Heidenheim/Brasilia / Der Bau des brasilianischen Riesen-Staudamms Belo Monte wurde von einem brasilianischen Gericht vorläufig gestoppt. Die Heidenheimer Firma Voith soll Turbinen und weitere Teile für das Kraftwerk liefern.
Für das Wasserkraftwerk im Amazonasgebiet soll eine Fläche von über 500 Quadratkilometer geflutet werden, wogegen Ureinwohner und Umweltschützer seit der Genehmigung des Projekts durch die brasilianische Regierung im Jahr 2005 protestieren.

Voith Hydro hat im vergangenen Jahr den Auftrag vom Betreiberkonsortium Norte Energia zur Lieferung von vier Francisturbinen und Generatoren, allen Transformatoren des Kraftwerks sowie über die komplette Automatisierung für Belo Monte erhalten. Dieser größte Einzelauftrag in der Geschichte von Voith Hydro beläuft sich auf rund 443 Millionen Euro – und liegt nun vermutlich auch auf Eis. „Welche weiteren Auswirkungen der vorläufige Baustopp auf das Gesamtprojekt hat und wie sich die rechtliche Situation weiter entwickelt, können wir mit Hinblick auf das laufende Verfahren nicht kommentieren“, so Lars Rosumek, Leiter der Konzernkommunikation.

Laut verschiedenen Berichten überregionaler Medien habe die Justiz einem entsprechenden Antrag des Bundesstaats Pará stattgegeben, der moniert hatte, dass die Ureinwohner der Region vor dem Beginn der Bauarbeiten nicht angehört worden seien. Der Eigentumsbegriff sei für die Indios anders als für die Weißen, wird ein Richter zitiert. Die Indios hätten eine mystische Anschauung über das Eigentum, die von der brasilianischen Verfassung geschützt werde.