Heidenheim / Nils Gundel Die Anlage auf dem Schlossberg ist seit einem Jahr geschlossen, der Eigentümer inzwischen gestorben.

Seit dem vergangenen Jahr ist es in dem Waldstück hinter der Voith-Arena ruhiger geworden, denn der Kletterwald wird nicht mehr betrieben. Geblieben sind allerdings die Kletterelemente, und die werden langsam zum Problem.

Laut Aussage des städtischen Pressesprechers Wolfgang Heinecker lief der Pachtvertrag der Waldsport GmbH, die den Kletterwald betrieben hatte, für das Waldstück Ende Dezember 2018 aus. Damit wäre das Unternehmen zum Abbau der Kletteranlage verpflichtet gewesen. Warum das bis heute nicht passiert ist, erklärt Heinecker folgendermaßen: „Leider ist der Geschäftsführer Erhard Muerth Ende 2018 verstorben. Wir haben somit aktuell keinen Ansprechpartner bei der GmbH.“

Stadt baut nichts ab

Selbst aktiv werden kann die Stadt nicht, schließlich sind die Kletterelemente nicht ihr Eigentum. Und, so Heinecker weiter, man werde sich auch nicht die Arbeit machen, etwas abzubauen, „das wir nicht hochgehängt haben.“

2008 war der Kletterwald auf dem Schlossberg eröffnet worden. Dem gingen längere Gespräche mit Erhard Muerth und dem französischen Unternehmen „Arbre &Aventure“ auf der einen Seite und der Stadt Heidenheim auf der anderen Seite voraus. Zeitweilig schien es sogar so, als ob die Stadt den Kletterpark an die Gemeinde Steinheim verlieren würde. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten Heidenheims. Zehn Jahre später, 2018, war dann Schluss: Muerth gab bekannt, den Kletterwald vorläufig zu schließen, sogar eine Geschäftsaufgabe stand im Raum. Als Hauptgrund führte er den FC Heidenheim an, da er und seine Gäste an Spieltagen erhebliche Einschränkungen bei den Parkmöglichkeiten und dem Zugang zum Gelände erfahren. Ob das jedoch der alleinige Auslöser war, ist fraglich. Zumindest klagte Muerth bereits 2009, knapp ein Jahr nach der Eröffnung, gegenüber unserer Zeitung über zu geringe Besucherzahlen.

Besucht man heute das Gelände des Kletterparks, so steht man vor einem unverschlossenen Tor. Zwar sind die Auf- und Zustiege im Kletterpark laut Aussage der Stadt abgebaut, allerdings gibt es mindestens ein Netz, welches bis zum Boden reicht und problemlos beklettert werden kann. Ohne Sicherung und Aufsicht ein gefährliches Unterfangen.

Geräte werden noch länger hängen

Dieser Zustand wird womöglich andauern: Sollte mit Muerth nicht nur der Geschäftsführer, sondern auch der alleinige Gesellschafter verstorben sein, dann gehört die Waldsport GmbH zur Erbmasse. Dass sich Erbangelegenheiten gerne über Jahre ziehen können, weiß man auch bei der Stadt. „Wir halten es nicht für ausgeschlossen, dass die Kletterelemente noch lange Zeit hängen bleiben“, so Heinecker. Und: „Erst wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft sind, dann kann die Stadt aktiv werden. Dass wir selbst Hand anlegen, ist rechtlich und ökonomisch die letzte Möglichkeit.“