Heidenheim / Sandra Gallbronner 18 Bäcker aus dem Kreis Heidenheim lassen ihre Teigwaren auch am Donnerstag in den Schoss-Arkaden testen.

Hell und weich – so mögen die Menschen in der Region ihre Brote und Brötchen, sagt Brotprüfer Michael Stiefel. Er bedauert diesen Trend, denn eine ausgeprägte Kruste spiele eine elementare Rolle für den Geschmack der Teigwaren.

Dennoch: Die Bäcker müssen letztlich die Kundenerwartung erfüllen und die verlange häufig eine kürzere Backzeit, so Stiefel: „Da tut einem schon das Bäckerherz weh.“

In die Welt der Brote können Besucher auch am Donnerstag, am zweiten Tag der Brotprüfung in den Schloss-Arkaden, eintauchen. Dort messen sich 18 Handwerksbäcker der Bäckerei-Innung Heidenheim. Zum 12. Mal trägt sie die Prüfung im hiesigen Einkaufszentrum aus.

100 bis 120 Brote, so schätzt Stiefel, wird er bis zum Ende der Prüfung auf Kruste und Krume geprüft haben. Zudem untersucht er Form, Farbe, Geruch, Porung und Struktur. Letztere sollte so beschaffen sein, dass sich das Brot gut bestreichen lässt und nicht wild anfängt zu krümeln. Allgemein habe die Qualität der Backwaren zugenommen, sagt Stiefel. Das sei auch notwendig, nicht zuletzt um sich im Wettbewerb mit Discounter-Backwaren abgrenzen zu können.

Neben hellen Broten wie dem Genetzten, sind auch Brote mit Dinkel immer gefragter, so die Erfahrung von Innungsobermeister Heinz Früholz. Stiefel ergänzt: „Die Menschen beschäftigen sich stärker mit ihrer Ernährung.“ Und dahingehend habe Dinkel einen besseren Ruf als Weizen. Vor 20 Jahren sei der Dinkel beinahe verschwunden gewesen, erklärt Früholz. Nun wird das Getreide wieder vermehrt angebaut: „Die steinigen Äcker im Kreis Heidenheim sind ideal für Dinkel“, so der Innungsobermeister.

Die Brotprüfung findet am Donnerstag von 10 bis 16  Uhr statt. Auch Besucher können diverse Brote testen.