Landkreis / Laura Strahl Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes tut sich im Sommer schwer. Der Bedarf steigt, die Spender aber werden weniger.

Die sommerliche Hitze macht vor gar nichts halt. Auch nicht vor dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Neben Brückentagen und Ferien gelten die Sommermonate dort als „schwierige Monate“, sagt Hasan Gökcayir, der als Werbe- und Organisationsreferent beinahe jeden Tag Blutspendetermine im Bereich Heidenheim, Göppingen, Biberach und dem Alb-Donau-Kreis betreut.

Vorräte werden knapp

Aktuell, so heißt es in einer Pressemitteilung des DRK, sei der Vorrat an Blutpräparaten in den Depots in Baden-Württemberg und Hessen – also wohl auch in der Blutspendezentrale in Ulm – beinahe aufgebraucht. Gökcayir führt dafür zwei Gründe an: Erstens gehe die Spendenbereitschaft während des heißen Sommers erfahrungsgemäß zurück. Zweitens müsse man sich aufgrund des Ferienverkehrs auf eine Zunahme von Unfälle einstellen, sprich auf einen unplanbaren Anstieg des Bedarfs an Spenderblut. Hinzu kommen freilich planbare Ereignisse wie Operationen oder Krebstherapien, für die ohnehin viele Konserven benötigt werden.

2600 Spenden pro Tag benötigt

Die Schwierigkeit dabei ist auch, dass das gespendete Blut nur begrenzt haltbar ist. Blutplättchen für Krebsbehandlungen beispielsweise halten gerade einmal vier Tage. Daher sei ein ständiger Nachschub vonnöten. Denn jeden Werktag, so die Statistik des Blutspendedienstes, werden allein in Baden-Württemberg und Hessen rund 2600 Spenden benötigt. Und während der Ferienzeit – Stichwort unplanbar – kann diese Zahl dann eben noch einmal ansteigen.

Schwierige Suche nach Ehrenamtlichen

Auch im Kreis Heidenheim, wo pro Jahr zwischen 60 bis 70 Spendetermine stattfinden, reagiert man daher jahrein, jahraus auf den Sommer: In den kommenden fünf Wochen werden in Söhnstetten, Schnaitheim, Königsbronn und Burgberg vier Spendenaktionen angeboten. Geplant werden die Veranstaltungen mit rund acht Wochen Vorlauf, sagt Gökcayir. Denn auch die Organisation des medizinischen Fachpersonal, der ehrenamtlichen Helfer und der Veranstaltungsorte nimmt freilich Zeit in Anspruch. Gökcayirs Erfahrungen nach wird es zunehmend schwierig, Helfer zu finden. Je nach Ort benötige man 15 bis 25 Personen. Und viele von ihnen müssten sich schließlich extra frei nehmen, um bei den Blutspendeterminen zu helfen.

DRK muss mehr Anreize bieten

Ähnlich geht es vermutlich auch den potenziellen Spendern. Um sie anzulocken, lasse sich die Werbeabteilung des DRK regelmäßig Aktionen einfallen, sagt Gökcayir. Gewinnspiele beispielsweise, Präsente, Verlosungen oder eine kostenlose Kugel Eis. Was gut ankommt und viele Spender anzieht, könne man im Vorhinein nie sagen. Sicher ist laut Gökcayir nur: „Man muss mehr Anreize bieten als früher.“

Termine, Regeln, Spenden im Sommer

Spenden bei Hitze? Wie das DRK beschreibt, sind Blutspenden auch bei großer Hitze unbedenklich. Zudem prüfe ein Arzt im Rahmen eines Gesundheitschecks die Spendefähigkeit. Empfohlen wird allerdings, ausreichend zu trinken. Längere Aufenthalte in der Sonne und körperliche Anstrengungen direkt nach der Blutspende sollten zudem vermieden werden.

Wer kann spenden? Spenden kann jeder im Alter von 18 bis 72 Jahren, Erstspender dürfen jedoch nicht älter als 64 Jahre alt sein. Männer dürfen sechsmal pro Jahr Blut spenden, Frauen viermal. Zwischen den Spenden müssen allerdings mindestens 56 Tage liegen.

Wie lange dauert’s? Die Blutspende selbst dauert nur wenige Minuten. Mit Anmeldung, Untersuchung und anschließendem Imbiss sollten Spender aber eine gute Stunde Zeit ein­planen.

Wann sind die Termine? Gespendet werden kann am Donnerstag, 11. Juli, in der Seeberghalle in Söhnstetten, am Dienstag, 16. Juli, in der Turn- und Festhalle in Schnaitheim, am Montag, 22. Juli, in der Hammerschmiede in Königsbronn und am Dienstag, 6. August, in der Maria-von-Linden-Halle in Burgberg. Gespendet werden kann jeweils von 14.30 bis 19.30 Uhr.