Wer während der Corona-Krise in der Pflege arbeitete, konnte dies weder im Homeoffice noch mit Abstand tun. Als Anerkennung für ihren Einsatz sollten Pflegende einen finanziellen Bonus bekommen. Im August gab es den von Bund und Ländern finanzierten Corona-Bonus von maximal 1500 Euro – allerdings nur für alle, die in der Altenpflege tätig sind. Pflegende in Kliniken bekamen bislang nichts.

Danke-Brief von der Geschäftsführung

Um dies auszugleichen und den Mitarbeitern trotzdem eine Anerkennung zukommen zu lassen, hat das Klinikum Heidenheim einen eigenen Bonus ausbezahlt. Dieser fiel mit 150 Euro pro Mitarbeiter zwar eher symbolisch aus, „aber mehr können wir uns in der derzeitigen finanziellen Lage nicht leisten“, sagt Klinik-Geschäftsführer Dr. Rainer Pfrommer. Man habe den Mitarbeitern Respekt zollen wollen für das, was sie während der Corona-Pandemie geleistet haben. Deshalb gab es einen Dankesbrief der Geschäftsführung mit dazu.

Von der Putzfrau bis zur Ärztin

„Wir haben den Bonus an alle rund 1800 Beschäftigten ausbezahlt, egal, in welchem Bereich sie arbeiten“, so Pfrommer. Dies betreffe auch die Servicegesellschaft Servizio, in der beispielsweise die Reinigungskräfte, Küche und Wäscherei beschäftigt sind. 150 Euro haben alle Vollzeitkräfte bekommen, Teilzeitmitarbeiter den entsprechenden Anteil gemäß ihrer Arbeitszeit. Der Bonus soll steuerfrei sein. „Da kann man wenigstens mal schön essen gehen oder sich etwas anderes leisten“, meint der Geschäftsführer. Dem Konzept, das Betriebsrat und Geschäftsführung des Klinikums gemeinsam im Juli ausgearbeitet haben, hat auch der Aufsichtsrat zugestimmt. Der Bonus wurde mit dem September-Gehalt ausbezahlt.

Weiterer Bonus auf Bundesebene?

Inzwischen wird aber doch noch auf Bundesebene über einen Bonus für Pflegekräfte in Kliniken verhandelt: Der Verband der Krankenkassen (GKV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wollen 100 Millionen Euro für die Zahlung von Prämien von bis zu 1000 Euro an durch die Versorgung von Covid-19-Patienten besonders belastete Pflegekräfte zur Verfügung stellen. Die Mittel sollen Kliniken bekommen, die eine bestimmte Mindestzahl von Corona-Patienten behandelt haben. „Da würden wir auf jeden Fall dazugehören“, so Rainer Pfrommer. Weitere Details seien aber noch nicht bekannt. Die Bundesländer sind aufgefordert, die Prämie noch um 500 Euro aufzustocken.

Heidenheim