Mit einer zentralen Kundgebung auf dem Ulmer Münsterplatz untermauerte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Donnerstag ihre Haltung im Tarifkonflikt mit den öffentlichen Arbeitgebern. Dazu aufgerufen, die Arbeit ganztägig niederzulegen, waren auch die Beschäftigten des Heidenheimer Klinikums, der Stadtverwaltung, der Städtischen Betriebe und des Landratsamts.

Die Bürger, so hatte Verdi im Vorfeld angekündigt, müssten sich beispielsweise auf die stark eingeschränkte Erreichbarkeit der Verwaltung einstellen. Laut Rathaussprecherin Birgit Baumann beteiligten sich etwas mehr als 100 städtische Bedienstete an den Streikmaßnahmen. Sämtliche Bereiche seien jedoch ausreichend besetzt gewesen, und weder im Verwaltungsbereich noch bei den Städtischen Betrieben hätten Notgruppen eingerichtet werden müssen.

Einschränkungen bei der Kinderbetreuung

Anders sah es bei der Kinderbetreuung aus: Zwei Kindergärten blieben ganz geschlossen, einige behalfen sich mit Notgruppen oder verzichteten auf eine der sonst üblichen Gruppen. In einem Haus lief der Betrieb normal.

Im Klinikum auf dem Schlossberg streikten dessen Sprecherin Stefanie Wenta zufolge rund 70 Mitarbeiter. Der Operationsbetrieb blieb wie schon am Vortag auf Not-Eingriffe beschränkt, wozu beispielsweise Blinddarmoperationen zählen. In der Zentralen Notaufnahme herrschte unterdessen wieder der übliche Andrang, nachdem am Mittwoch weniger Besucher gezählt worden waren.

Nach Auskunft der Landkreisverwaltung schlossen sich dort keine Beschäftigten dem Streikaufruf an.

Nächste Verhandlungsrunde in einer Woche

Verdi fordert in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen unter anderem eine Erhöhung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro monatlich. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 22. und 23. Oktober in Potsdam stattfinden.

Youtube Ansprache beim Verdi-Warnstreik vor dem Klinikum