Heidenheim / Sandra Gallbronner Das Kreditgeschäft läuft nach wie vor sehr gut. Das liegt unter anderem an der starken Nachfrage nach Immobilien. Das Finanzinstitut investiert weitherhin verstärkt in den Wohnungsmarkt.

Zuversichtlich zeigt sich Dieter Steck auch in Corona-Zeiten. „Noch bin ich in einem Zustand der Entspannung“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Heidenheim bei der Präsentation der Bilanz für das Geschäftsjahr 2019, das von einem starken Kreditgeschäft geprägt war. Das Finanzinstitut habe sich ordentlich behaupten können. Allerdings ging es bei den Ergebnissen eben nur um die Zahlen des vergangenen Jahres. Mögliche Folgen der Corona-Pandemie können bei der Kreissparkasse daher erst im kommenden Jahr resümiert werden.

Liquiditätshilfen waren gefragt

Vorab aber schon so viel: Von Beginn der Corona-Krise im März bis Mai seien Liquiditätshilfen sehr stark gefragt gewesen, so Steck. Sowohl Privat- wie auch Firmenkunden hätten fällige Tilgungsleistungen ausgesetzt. „Momentan merken wir wieder im investiven Bereich eine erhöhte Kreditnachfrage“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Investiert werde dabei mehr in Gebäude als in Maschinen.

„Bisher läuft die Nachfrage nach Wohnungsbaugebieten stabil durch“, hält Steck fest. „Da haben wir Corona in dem Sinn gar nicht gemerkt“, bestätigt sein Stellvertreter Thomas Schöpplein. Die Kundschaft habe auch auf dem Höhepunkt der Corona-Krise Häuser, Wohnungen und Baugebiete kaufen wollen: „Das war auch für uns erstaunlich“, so Schöpplein.

Auch 2019 sei die Nachfrage im Immobilienbereich hoch gewesen, sagt der stellvertretende Vorsitzende. Das zeigt auch das Rekordergebnis in der Immobilienvermittlung. Der Umsatz der Immobilienmakler übertraf den Spitzenwert von 2018 um etwa fünf Prozent und belief sich 2019 auf 18,9 Millionen Euro. Demzufolge wuchs auch das Kundenkreditgeschäft im Vorjahr um 5,2 Prozent auf 1,355 Milliarden Euro.

Die Kreissparkasse Heidenheim investierte 2019 weiter in den hiesigen Wohnungsmarkt. So entstand im Ploucquet-Areal in Heidenheim ein Wohnblock mit 20 Mietwohnungen. Im Sturm-Areal in Herbrechtingen hat das Finanzinstitut 18 Wohnungen gekauft. „Wir möchten auch weiterhin Wohnungen in unseren Eigenbestand aufnehmen und sind auch schon dran“, verrät Dieter Steck. Das Ziel dabei sei es, das Standbein der zinsunabhängigen Geschäfte zu stärken.

Geldanlage Wertpapiere

Unter anderem der Negativzins wird die Bank und deren Kunden weiterhin beschäftigen. „Wir werden noch lange mit den Minus-Zinsen leben müssen. Sie zwingen uns, die Kosten im Griff zu halten und das Geschäftsmodell zu überdenken“, so Steck. Dabei steht vor allem das Wertpapiergeschäft im Fokus. Dieses zinsunabhängige Geschäft müsse ausgebaut werden, sagte der Vorstandsvorsitzende: „Das künftige Sparbuch ist das Wertpapiergeschäft und nicht mehr das klassische Sparbuch.“

In 23 Filialen ist die Kreissparkasse Heidenheim mit persönlichen Ansprechpartnern für die Kunden da. Daneben können diverse digitale Angebote genutzt werden. So nutzen 73 Prozent der Kunden Online-Banking. 95 Prozent aller Zahlungsaufträge wurden 2019 online abgewickelt. Und auch die Sparkassen-App wird bereits von 17 000 Kunden verwendet. „Das nimmt Fahrt auf. Wir wollen digital nach vorne marschieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Niedrigzins soll Aufschwung bringen

Aufgrund der niedrigen Zinsen läuft das Kreditgeschäft der Bank nach wie vor gut. „Ich bin zuversichtlich, dass der niedrige Zins gepaart mit den Fördermitteln des Staates und den Ersparnissen, die die Privatkunden gerade bilden, für eine deutliche Aufschwungtendenz nach der Corona-Krise sorgt, die dann auch eine gewisse Zeit anhalten wird“, so Steck.

Nun aber müsse erstmal abgewartet werden, wie das dritte und vierte Quartal sowie das erste und zweite Quartal 2021 verlaufen. „Das wird spannend“, so Steck und fügt an: „Wenn wir einigermaßen durch den Herbst und Winter kommen, gehe ich davon aus, dass wir im Laufe des nächsten Jahres das Vorkrisenniveau erreichen können und ab Sommer 2021 in eine Wachstumsphase münden.“ In Summe sei die Krise für die Kreissparkasse Heidenheim beherrschbar.

Finanzbedarf in der Corona-Krise Kreissparkasse vergibt deutlich mehr Kredite

Die Corona-Krise hinterlässt Spuren im Kreditgeschäft der Kreissparkasse Heidenheim. Die Zahlen der ersten vier Monate im Jahr 2020 sprechen eine deutliche Sprache.

Bilanzsumme und Spenden gestiegen

Die Bilanzsumme der Kreissparkasse stieg im zurückliegenden Jahr leicht, nämlich um 15 Millionen Euro auf 2,123 Milliarden Euro. Die Einlagen im Privatkundengeschäft erhöhten sich um 65 Millionen Euro. Insgesamt bewegten sich die Kundeneinlagen bei 1,5 Milliarden Euro.

Für Spenden an Vereine und gemeinnützige Organisationen, etwa den Archäopark, den Sparkassen-Stadtlauf oder die Opernfestspiele, nahm die Kreissparkasse 2019 575 000 Euro in die Hand. Das Stiftungsvolumen der Sparkassen-Bürger-Stiftung wurde 2019 um 25 000 Euro auf 1,5 Millionen Euro erhöht. sga