Kreis Heidenheim / Günter Trittner Der Landkreis tritt dem Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller bei. Dadurch erhofft man sich auch mehr politisches Gehör für den Ausbau der Brenzbahn angeht. Denn die Brenzbahn ist eine von den sechs Linien, die am Bahn-Knotenpunkt Ulm zusammenlaufen, um den das Gesamtkonzept der Regio-S-Bahn Donau-Iller geschmiedet ist.

Nach der Sommerpause will man dem Verein aus der Taufe heben, der die Infrastruktur-Interessen von neun Stadt- und Landkreisen vertritt und der dieses auch mit einem Geschäftsführer professionell tun möchte. Rund 15 000 Euro jährlich kostet den Landkreis die Mitgliedschaft.

Dirk Seidemann, der stellvertretende Direktor des Regionalverbands Ostwürttemberg brachte in die jüngste Sitzung des Kreistags noch eine weitere Neuigkeit mit. Es geht los mit der Vorplanung von Haltepunkten und der Vorplanung der streckenbezogenen Maßnahmen für einen teilweise zweigleisigen Ausbau der Brenzbahn. 210 000 Euro an Kosten stehen dafür für den Landkreis im Raum. „Wir können jetzt Geld in die Hand nehmen und in die Planung einsteigen“, so Seidemann.

40 Prozent mehr Fahrgäste auf der Brenzbahn, womöglich sogar 45 Prozent, wenn Stuttgart 21 sich positiv auswirkt: Das ist die Erwartung an den im teuersten Fall auf 24 Millionen Euro geschätzten Ausbau der Brenzbahn. Nach der ersten Machbarkeitsstudie, welche 2014 abgeschlossen war und dem ebenfalls 2014 fixierten Fahrplankonzepts des Landes für die Brenzbahn steht jetzt eine Konsolidierungsstudie vor dem Abschluss. Darin sind neue Entwicklungen und Erkenntnisse eingearbeitet. So ist laut Seidemann nicht gesichert, ob weiter spurtstarke Züge zur Verfügung stehen und ob weiter auf der Brenzbahn schnelle Züge mit Neigetechnik fahren werden. Zudem verlange die Bahn höhere Pufferzeiten.

Seidemann konnte in der Sitzung des Kreistags aber auch schon entwarnen. Das Konzept sei nicht gefährdet. Allenfalls, wenn die Neigetechnik-Züge nicht mehr eingesetzt würden, sei der weitere IRE-Halt in Sontheim/Niederstotzingen in Frage gestellt und der regelmäßige stündliche Halt des RE in Mergelstetten und bei Voith.

Ein weiteres wesentliches Ergebnis: der zweigleisige Ausbau bei Bergenweiler kann von 2,1 auf 1,3 Kilometer verkürzt werden. Zusammen mit der Verschiebung des Bergenweiler Haltepunktes in Richtung Sontheim rechnet Seidemann mit Kosten von 4,3 Millionen Euro für diese Baumaßnahme. Der zweigleisige Ausbau bei Langenau/Rammingen ist mit 12,7 Millionen Euro kalkuliert. Nach Schätzung von Seidemann wird es noch zwei bis drei Jahre dauern bis Baurecht vorliegt.

Und die Finanzierung? Landrat Thomas Reinhardt zeigte sich im Kreistag zuversichtlich, dass „50 Prozent plus“ an Bundesmitteln zu erreichen seien. Was die Eigenmittel der Brenzbahn-Anrainer anbetreffe war Reinhardt skeptischer. Im Alb-Donau-Kreis sei man seinem Eindruck nach eher zögerlich. „Da wird es noch Gespräche geben.“ Am Ende, so Reinhardt, werde aber eine funktionierende Finanzierung stehen.“ Die Interessengemeinschaft Brenzbahn verstehe sich als Motor des Projekts. „Wir machen Druck.“

CDU-Fraktionschef Bernhard Ilg erwartete auch von den Partnern Bahn, Bund und Land ein entsprechendes Engagement. Es dürfe nicht sein, dass diese einen an der ausgestreckten Hand verhungern lassen. Alle müssten jetzt Hand in Hand zusammenarbeiten, „damit wir noch erleben, was wir jetzt beschließen.“ „Es wird Zeit, dass wir in die Gänge kommen“, meinte SPD-Kreisrat Rainer Domberg, derzeit stecke man in einer Phase, in der nichts so recht vorankommt. Martin Grath sprach für die Grünen von einem wichtigen Schritt, den man mit der Vereinsgründung und dem Beginn der Planungen setze. Das Pfund des Landkreises in Sachen Brenzbahn sei auch der „persönlich sehr engagierte Landrat.“