Heidenheim / Michael Brendel Die neue Saison wird am Samstag, 18. Mai eröffnet. Die Außentemperaturen haben derweil noch Nachholbedarf.

Zehn Grad, leichter Regen, die Frisur sitzt. Mit Humor und Gelassenheit lässt sich ein Besuch im Waldbad auch jetzt schon schönreden. Allerdings nur vom Beckenrand aus. Denn die Saison beginnt erst am 18. Mai. Abgesehen davon sind angenehmere Rahmenbedingungen vorstellbar als Außentemperaturen an der Grenze zum einstelligen Bereich.

Ansichtssache, werden überzeugte Schwimmer zu bedenken geben, nach deren Überzeugung es kein schlechtes Wetter, sondern lediglich mangelnde Einstellung gibt. Und so werden seit Jahren mit großer Beständigkeit Stimmen laut, die die Eröffnung des Waldbads auf einen früheren Termin verlegt wissen wollen.

3,15 Millionen Liter Wasser

Das Gefühl ist freilich das eine, die betriebswirtschaftliche Seite das andere. Und in diesem Punkt sprechen die von der Stadtverwaltung vorgelegten Zahlen eine eindeutige Sprache: Rund 3,15 Millionen Liter Wasser passen zusammengerechnet ins Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Um sie konstant auf 24 Grad Celsius zu halten, sind an Tagen mit einer Höchsttemperatur von 15 Grad etwa 1000 Kubikmeter Erdgas nötig. Wird es nachts kalt, kann der Bedarf auf bis zu 1500 Kubikmeter steigen. Kosten: 550 bis 825 Euro. Pro Tag.

Anders sieht es an einem Sommertag mit 25 Grad Lufttemperatur aus. Der Verwaltung zufolge beläuft sich der Gasverbrauch dann auf 80 bis 100 Kubikmeter – abhängig davon, wie viel Energie die Solaranlage auf dem Eingangsgebäude zuliefert.

Heizung für Sommerbetrieb

Rosemarie Croonen, Leiterin des Geschäftsbereichs Bildung, Sport und Bäder, weist darauf hin, dass die Heizung des Freibads auf einen reinen Sommerbetrieb ausgelegt ist. Bedeutet: Hat die Luft weniger als 20 Grad, kann nur eines der Becken auf Temperatur gehalten werden.

Unterm Strich schlägt ein Betriebs­tag, einschließlich der Kosten für Strom, Wasser, Abwasser, Chlorgas, Kasse, Aufsichtspersonal und Reinigung, mit 4000 bis 5000 Euro zu Buche. Der Kostendeckungsgrad des Bades pendelt erfahrungsgemäß zwischen 22 und 36 Prozent.

Sieht man sich also im Rathaus angesichts der Minusgrade Anfang Mai und der Pflicht, sparsam mit Steuergeldern umzugehen, in der Entscheidung bestätigt, das Waldbad wie vorgesehen Mitte des Monats zu öffnen, halten die Verantwortlichen die Option in der Hinterhand, bei entsprechendem Wetter die Saison über das ins Auge gefasste Ende am 15. September hinaus um ein paar Tage zu verlängern.

Mehr als 200 000 Besucher

Im vergangenen Jahr war genau das der Fall. Am Ende hatten 225 592 Personen den Eingang passiert. Damit wurde erstmals seit dem Jahr 2003 (277 340) wieder die Schwelle von 200 000 Besuchern übertroffen. Zum Vergleich: Die Bestmarke rührt aus dem Jahr 1992 (295 502), der Tiefstwert von 1968 (75 076).

Dafür, dass nach den aktuell laufenden Vorbereitungen alles möglichst reibungslos vonstattengeht, sorgt ein vielköpfiges Team rund um Dominic Kewitz, der den Titel Meister für Bäderbetriebe trägt. Immer haben mindestens zwei Aufsichtskräfte das Geschehen im Auge, an besonders publikumsstarken Tagen auch acht oder noch mehr, dann verstärkt durch Rettungsschwimmer und Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG).

Sicherheit vorrangig

„Es geht immer vor, Sicherheit für Leib und Seele zu gewährleisten“, beschreibt Croonen einen wesentlichen Bestandteil des viel Verantwortung mit sich bringenden Berufsbildes. Dieses habe sich allerdings schon erheblich größerer Beliebtheit erfreut als derzeit. Mögliche Gründe sieht sie darin, „dass der technische Bereich sehr anspruchsvoll ist, Chemie, Physik und Biologie keine Fremdwörter sein dürfen, die Arbeitszeiten andere sind als bei vielen, und im Sommer kein Urlaub genommen werden kann“.

Abgesehen von den Fahrradständern im Eingangsbereich gibt es in diesem Jahr keine baulichen Veränderungen. Erarbeitet werde derzeit aber ein Konzept, wie die zunehmend in die Jahre gekommenen Spielbereiche und die Wege auf Vordermann gebracht werden könnten, stellt Croonen in Aussicht.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten weiterhin unverändert

Die Rahmenbedingungen im Waldbad gelten in der bevorstehenden Saison unverändert fort. Für eine Tageskarte bezahlen Kinder ab sieben Jahren, Jugendliche, Schüler, Auszubildende und Studenten 2,50 Euro, Erwachsene 3,80 Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre in Begleitung eines Erziehungsberechtigten können das Bad gratis besuchen. Die Saisonkarte für Erwachsene kostet 68 Euro, für Kinder und Jugendliche 45 Euro. Hinzu kommen etliche Sondertarife und Vergünstigungen. Die Preise wurden zuletzt zur Saison 2017 erhöht.

Die Öffnungszeiten bleiben ebenfalls gleich: im Mai und September von 8 bis 20 Uhr, von Juni bis August von 8 bis 20.30 Uhr. Mittwochs ist jeweils Frühbadezeit ab 6 Uhr. Letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Betriebsschluss. bren