Es war bereits erwartet worden, nun ist es offiziell: Auf Grund der hohen Auslastung der Intensivstationen in Baden-Württemberg tritt ab Mittwoch die höchste Corona-Stufe in Kraft, die so genannte Alarmstufe. Dies gibt die Landesregierung in Stuttgart am Dienstagabend auf ihrer Internetseite bekannt.

Am Montag bereits meldete das Landesgesundheitsamt 406 Covid-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden. Am Dienstag waren es 424. Somit waren den zweiten Werktag in Folge mehr als 390 Covid-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen im Land in Behandlung. Damit wird in Baden-Württemberg die sogenannte Alarmstufe ausgerufen.

Kreis Heidenheim: Hohe Inzidenz, niedrige Impfquote

Der Landkreis Heidenheim steht am Dienstag - wie schon in den Tagen zuvor - an vierter Stelle der Landkreise mit den höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen in ganz Baden-Württemberg. Vor Heidenheim liegen derzeit mit noch höheren Inzidenzen der Landkreis Rottweil (566,5), der Schwarzwald-Baar-Kreis (626,2) und der Landkreis Biberach (645,2).

In Sachen Impfungen führt der Landkreis Heidenheim weiter die Liste der Landkreise mit den niedrigsten Impfquoten an. Stand 14. November waren im Kreis Heidenheim lediglich 58,0 Prozent der Bevölkerung geimpft. Der Landesdurchschnitt liegt bei 63,2 Prozent. Die höchste Impfquote hat Baden-Baden mit 73,5 Prozent.

Gesundheitsminister: „Die Lage ist kritisch“

Doch was bedeutet nun die Ausrufung der Alarmstufe in Baden-Württemberg ab Mittwoch, 17. November? In vielen Bereichen gilt dann die 2G-Regel, etwa in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen oder bei Veranstaltungen. Das bedeutet, dass nur noch geimpfte oder genesene Personen Zutritt haben. (Hier zur Liste der genauen Einschränkungen)

„Die Lage in den Krankenhäusern ist kritisch, Operationen müssen bereits verschoben werden“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha bereits am Montag. Die Impfungen seien der Schlüssel im Kampf gegen das Virus. Lucha appelliert, sich impfen zu lassen.

Corona-Impfungen im Landkreis Heidenheim Wo man sich vom 15. bis 20. November impfen lassen kann

Landkreis Heidenheim

Zusätzlich mahnt er alle bereits Geimpften, die Masken- und Hygieneregeln weiterhin und ganz besonders in der jetzigen Situation konsequent einzuhalten, bei Symptomen einen Corona-Test zu machen und bis zum Ergebnis Kontakte zu anderen Personen zu reduzieren.

Corona-Alarmstufe: Welche Einschränkungen gelten

Kontaktbeschränkungen: In der Alarmstufe darf sich nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte und genesene Personen werden dabei nicht mitgezählt.

Einkaufen: Im Einzelhandel gilt eine 3G-Regelung, das heißt, für nicht-immunisierte Personen ist der Zutritt nur mit negativem Antigen-Schnelltest erlaubt. Ausgenommen von der 3G-Regel sind Geschäfte der Grundversorgung, Märkte im Freien sowie Abhol- und Lieferangebote.

Sport und Fitness: Im Fitnessstudio, beim Vereinssport oder sonstigen sportlichen Aktivitäten in Sportstätten gilt in geschlossenen Räumen 2G, im Freien 3G mit PCR-Test-Pflicht.

Unterricht: In den Schulen gilt in der Alarmstufe wieder die Maskenpflicht am Platz.

Hier alle Regeln auf einen Blick.

Ausgenommen von der PCR-Pflicht und den 2G-Beschränkungen sind generell Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, Schwangere sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Für diese ist in der Regel ein Antigen-Schnelltest ausreichend. Nicht-immunisierte Schülerinnen und Schüler erhalten stattdessen gegen Vorlage ihres Schülerausweises beziehungsweise eines geeigneten Dokuments, aus dem sich die Schülereigenschaft ergibt, Zugang.

Der Stufenplan für Baden-Württemberg

Bereits mit der Corona-Verordnung vom 15. September 2021 wurden in Baden-Württemberg drei Stufen festgelegt, die in enger und intensiver Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus der medizinischen Praxis entstanden sind:

Basisstufe: Zahlen und Grenzwerte der Warn- oder Alarmstufe landesweit nicht erreicht oder überschritten.

Warnstufe: 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Patientinnen und Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) erreicht oder überschreitet 8 oder ab 250 COVID-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen.

Alarmstufe: 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Patientinnen und Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) erreicht oder überschreitet 12 oder ab 390 COVID-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen.

Heidenheim

Was gehört zur Grundversorgung?

Aufgrund der besonderen Bedeutung von Geschäften, die der notwendigen Grundversorgung der Bevölkerung dienen, etwa mit Lebensmitteln oder sonstigen notwendigen Gütern sowie Märkten außerhalb geschlossener Räume, ist der Zutritt zu diesen in der Alarmstufe auch nicht-geimpften und nicht-genesenen Personen gestattet.

Zu den Geschäften der Grundversorgung zählen:

Lebensmitteleinzelhandel, Getränkehandel einschließlich Direktvermarktern (Hofläden)

Mobile Verkaufsstände für landwirtschaftliche Produkte und Erzeugnisse

Metzgereien

Bäckereien und Konditoreien

Wochenmärkte.

Ausgabestellen der Tafeln

Apotheken

Reformhäuser

Drogerien

Sanitätshäuser

Orthopädieschuhtechniker

Hörgeräteakustiker

Optiker

Babyfachmärkte

Zeitschriften- und Zeitungsverkauf

Tankstellen

Reise- und Kundenzentren zum Fahrkartenverkauf im öffentlichen Personenverkehr

Poststellen und Paketdienste

Banken und Sparkassen

Reinigungen und Waschsalons

Verkaufsstätten für Tierbedarf und Futtermittel

Blumengeschäfte

Gärtnereien

Baumschulen und Gartenmärkte

Bau- und Raiffeisenmärkte ohne Sortimentsbeschränkung

Großhandel