Als Beispiel, wie man sich richtig verhält, beschreibt die Polizei den Fall einer Frau aus Schemmerhofen: Bei ihr rief gegen 14 Uhr ein Täter an und behauptete, er sei ihr Enkel. Er habe in Ulm ein Haus ersteigert, weshalb er Geld benötige und sie deshalb gleich besuchen werde.

Die Seniorin wurde misstrauisch und rief ihren echten Enkel an. So bestätigte sich ihr Verdacht des Betruges und sie erstattete Anzeige.

Auch fünf weitere Angerufene aus Achstetten, Göppingen, Heidenheim (2), Illerkirchberg und Schemmerhofen gingen den Betrügern nicht auf den Leim.

Der Fall aus Schemmerhofen zeige wie wichtig es ist, im Zweifel mit Angehörigen über verdächtige Anrufe zu reden, so die Polizei.

Immer wieder dreiste Abzocke im Kreis Heidenheim

Neffen, Enkel, Bekannte - Betrüger sind erfinderisch und können am Telefon in viele Rollen schlüpfen


Sie rufen meist bei älteren Personen an und bitten sie kurzfristig um Bargeld. Vorgetäuscht wird eine Notlage oder ein finanzieller Engpass, beispielsweise ein Immobilienkauf.

Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt, um das Opfer unter Druck zu setzen. Sobald es bereit ist zu bezahlen, wird ein Bote geschickt, um das Geld abzuholen. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht zu Hause, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen, um dort den Betrag abzuheben.

Die Polizei empfiehlt: Seien Sie vorsichtig bei unbekannten Anrufern, vor allem, wenn bestimmte Forderungen des Anrufers gestellt werden. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Betrüger wählen ihre Opfer häufig anhand des Vornamens aus dem Telefonbuch aus. Daraus können sie oftmals Rückschlüsse auf das Alter ziehen.

Senioren werden bevorzugt übers Ohr gehauen. Überlegen Sie sich also, ob sie zumindest ihren Vornamen löschen oder abkürzen lassen. Werden Sie angerufen, stellen Sie gezielte Fragen an den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen. Notieren Sie sich die auf dem Display angezeigte Rufnummer. Achtung: Betrüger können diese Nummern auch fälschen. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.

Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter. Legen Sie den Hörer auf, wenn ihnen etwas merkwürdig erscheint. Sprechen Sie nicht am Telefon über ihre persönlichen oder finanziellen Verhältnisse. Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauten über den Anruf. Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter der 110 oder ihre örtliche Polizeidienststelle an. Nutzen Sie dabei nicht die Rückruffunktion.

Wichtige Tipps zum Schutz von Telefonbetrügern erhalten Sie in der Broschüre "Vorsicht, Abzocke!". Diese finden sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.