Brustkrebs ist die häufigste Krebsform bei Frauen. „Jährlich erhalten rund 70 000 Menschen die Diagnose. Im Jahr 2020 waren in Heidenheim 58 Frauen, die bei der AOK versichert sind, erstmals wegen der Diagnose Brustkrebs in Behandlung. Im Ostalbkreis waren es 117 Frauen. Die AOK-Statistik verzeichnet allerdings einen Rückgang von Betroffenen – minus sechs Prozent in Baden-Württemberg seit 2016, in Ostwürttemberg minus 2,6 Prozent.

Pandemiebedingt weniger Untersuchungen

Im Jahr 2020 wurde die Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung – das Mammografie-Screening aufgrund der Corona-Pandemie in Deutschland zwei Mal – im März bis Mai und November/Dezember – ausgesetzt. Viele AOK-Versicherte, das ergab eine bundesweite Befragung des Wissenschaftlichen Institut der AOK Wido, haben auch aus Angst vor einer Ansteckung auf Früherkennungsuntersuchungen verzichtet.

„Eine Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Eine Einladung zur Mammografie-Untersuchung in einer zertifizierten Einrichtung erhalten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre. Frauen ab 30 Jahren haben Anspruch auf eine jährliche Untersuchung beim Frauenarzt oder der Frauenärztin. Geröntgt wird hier nur bei einem akuten Verdacht“, erklärt Anja Winter, Brustkrebsberaterin des Sozialen Dienstes der AOK Ostwürttemberg. „Es ist wichtig, dass die Vorsorge regelmäßig wahrgenommen wird“, betont Winter.

Gespür für Veranderungen

Parallel rät die AOK-Expertin den Frauen zur regelmäßigen Selbstuntersuchung: „Frauen sollten einmal im Monat ihre Brüste sowie die Lymphknoten in den Achselhöhlen, am Brust- und am Schlüsselbein selbst abtasten und auf Veränderungen achten.“ Diese Selbstuntersuchung trage dazu bei, den eigenen Körper besser kennenzulernen und ein Gespür für normale oder zyklusabhängige Veränderungen zu bekommen.

Kampf gegen Brustkrebs Stark, stärker, Frau Stegk

Sontheim

Bei Brustkrebs gilt in vielen Fällen: Je früher er entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden und umso größer ist die Chance auf Heilung. Auch der Lebenswandel spielt beim Entstehen von Brustkrebs eine wichtige Rolle. „Vor allem nicht rauchen, wenig oder gar kein Alkohol und regelmäßige Bewegung minimiert das Risiko an Krebs zu erkranken“, sagt Winter.

Wo sich Betroffene Hilfe holen können?

Bei einer Erkrankung an Brustkrebs haben die Betroffenen die Möglichkeit die psychosoziale Beratung des Sozialen Dienstes der AOK Ostwürttemberg wahrzunehmen. Auch an Krankenhäusern gibt es entsprechende Anlaufstellen. „Eine Brustkrebserkrankung ist gerade zu Beginn mit vielen Ängsten und Fragen verbunden. Es kann guttun, wenn sich betroffene Frauen an eine kompetente Ansprechpartnerin wenden können“, sagt Winter.

Auf Wunsch werden bei der AOK versicherte erkrankte Frauen in dieser schwierigen Lebenssituation von einer persönlichen Brustkrebsberaterin der AOK Ostwürttemberg professionell begleitet. Als kleine Unterstützungshilfe für erkrankte Frauen wurde das „AOK-Brustbuch“ entwickelt, das detailliert alle wichtigen medizinischen Stationen beschreibt, die Brustkrebspatientinnen durchlaufen.

Informationen zur Krebsfrüherkennung durch Abtasten gibt es unter http://aok.de/kp/bw/fuehl-mal/
Das AOK-Brustbuch kann kostenfrei unter http://aok.de/pk/uni/inhalt/curaplan-brustkrebs-1/ heruntergeladen werden.