Kreis Heidenheim / Arthur Penk Corona in einem Giengener Altenheim, verstopfte Abwasserleitungen wegen Alternativen zu Toilettenpapier und Hoffnungsbotschaften von Kindern – das und mehr im aktuellen Stand in Sachen Coronavirus im Landkreis Heidenheim am Dienstag.

In vielen Supermärkten war in den vergangenen Wochen ein Produkt besonders begehrt: das Toilettenpapier. Wegen Hamsterkäufen waren die Regale teils leergekauft. Die einen hatten Toilettenpapier im Überfluss, bei anderen war es Mangelware. Dennoch sollte man deswegen auf dem stillen Örtchen keinesfalls auf Alternativen wie Feuchttücher, Küchenpapier oder gar Zeitungspapier ausweichen. Probleme bringen diese Alternativen nicht nur für die Kläranlagen. Meist staue sich die Verstopfung bereits in den Hausanschlüssen auf, berichtet Abwassermeister der Mergelstetter Kläranlage, Torsten Lonsinger:

Wer in Zeiten von Corona und Hamsterkäufen auf Alternativen zum Toilettenpapier ausweicht, schadet damit nicht nur der Kläranlage.

Von etwa 100 Bewohnern des Altenheims Paul-Gerhardt-Stift in Giengen sind aktuell 20 Bewohner und eine Pflegekraft infiziert. Bisher seien vier Bewohner aufgrund ihrer Symptomatik stationär im Klinikum Heidenheim aufgenommen worden. „Allen schon aufgrund ihres Alters gehören die Infizierten zur Risikogruppe“, so Jan Mehnert von der Regionaldirektion Heidenheim der evangelischen Heimstiftung. Wie es zur Infektion mit dem Coronavirus kommen konnte, sei unklar. „Wir wissen es nicht. Wir haben alles versucht, dass es in unserem Haus zu keinem Fall kommt“, so die Hausdirektorin: (HZ+)

Weil eine Bewohnerin Symptome aufwies, wurde sie auf Covid-19 getestet. Ergebnis: positiv. Nicht nur sie hatte sich angesteckt. Wie es dazu kam, ist offen.

#wirbleibenzuhause – der Hashtag aus dem Internet findet Einzug im wahren Leben. Die aktuelle Situation mit allen Einschränkungen dürfte so manchem auf die Stimmung schlagen – doch viele Menschen im Kreis Heidenheim haben aufmunternde Worte für Passanten. Unsere Leser auf Facebook haben uns einige Bilder geschickt, die Mut und Hoffnung machen. Die Bilder finden Sie hier:

#wirbleibenzuhause – der Hashtag aus dem Internet findet Einzug im wahren Leben. Wie Menschen sich mit Botschaften an Häusern und Fenster Hoffnung machen.

Viele Bereiche des öffentlichen Lebens hat das Coronavirus seit zwei Wochen weitgehend lahmgelegt. Eine Ausnahme ist der Stadtbusverkehr. Allerdings sind die Auswirkungen auch dort unübersehbar: „Es fahren deutlich weniger Menschen mit“, bestätigt Tobias Hoch, Betriebsleiter bei der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft (HVG), diesen Eindruck. Zum einen ruht der komplette Schülerverkehr, zum anderen bleiben viele Beschäftigte im Homeoffice. Und unverkennbar halten sich die meisten Menschen daran, Kontakte außerhalb der Wohnung so weit wie möglich zu vermeiden. Allerdings finden derzeit keine Zählungen statt, „denn das würde ja ein zusätzliches Risiko für denjenigen bedeuten, der damit beauftragt wäre“, sagt Hoch:

Viele freie Sitzplätze, ausgedünnter Fahrplan, Ein- und Ausstieg ausschließlich hinten, keine Tickets beim Chauffeur: Für Passagiere und Fahrer hat sich in der Corona-Krise manches grundlegend geändert.

Kundenkontakt gehört zum Beruf des Busfahrers wie die Reifen zu seinem Fahrzeug. Gravierender Unterschied: Weisen die Pneus zu wenig Profil auf, geht gar nichts mehr. Fahrgäste können hingegen auch ohne jegliche Kommunikation ans gewünschte Ziel gebracht werden. Besonders deutlich wird das in diesen Tagen, wie auch Peter Oswald auf seinen Touren feststellt. Der 62-Jährige ist seit 19 Jahren für die HVG unterwegs und ein bekanntes Gesicht des Heidenheimer Stadtbusverkehrs. Wie Oswald die derzeitige Lage empfindet erzählt er in einem Interview: (HZ+)

Seit 19 Jahren fährt Peter Oswald für die HVG – bisher noch nie unter solchen Bedingungen wie derzeit.

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat eine Aktualisierung der Corona-Verordnung veröffentlicht. Laut dieser Verordnung wird die Notbetreuung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Schulen auch in den Osterferien gewährleistet. Die Stadt Heidenheim bietet Kindern in Kindertageseinrichtungen diese Möglichkeit an. Schulkinder werden in den Heidenheimer Grundschulen betreut. Kinder, deren Elternteile beide in einem kritischen Infrastrukturbereich arbeiten, haben Anspruch auf eine Notbetreuung. Bei Alleinerziehenden gilt dasselbe:

Heidenheimer Kinder, deren Eltern in einem kritischen Infrastrukturbereich arbeiten, können auch in den Osterferien betreut werden.

Zwei Stunden lang diskutierten die Hermaringer Gemeinderäte in der vergangenen Woche über die künftige Beleuchtung des Mühlenhofs. Das Haus mussten die Kommunalpolitiker dafür allerdings nicht verlassen: Erstmals tagte das Gremium per Videokonferenz, mit der sich alle Räte von zu Hause zuschalten konnten. Erst vor wenigen Wochen hatten die Hermaringer Gemeinderäte neue Tablets erhalten, damit künftig mit dem digitalen Ratsinformationssystem gearbeitet werden kann. Das spart jede Menge Papier und alle Räte haben dennoch die Sitzungsvorlagen stets zur Hand. Eine reguläre Sitzung hatte es mit dem neuen Medium jedoch noch nicht gegeben, die letzte Ratssitzung musste gemäß den Corona-Richtlinien abgesagt werden: (HZ+)

Erst vor Kurzem hatte man in Hermaringen Tablets für alle Räte angeschafft. Jetzt nutzte man sie, um auch ohne Sitzung gemeinsame Entscheidungen treffen zu können.

Ende März waren im Bezirk der Agentur für Arbeit (Kreis Heidenheim und Ostalbkreis) 8604 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 134 weniger als im Februar, aber 1120 mehr als vor einem Jahr. Unklar ist noch, wie sich die aktuelle Entwicklung in der Statistik des nächsten Monats niederschlagen wird. Bei der täglichen Arbeit sei aber mittlerweile festzustellen, so Zillert, „dass sehr viele Betriebe angesichts der Corona-Krise vorrangig das Instrument der Kurzarbeit nutzen, bevor sie Kündigungen aussprechen“:

Die Arbeitsagentur geht davon aus, dass die Folgen des aktuellen Geschehens gravierender sein werden als nach der Finanzkrise vor gut zehn Jahren.

Anna Netrebko als Tosca? Schön wär’s gewesen. Aber noch ’ne Oper wird’s nicht geben. Zumindest vorläufig. Denn die Metropolitan Opera in New York hat für diese Saison ihre Tore geschlossen. Schuld ist Corona. Aber es gibt ja derzeit kaum noch etwas, an dem dieses Virus, ob mittelbar oder unmittelbar, nicht schuld wäre. Die Schließung der Met hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Liveübertragungen des Met-Kinos. Womit wir ganz schnell den Bogen von New York nach Heidenheim geschlagen hätten. Auch hier gilt: Die Saison 2019/20 ist vorbei: (HZ+)

Die Saison 2019/20 mit Liveübertragungen aus der Metropolitan Opera in New York ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorzeitig beendet worden. Karten können zurückgegeben werden. Und auch bei der New-York-Reise im Rahmen unseres Operngewinnspiels gibt es eine Änderung.

Sechs bis neun Monate, so lange dauert es normalerweise, bis ein Kreuzbandriss ganz ausgeheilt und Sport wieder möglich ist. Katharina Haas stünde also auch ohne das Coronavirus gerade noch nicht auf den Skiern, nachdem sie sich im Januar bei den Olympischen Jugendspielen in Lausanne das Band im Knie verletzt hatte. Die Pandemie hat insofern keinen Einfluss auf ihre Saisonplanung, ganz vorne steht da nämlich die Genesung: HZ+)

Skisportlerin Katharina Haas wäre jetzt eigentlich in Oberstdorf. Die Krise zwingt sie zu Heimunterricht in Gerstetten.