Drei Wochen Freizeit, drei Wochen das Leben führen, das jeder Jugendliche führen können sollte. Ein Leben in Sicherheit – ohne Angst fernab des Krieges. Gemeinsam mit 27 weiteren Kindern hat Timofey Kurenkov an der Freizeit des Charkiwer Rika-Kindertheaters in Heidenheim teilgenommen. Am Sonntag ging es zurück in ihre Heimat. Eine Heimat, die aufgrund des russischen Angriffskriegs von Zerstörung geprägt ist.

Einst ein unbeschwertes Leben

Timofey lebte in der Nähe von Charkiw. Zum Rika-Kindertheater kam er über seine Freundin. Zusammen mit ihr und den anderen Jugendlichen verbrachten sie unbeschwerte Stunden, probten und lachten bei den dort angebotenen Freizeiten und verzauberten das ukrainische Publikum. Dann kam der Krieg.

Kaum noch Ärzte im Krankenhaus

Während viele Familien flüchteten, blieb Timofey mit seinen Eltern und seiner älteren Schwerster in der Ukraine. „Mein Vater ist Chirurg und wird gebraucht“, sagt der 15-Jährige. Für den Jugendlichen begann eine Zeit, die ihn sein ganzes Leben lang prägen wird. „Weil viele Ärztinnen und Ärzte das Krankenhaus verlassen haben, wurde die Situation immer schlimmer“, sagt Timofey und fügt mit leiser Stimme hinzu: „Am Ende waren nur noch fünf Ärzte im Krankenhaus. In dieser Not hat mein Vater mich gebeten, ihm zu assistieren.“

Plötzlich im OP-Saal

Timofey hat dabei viel gesehen und erlebt aber auch viel gelernt. „Mein Vater hat es vermieden, mich zu den schwierigen Operationen mitzunehmen, bei denen beispielsweise Körperteile amputiert werden mussten“, sagt er. Geschockt war er nur zu Beginn. Mit der Zeit wurde die Assistenz für ihn zur Routine.

Mittlerweile ist das Krankenhaus komplett zerstört. Während der 15-Jährige gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester Charkiw verlassen hat und im Westen der Ukraine untergekommen ist, blieb sein Vater dort und arbeitet nun beim Militär.

Im Heimatland helfen

Die Reise nach Deutschland bedeutet für ihn, seine Persönlichkeit zu entwickeln und Kraft zu schöpfen. Für ihn steht aber fest: „Ich liebe mein Land und will auf jeden Fall zurück, um meinem Land zu dienen.“