrum, das Konzerthaus und den Lokschuppen zuständig. Im CC ist in Sachen Veranstaltungen seit der Absage der Winteroper am 7. März nichts mehr los. Im Konzerthaus und im Lokschuppen sieht es ganz genauso aus. Und das wird sich so schnell auch nicht ändern. „Bis Ende Juni ist eigentlich alles weg“, sagt Günter Wagner. Mal abgesehen von ein paar Hängepartien im Lokschuppen, wo einzelne Hochzeitsgesellschaften ihre Termine in der Hoffnung auf schnelle bessere Zeiten noch nicht storniert haben: (HZ+)

Umsatzeinbußen durch Corona Veranstaltungsorte ohne Veranstaltungen

Bis Ende März gerechnet, verzeichnete die für CC, Konzerthaus und Lokschuppen zuständige Congress-und-Event-Heidenheim GmbH eine Umsatzeinbuße im sechststelligen Bereich.

Die Landfrauen aus Giengen, aus Hohenmemingen, aus Ballmertshofen, der Frauentreff Sachsenhausen und auch Frauen aus Heidenheim und Herbrechtingen saßen in den vergangenen zwei Wochen viele Stunden an ihren Nähmaschinen, um in der Corona-Krise Hilfe zu leisten. Die Fäden liefen dabei bei Heilpraktikerin Christine Hörger in Giengen zusammen. Bislang seien mehr als 1200 Masken mit Nasenflügel und Fach für einen Papierfilter genäht worden. „Wir wollen lokal helfen“, so Hörger. Fast 1000 Masken seien schon ausgeliefert worden:

Mehr als 1200 Mundschutzmasken haben Frauen in Giengen und drum herum angefertigt. Sie haben damit viele Einrichtungen unterstützt.

Nachdem in den vergangenen Tagen bereits andere Erst- und Zweitligisten ihren Trainingsbetrieb wieder aufgenommen haben, gehen auch die Profis des 1. FC Heidenheim ab Mittwoch wieder ihrer Arbeit auf dem Platz nach. Das Kleingruppentraining findet unter Berücksichtigung der neuen Information zur Corona-Verordnung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg statt. Diese erlaubt in der aktuellen Situation Training für Profifußballmannschaften in Kleingruppen und unter Berücksichtigung entsprechender Abstands- und Hygiene-Auflagen nun auch in Baden-Württemberg:

Ab Mittwoch arbeiten die Spieler – unter strengen Auflagen – wieder auf dem Platz.