Elmar Zillert, Chef der auch für Heidenheim zuständigen Agentur für Arbeit in Aalen, hatte in diesem Jahr schon weniger erfreuliche Zahlen zu vermelden: Ende Oktober, so teilte er am Donnerstagmorgen mit, sind im Bezirk der Agentur für Arbeit (Kreis Heidenheim und Ostalbkreis) 10 478 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind 826 weniger als im September, aber 2517 mehr als vor einem Jahr.

Die meisten Arbeitslosen sind derzeit mit 3722 (September: 3919) in Heidenheim registriert. In Schwäbisch Gmünd sind es 3433 (3740), in Aalen 2345 (2541), in Bopfingen 506 (569), in Ellwangen 472 (535). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung sind, stieg von 2715 auf 2755. Das entspricht einer Quote von 26,3 Prozent.

Arbeitslosenquote in ganz Ostwürttemberg zurückgegangen

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ging in der Region von 4,5 auf 4,1 Prozent zurück. In Heidenheim sank sie von 5,3 auf 5,0, in Schwäbisch Gmünd von 4,9 auf 4,5, in Aalen von 4,0 auf 3,7, in Bopfingen von 3,8 auf 3,4, in Ellwangen von 2,1 auf 1,9 Prozent.

Zillert gab in seiner Bewertung der aktuellen Situation gleich mehrfach zu bedenken, dass der positiven Entwicklung zum Trotz überzogener Optimismus wohl fehl am Platz wäre. So ist die Arbeitslosenzahl in diesem Oktober weniger stark gesunken als in den vergangenen Jahren, und aktuell befinden sich gut 2500 Personen mehr auf Jobsuche als vor einem Jahr.

Zahl der Langzeitarbeitslosen gestiegen

Von der aktuellen Entwicklung konnten in Ostwürttemberg alle statistisch erfassten Personengruppen profitieren – bis auf, und das ist das nächste Aber, die Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl stieg um 40 auf 2755.

Der stärkste prozentuale Rückgang war bei den 15- bis 20-Jährigen zu verzeichnen (minus 38 Prozent). Die Arbeitsagentur führt das im Wesentlichen darauf zurück, dass Jugendliche aus dieser Altersgruppe im Oktober eine Berufsausbildung begonnen haben. Bemerkbar macht sich dabei laut Zillert „unsere Nachvermittlungsaktion, die wir gemeinsam mit der IHK und der Handwerkskammer durchgeführt haben“.

In Ostwürttemberg wurden der Agentur für Arbeit und den Jobcentern im Oktober 623 zu besetzende Stellen gemeldet. Die Gesamtzahl beträgt jetzt 2214. Vor exakt einem Jahr – eine weitere Einschränkung – waren es 4457 und damit doppelt so viele.

2292 Personen haben sich im zu Ende gehenden Monat arbeitslos gemeldet, sechs weniger als im September. 1030 taten das aus einer Beschäftigung heraus. Gleichzeitig konnten 3106 Männer und Frauen, und damit 552 mehr als im Vormonat, ihre Arbeitslosigkeit beenden. 1090 von ihnen traten eine Arbeitsstelle an.

Zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit

Seit Beginn der Pandemie waren in der gesamten Region bislang 78 310 Beschäftigte in 4635 Betrieben von Kurzarbeit betroffen. Im Kreis Heidenheim waren es 20 271 Personen in 1252 Betrieben, im Ostalbkreis 58 039 Männer und Frauen in 3383 Betrieben.

„Der erfreuliche Rückgang der Arbeitslosen im Oktober darf nicht darüber hinwegtäuschen“, sagte Zillert, „dass wir die Krise, bestehend aus coronainduzierten Einflüssen sowie strukturell bedingten Veränderungen, noch lange nicht durchschritten haben.“ In den kommenden Monaten sei wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu rechnen. Insbesondere bei der Automobilindustrie und ihren Zulieferern sowie im Maschinen- und Werkzeugbau habe die Struktur- und Nachfragekrise schon vor Corona begonnen.

Agenturchef Zillert: Kenntnisse dem Arbeitsmarkt anpassen

Der Agenturchef wiederholte seinen Appell, wer sich derzeit in Kurzarbeit befinde, solle seine Kenntnisse und Fertigkeiten den Anforderungen des künftigen Arbeitsmarktes anpassen: „Wer diese Zeit jetzt nicht für die notwendigen Qualifizierungen nutzt“, so Zillert, „läuft Gefahr, beruflich abgehängt zu werden.“