Heidenheim / Kommt eine blaue Umweltzone, in der nach jetzigem Stand neun von zehn Diesel-Pkw im Kreis mit Fahrverboten rechnen müssten? Das ist weiterhin ebenso unklar wie jedweder Zeitplan.

Kommt eine blaue Umweltzone, in der nach jetzigem Stand neun von zehn Diesel-Pkw im Kreis mit Fahrverboten rechnen müssten? Das ist weiterhin ebenso unklar wie jedweder Zeitplan.

Klar ist aber, dass sich auch in Zeiten der grün-schwarzen Landesregierung nichts an der Haltung des zuständigen Verkehrsministeriums geändert hat. Dessen Chef heißt auch in Zukunft Winfried Hermann, und dessen Pressesprecherin Babett Waschke macht auf HZ-Anfrage klar, dass das Regierungspräsidium Stuttgart aufgrund der immer noch zu hohen Schadstoffwerte am Messpunkt an der Wilhelmstraße den Luftreinhalteplan für Heidenheim fortschreiben werde.

Wirkung der blauen Zone wird untersucht

Was heißt das? Um den Ausstoß von Stickstoffdioxid zu mindern, könne man an den Autos arbeiten oder aber eine „ambitionierte Weiterentwicklung der nachhaltigen Mobilität“ betreiben, so das Ministerium: Derzeit würden für Stuttgart sowie für die Modellstadt Reutlingen Gutachten erstellt und Szenarien erarbeitet, die darlegen, mit welchen Maßnahmen bzw. Kombinationen die größte Verbesserung erzielt werden kann. „In beiden Fällen wird auch untersucht, wie hoch die Wirkung einer blauen Umweltzone wäre“, so Waschke.

Das Stuttgarter Konzept bzw. die Ergebnisse der Modellstadt Reutlingen geben laut Ministerium den Rahmen an Maßnahmen vor. „Darauf aufbauend, werden alle weiteren Luftreinhaltepläne in Baden-Württemberg fortgeschrieben.“ Das sei auch durch den Koalitionsvertrag zwischen Grünen und CDU gedeckt, der vorsehe, die Grenzwerte schnellstmöglich einzuhalten.

Ohne Förderung kein Erfolg

„Dazu erarbeiten die Regierungspräsidien mit den betroffenen Kommunen zielführende Konzepte zur Luftreinhaltung“, so Waschke – klar sei aber, dass ohne mehr Förderung und Nutzung umweltverträglicher Verkehrsmittel kein dauerhafter Erfolg möglich sei. Auch die Entwicklung emissionsarmer Fahrzeuge durch die Automobilindustrie sei ein wichtiger Baustein.

„Die Einführung einer blauen Plakette auf Bundesebene werde vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg konstruktiv begleitet“, heißt es: „Hierbei werden wir insbesondere die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen im Blick behalten und auf angemessene Übergangsfristen hinwirken.“ hr