Heidenheim / Michael Brendel Angehörige unterschiedlicher Konfessionen feierten im Lokschuppen gemeinsam das Fastenbrechen.

Liebe geht durch den Magen, und das Verständnis füreinander manchmal ebenso. Eine Erkenntnis, über die der Heidenheimer Gastronom Hüseyin Perktas schon von Berufs wegen seit Langem verfügt. Und weil sie sich stets aufs Neue bewährt, setzte er jetzt wieder einmal ein Zeichen für ein besseres Miteinander: Nachdem er schon mehrfach zahlreiche Mitbürger unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Konfession und Alter am Heiligen Abend zu einem gemeinsamen Essen in den Lokschuppen gebeten hatte, lud er diesmal zum gemeinsamen Fastenbrechen.

Für viele Nichtmuslime, die das Angebot annahmen, war’s eine erstmalige Erfahrung, die sich aus Perktas’ Intention ergab: „Wir alle sind ein Teil von diesem Land, und deshalb soll die Veranstaltung dazu beitragen, dass wir friedlich und freundlich mit unseren Mitmenschen umgehen, andere Kulturen kennenlernen und unsere Bindungen untereinander stärken.“

Rund 300 Gäste

Nachdem die Bedeutung des im Ramadan mit der Morgendämmerung beginnenden Fastens erläutert worden war, tischte nach Sonnenuntergang eine große Zahl von Helfern den gut 300 Gästen das gemeinsame Essen auf. Für den aus Stuttgart angereisten türkischen Bildungsattaché Dr. Ümit Kapti nicht nur Bestandteil des Ramadan als religiösem Höhepunkt des Jahres, sondern auch ein die Mulitikulturalität widerspiegelndes Erleben, „das die wechselseitige Wertschätzung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt“.

Mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai rief die Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle dazu auf, pro-europäisch zu wählen „und nicht Parteien Stimmen zu geben, die Europa zerstören wollen“. Die CDU-Politikerin mahnte ein respektvolles Miteinander an, „denn ohne Frieden unter den Religionen kann es keinen Frieden unter den Nationen geben“.