Zuversicht trotz der anstehenden Aufgaben war im Eröffnungsgottesdienst der Herbstsynode spürbar, der vom Schnaitheimer Pfarrerehepaar Anne-Kathrin Kapp-Kleineidam und Martin Kleineidam gestaltet wurde. Es war, darauf wies der Vorsitzende Kurt Keller hin, die erste Präsenztagung der Kirchenbezirkssynode im Haus der Kirche seit Beginn der Corona-Pandemie.

Mehrere Pfarrstellen sind nicht besetzt

Personell befindet sich der Kirchenbezirk Heidenheim im Umbruch. Während die Pfarrstellen Dettingen mit Bissingen und Hausen, Bolheim, Heidenheim-Versöhnungskirche sowie beide Stellen in Schnaitheim wieder besetzt sind, gibt es Vakaturen in Heidenheim-Paulus-Waldkirche, in Steinheim und in Oggenhausen-Nattheim/West. Visitationen sollen künftig konzentriert mit vertretbarem Aufwand für die Kirchengemeinden stattfinden.

Tradition und Vielfalt: So umreißt Dekan Gerd Häußler das Profil der Evangelischen Kirche für künftige Zeiten. Er wünscht sich mehr Gemeindeleben in Kirchengebäuden, die Markenzeichen der Tradition seien und durch neue Nutzungskonzepte erhalten werden könnten.

Ambulante Palliativversorgung soll eingerichtet werden

Der Bericht des Dekans bezog sich auf gesellschaftliche Aufgaben, wie die Schaffung einer hauptamtlichen Leitungsstelle für die Notfallseelsorge mit 35 Prozent Umfang, die von evangelischer und katholischer Kirche sowie dem Landkreis finanziert werden soll. Auch soll eine ambulante Palliativversorgung gemeinsam mit dem Kreis auf den Weg gebracht werden.

Im Hinblick auf Corona wies Häußler auf die hohe Infektionsrate bei gleichzeitig niedriger Impfquote im Landkreis hin. Er warnte davor, die Diskussion um die Impfung zu einer Frage des Glaubens zu machen und ermutigte stattdessen zu nüchterner Nutzen-Risiko-Abwägung. Er selbst habe sich klar für die Impfung entschieden.

Renovierung von Kirchengebäuden im Blick

Im Bericht über die Landessynode wies Dr. Harry Jungbauer auf notwendige Einsparungen um 0,9 Prozent im landeskirchlichen Haushalt und um 0,7 Prozent bei den Kirchengemeinden im Jahr 2022 hin. Es gelte, jetzt noch die Chance zu nutzen, notwendige Renovierungen und energetische Maßnahmen an Kirchengebäuden einzuleiten und umzusetzen.

In den Leitungskreis der Erwachsenenbildung wurden Jürgen Brandt, Melanie Fink, Elisabeth Gruner und Carolin Wagner gewählt. Joachim Richter bleibt weitere acht Jahre Bezirksrechner. Eine landeskirchliche Sonderzuweisung von rund 45 000 Euro kommt der Flüchtlingsarbeit im Kirchenbezirk zugute, rund 184 000 Euro aus dem Strukturfonds der Landeskirche gehen an die Gemeinden.

Diakonie: 2020 wurde ein moderater Überschuss erzielt

Der Geschäftsführer des Diakonischen Werks, Frank Rosenkranz, blickte trotz Corona auf ein gutes Wirtschaftsjahr für die Diakonie zurück. Ursprünglich hatte man 2020 mit einem Minus geplant. Der Rechnungsabschluss weist nun einen moderaten Überschuss von gut 5000 Euro aus.

Allerdings ging das Opfer- und Spendenaufkommen für die diakonische Arbeit spürbar zurück, da die Kontaktmöglichkeiten fehlten und Gottesdienste ausfielen. Rosenkranz wies auf die Bedeutung diakonischer Felder für den sozialen Frieden in der Gesellschaft hin. Ohne längere Diskussion stimmten die Bezirkssynodalen dem Haushaltsplanentwurf mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Euro für 2022 zu.

Volumen des Etats steigt auf 13 Millionen

Der Rechnungsabschluss des Kirchenbezirkshaushalts weist für 2020 einen Überschuss von 19 000 Euro aus. Der Haushaltsplan für 2022 ist auf ein Volumen von 13 Millionen Euro angewachsen, was auf den Aufbau der Trägerstruktur für die Kindertagesstätten zurückgeht. 61 von 102 Kindergartengruppen befinden sich unter ihrem Dach.

Richter zeigte sich trotz der jährlichen Einsparungen von 0,7 Prozent pro Jahr bis 2030 und umfangreicher Aufgaben wie der Umstellung auf das neue Finanzwesen – Doppik –, der Digitalisierung und der Verwaltungsreform „2024plus“ mit höheren Personalkosten zuversichtlich.

Haushaltsplan einstimmig beschlossen

Angesichts der Hoffnung auf Steuermehreinnahmen und zufriedenstellender Rücklagen sei er optimistisch, was die Spielräume betrifft. Er rate zu einer mutigen Gelassenheit, auch wenn der allgemeinen Finanzwirtschaft zum Ausgleich des Haushalts 15 450 Euro aus Rücklagen zugeführt werden müssten. Der Etat wurde einstimmig beschlossen.

Prädikantenpfarrer Bernhard Philipp dankte Rosemarie Klaiber und Christoph Eckardt für zwölf Jahre ehrenamtlichen Predigtdienst. Häußler zeigte sich erfreut, dass er drei Frauen und zwei Männer für weitere sechs Jahre mit dem ehrenamtlichen Predigtdienst beauftragen konnte: Christoph Eckardt, Dr. Lukas Jahnke, Eva-Maria Karle, Cornelia Elke Schray und Carla Schied.

Karle wurde zudem nach erfolgreicher Teilnahme am entsprechenden Kurs mit der Feier von Tauf- und Abendmahlsgottesdiensten beauftragt. Jürgen Sept hat die Grundkurse in Stuttgart absolviert und wurde als Prädikant eingeführt.

Da die Altersgrenze für Prädikanten bei 75 Jahren liegt, wurde Kurt Keller nach 18 Jahren ehrenamtlicher Gottesdienstgestaltung verabschiedet.

Sorge wegen Situation in Kamerun

Besorgniserregend ist die Situation im Partnerbezirk in Kamerun. Ein Anschlag auf eine Kirche, bei dem der dortige Dekan schwer verletzt wurde, zeigt das Ausmaß der Gewalt.

Heidenheim

Diskussion über sexualisierte Gewalt


Thema der nächsten Synodentagung ist die Verabschiedung eines neuen Gesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche. Der Landeskirche liegt daran, solche Grenzverletzungen zu ahnden und künftig zu verhindern.