Heidenheim / Andreas Uitz In einer Studie wurde die Qualität aller 32 Betreuungseinrichtungen im Heidenheimer Stadtgebiet untersucht. Unterm Strich, so das Ergebnis, kann man sehr zufrieden sein.

Sehr viel Geld hat die Stadt in den vergangenen Jahren in die Betreuung von Kindern investiert, durch Neubauten, Sanierungen und Umbauten von Betreuungseinrichtungen aber auch durch die Einstellung und Qualifizierung von Personal.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg wird nicht müde, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Millionen-Investitionen zu erwähnen. Doch wie ist es um die Qualität der Betreuung bestellt?

Das sollte eine Studie herausfinden, die über drei Jahre hinweg die Einrichtungen in Heidenheim untersucht hat, und deren Ergebnis jetzt im Kultur- Sozial-, Schul- und Sportausschuss des Gemeinderats vorgestellt wurde.

Wichtig ist die Pädagogik

Das Büro Wehrmann Education Consulting war mit dieser Untersuchung beauftragt und hat sich über zwei Jahre hinweg die 32 Betreuungseinrichtungen mit insgesamt 95 Gruppen unterschiedlichster Prägung genau angeschaut und sie analysiert. Außergewöhnlich daran, erklärte Dr. Ilse Wehrmann, sei, dass bei der Untersuchung die Kindergärten aller zehn Träger betrachtet wurden und nicht nur die städtischen.

„Es geht dabei in erster Linie um die pädagogische Qualität und nicht um die Räume, obwohl die auch eine Rolle spielen.“ Dass die Qualität in der Betreuung eine extrem hohe Rolle spielt, machte sie sehr deutlich: „Bildung ist das höchste Gut in einem Land ohne Rohstoffe“, und die fange eben schon im frühesten Kindesalter an.

Begutachtet wurden bei der Untersuchung die Struktur-, Prozess- und Orientierungsqualität, will heißen: wie ist die alltägliche Arbeit mit den Kindern organisiert, wie werden sie gefordert und individuell gefördert, wie verhalten sich die Erzieher gegenüber den Kindern, wie wird das pädagogische Konzept umgesetzt und in welchem Ausmaß und in welcher Form werden die Kinder beteiligt.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden jeder einzelnen Einrichtung und den jeweiligen Trägern vorgestellt. „Das Feedback war durchaus positiv“, so der Geschäftsbereichsleiter für Kinder, Jugend und Soziales im Rathaus, David Mittner. Einzelne Ergebnisse oder ein Vergleiche wurde den Mitgliedern des Ausschusses nicht aufgezeigt. „Wir sind kein Kindergarten-Tüv und wollen auch nicht vergleichen, wer gut oder schlecht ist“, machte Dr. habil. Gabriele Haug-Schnabel von der Forschungsgruppe „Verhaltensbiologie des Menschen“ deutlich.

Keine detaillierten Ergebnisse

Viel wichtiger sei, dass jede einzelne Einrichtung und die jeweiligen Träger wissen, wo sie stehen und wo es eventuelle noch Verbesserungsbedarf gibt.Unterm Strich sieht die 150 000 Euro teure Studie die Einrichtungen gut aufgestellt. Wie Dr. Joachim Bensel von der Forschungsgruppe erläuterte, sind zwei Drittel in der Kategorie gut und ausgezeichnet einzuordnen, wobei hier der Maßstab nicht Schulnoten seien.

„Dieses Ergebnis ist erfreulich und hat uns selbst überrascht“, so Bensel. Lediglich 25 Prozent seien mit mittelmäßig und nur 12,5 Prozent mit ausreichend eingestuft worden. Auch die ebenfalls untersuchte Qualität der Leitungen kann sich sehen lassen, 85 Prozent der Einrichtungen liegen in den beiden obersten Kategorien.„Es tut gut, zu erfahren, dass das, was wir tun, auch erfolgreich ist“, kommentierte OB Bernhard Ilg das Ergebnis.

CDU-Stadtrat Dr. Stephan Bauer kritisierte, dass die Eltern im Rahmen der Untersuchung nicht zu ihrer Zufriedenheit mit den Einrichtungen befragt wurden und beklagte, dass dem Gremium zu wenig Details mitgeteilt wurden.

Den SPD-Fraktionsvorsitzende Rudi Neidlein hätte interessiert, welche einzelnen Bemühungen der Stadt erfolgreich waren, denn „die Kindergärten haben sich ja in den letzten Jahren von Aufbewahrungsanstalten zu Bildungseinrichtungen entwickelt.“

Ilg verteidigte die Tatsache, dass dem Gremium keine genaue Bewertung der einzelnen Einrichtungen vorgestellt wurde, sicherte jedoch zu, dass man sich nicht öffentlich mit jenen in städtischer Trägerschaft auseinandersetzen werde, um Schlüsse aus dem Ergebnis der Studie zu ziehen.

Kein Einfluss auf die Träger

„Auf die anderen Träger und Einrichtungen haben wir keinen Einfluss.“ Das wichtigste sei, dass jede Einrichtung eine detaillierte Analyse erhalten habe, auf deren Grundlage sich arbeiten lässt, so Ilg.

Die Stadt jedenfalls werde weiterhin darauf setzen, dem Bedarf an Plätzen zu decken aber auch die Qualität der Betreuung zu halten und auszubauen.