Heidenheim/Las Palmas / HZ Eigentlich wollte Tanja Wingert nicht auswandern. Wie es doch dazu kam, berichtet sie hier.

Hallo, ich heiße Tanja Wingert und komme ursprünglich aus Heidenheim. Ich wohne nun schon elf Jahre auf einer faszinierenden Insel, Gran Canaria. Ich bin damals durch meine Ausbildung zur Erzieherin auf diese wunderschöne Insel gekommen.

Die Idee auszuwandern, hatte ich ursprünglich nämlich nicht. Erfahrungen im Ausland zu sammeln dagegen schon. Mein Anerkennungsjahr, das zur Ausbildung zur Erzieherin gehört, habe ich damals hier auf der Insel abgelegt, was wahrlich nicht einfach war. Ich hatte Glück das mir die deutsche Schule damals die Chance gegeben hatte, hier Erfahrungen zu sammeln. Der Anfang war jedoch für mich sehr schwer, ganz allein ohne Familie, ohne Freunde, ohne Unterstützung und noch dazu in einer neuen Kultur mit einer Sprache, die ich damals nicht verstand. Jedoch hatte ich sehr viele nette Menschen um mich herum, die mir sehr geholfen haben, damit der Start nicht so schwer war.So kam es dazu, dass ich mich immer wohler fühlte und ich schon bald nicht mehr zurückwollte. 2010 habe ich meinen Arbeitsplatz gewechselt und arbeite seit diesem Zeitpunkt auf einer zweisprachigen Schule (Heidelbergschule) im Kindergarten. Zur gleichen Zeit hat damals mein Leben eine Wende genommen: ich habe in diesem Sommer auch meinen heutigen Mann kennen und lieben gelernt. Zu Beginn war es nicht so einfach, mit einem „Canario“ zusammen zu sein, ohne wirklich die Sprache zu beherrschen. Jedoch hatte er sehr viel Geduld mit mir und brachte mir immer mehr Spanisch bei. Der Wechsel meines Arbeitsplatzes war damals eine große Herausforderung für mich, da ich vom Süden der Insel in den Norden umgezogen bin. Das hatte natürlich auch zur Folge, dass ich nun Spanisch lernen musste, da die Eltern an der neuen Schule kein Deutsch sprachen und auch nicht verstanden.Das war eine sehr große Hilfe, Gott sei Dank. Die ersten Monate musste ich mich an den Wechsel und das spanische System gewöhnen und meinen Mittelweg zwischen dem spanischen System und meinen Überzeugungen erkennen und herausfiltern. Ein Jahr später bin ich dann mit meinem Mann zusammengezogen und wir haben uns einen Hund zugelegt. Dabei handelte es sich um Straßenhund, da es hier viel zu viele davon gibt. Durch meinen Mann habe ich natürlich auch die ganzen traditionellen Feste kennengelernt, die er mir persönlich erklärte. Ich wiederum konnte ihm einige typisch deutsche Traditionen zeigen und beibringen. Drei Jahre später im Sommer 2014 haben wir endlich hier auf der Insel geheiratet. Es dauerte auch gar nicht lange, da war ich auch schon schwanger mit unserer Tochter, die im Oktober 2015 geboren ist. Seitdem sind wir schwer beschäftigt, unserer Tochter beide Kulturen und Sprachen beizubringen, was ihr auch sehr gut gefällt. Nun versuchen wir natürlich, mindestens ein- bis zweimal im Jahr nach Heidenheim zu kommen, damit sie auch die deutsche Familie besser kennenlernt. Dazu kommt natürlich auch das wir immer wieder Besuch von meiner Familie hier haben, worüber wir uns alle super freuen.

Jedes Jahr berichtet die Redaktion im Rahmen von „Brücken in alle Welt“ über Menschen aus dem Kreis Heidenheim, die im Ausland leben. Hier lesen Sie alle Artikel.