Achtlos gehen die Menschen am Eingang der Zulassungsstelle vorbei an einem Aufsteller, auf dem für den Einsatz der Luca-App geworben wird. Dort könnte man sich seit Montag einchecken via Handy und seine Daten hinterlassen für die Kontaktverfolgung beim Eindämmen der Corona-Pandemie. Doch diese technische Möglichkeit nutzt niemand.

Seit eineinhalb Wochen läuft ein Pilotprojekt des Landkreises, um zu lernen, wie die Luca App für die Kontaktverfolgung eingesetzt werden kann, seit Montag können sich auch Besucherinnen und Besucher an der Kfz-Zulassungs- und Führerscheinstelle einchecken.

Erste Reaktionen am Testort

Die Antworten an diesem Montagnachmittag sind alle ähnlich. Ob sie die Luca App genutzt habe? „Nein, die kenne ich nicht“, so die Antwort einer jungen Frau, die gerade gemeinsam mit ihrer Mutter ihren Führerschein abgeholt hat. Ein Mann, einen Pack Nummernschildern unter den Arm geklemmt, schüttelt auch nur den Kopf.

Die Zulassungsstelle besuchen darf zur Zeit nur, wer sich auf der Homepage der Landkreisverwaltung angemeldet und einen Termin gebucht hat. Die Luca App braucht man im Grunde nicht, um an die Reihe zu kommen. Womöglich schenken ihr auch deshalb so wenige Beachtung.

Wie bekommt die App mehr Beachtung?

„Wir werden die App weiter puschen“, sagt Jana Ling, Sprecherin im Landratsamt. Bei der Anmeldung für die Zulassungsstelle und auf der Corona-Webseite des Landkreises sollen die Menschen nochmal speziell auf die App hingewiesen werden.

Dass viele Menschen mitmachen, darauf hofft man bei den Verantwortlichen. Der Einsatz der App wird vom Sozialministerium empfohlen und soll Kontaktverfolgung erleichtern und verbessern. Das ist vor allem im Hinblick auf Lockerungen wichtig, um die Infektionsketten im Schach zu halten.

Auftaktveranstaltung am 7. Mai

Zum Start der Einführung der Luca-App im Landkreis veranstaltet das Landratsamt eine Auftaktveranstaltung am Freitag, 7. Mai. Dazu lädt das Landratsamt Vertreter der Handels- und Gewerbevereine und Interessensverbände ein. Ziel sei es, eine möglichst flächendeckende Etablierung der App in Handel und Gastronomie des Landkreises zu bewirken, damit die App mit größtmöglichem Nutzen zum Einsatz kommen könnte, heißt es vonseiten des Landratsamt.

Landrat Peter Polta ist am Freitag Gastgeber: „Die aktuelle Corona-Situation ist nach wie vor sehr ernst. Bei einem aktuellen Inzidenzwert von knapp 260 ist an mögliche Öffnungen derzeit leider nicht zu denken“. Doch er denkt an die Zeit, wenn die Zahlen im Landkreis Heidenheim ebenso sinken, wie derzeit bundesweit: „Wir wollen uns dennoch bestmöglich darauf vorbereiten, Öffnungsschritte einzuleiten, sobald die Zahlen Lockerungen erlauben.“

Das sagt Landrat Peter Polta zur Luca-App

Die Luca-App sei eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Gesundheitsamt und den Betrieben und damit ein geeignetes Tool, um Öffnungen sicher anzugehen, ist der Landrat überzeugt und wirbt schon jetzt dafür, dass möglichst viele mitmachen: „Eine effiziente und lückenlose Kontaktnachverfolgung kann nur gelingen, wenn im Vorfeld möglichst viele Kontakte erfasst werden – es ist daher umso wichtiger, dass viele Betriebe sich in der Luca-App registrieren und ihren Kunden ermöglichen, bei ihnen einzuchecken“, sagt Polta.

Seit Montag, 26. April, ist die Luca-App in Form eines Pilotprojekts in der Kfz-Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde des Landratsamtes Heidenheim im Einsatz. Zuerst konnten sich die Mitarbeiter dort einloggen, seit dieser Woche auch die Kundinnen und Kunden. Mithilfe des Projekts hätten bereits Daten erfasst und Systemdurchläufe erprobt werden können.

Nähere Informationen sind unter www.luca-app.de zu finden.

Heidenheim

So funktioniert die App


Betriebe wie beispielsweise Gaststätten, Einzelhandelsbetriebe, Behörden, aber auch Kultur-Veranstalter können sich in der Luca-App kostenlos registrieren. Privatleute können sich die App auf ihr Handy laden.

Wer eine in der App erfasste Lokalität betritt, checkt sich mittels QR-Code verschlüsselt dort ein. Mithilfe der App wird anonym erfasst, in welchem Zeitraum sich die Person an einem Ort aufgehalten hat.

Den Vorteil der App sieht man beim Landratsamt vor allem in der direkten Anbindung an die Gesundheitsämter. Dadurch könnten Kontakte zu Infizierten schneller erkannt werden. Deshalb die Hoffnung bei den Verantwortlichen: „Die App kann so entscheidend zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronaviurs beitragen.“