Was hat es mit einem Box-Handschuh, einer Saftpresse und einer Kaffeemühle auf dem Friedrich-Degeler-Platz auf sich? Zu dieser kuriosen Ausstellung lädt der Weltladen Heidenheim und die Fair-Activists anlässlich des Weltladentags am Samstag, 14. Mai, von 10 bis 13 Uhr ein. Die Idee dahinter ist, anhand verschiedener Alltagsgegenstände auf die Tatsache aufmerksam zu machen, dass viele Produzenten und Produzentinnen weltweit kein existenzsicherndes Einkommen aus dem Handel mit ihren Produkten erzielen können.

Produktionskosten können nicht gedeckt werden

„Oft decken die Preise, welche die Produzenten und Produzentinne für Kaffee, Kakao, Bananen oder Milch erhalten, nicht einmal die Produktionskosten,“ erläutert die Geschäftsführerin des Heidenheimer Weltladens Miriam Dittes. „Durch die aktuell steigenden Verbraucherpreise merken wir auf dramatische Weise, wie wichtig existenzsichernde Einkommen und Löhne sind, sowohl in Deutschland als auch weltweit.“

Entlang globaler Lieferketten herrscht laut Weltladen-Dachverband und Forum Fairer Handel ein extremes Macht- und Verhandlungsungleichgewicht. Dies führe dazu, dass große Unternehmen gegenüber Lieferanten und Produzierenden niedrige Preise und unfaire Vertragskonditionen durchsetzen können. Dieses Ungleichgewicht zu Lasten der Produzent und Produzentinnen ist eines von vielen Themen, die die Fair-Activists, eine Initiative von Fairtrade Deutschland, aufgreifen.

Bundesregierung muss handeln

Die Fair-Handels-Bewegung setzt sich für eine rasche Nachbesserung des im Mai 2021 beschlossenen „Gesetzes zur Stärkung der Organisationen und Lieferketten im Agrarbereich“ ein, welches die gravierendsten unlauteren Handelspraktiken verbietet. „Die Bundesregierung sollte schnellstmöglich ein Verbot von Preisen unterhalb der Produktionskosten in Deutschland einführen und sich für eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung entlang der Lieferkette einsetzen,“ fordert Anna Hirt, politische Referentin beim Weltladen-Dachverband in Mainz.

Zeichen für Menschenrechte

„Mächtig unfair erscheint uns im Moment vieles, das wir in der Welt beobachten,“ erklärt Eva Glock vom Heidenheimer Weltladen mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die steigenden Verbraucher-Preise. „Umso wichtiger ist es uns als Weltladen mit unseren Aktionen auch weiterhin ein Zeichen für globale Gerechtigkeit und Menschenrechte zu setzen. Daher freuen wir uns im Rahmen unserer Ausstellung auf den Austausch mit den Bürger und Bürgerinnen in Heidenheim.

Der Weltladentag ist der politische Aktionstag der Weltläden. Er findet zeitgleich mit dem Internationalen Tag des Fairen Handels (World Fair Trade Day) statt.

Weitere Informationen unterwww.weltladen-heidenheim.de und www.weltladen.de/kampagne.