Heidenheim / Michael Brendel Alle Bewerber um einen Sitz im Gemeinderat wurden für die Abstimmung am 26. Mai zugelassen.

Tritt sie an, oder tut sie’s nicht? Die Frage, ob sich die AfD mit einer eigenen Kandidatenliste für den Gemeinderat aus der Deckung wagt, bestimmte zuletzt viele Gespräche unter den lokalpolitischen Akteuren. Jetzt ist klar: Die bereits im Kreistag vertretene Partei will künftig auch im Sitzungssaal des Rathauses einen festen Platz haben. Das wäre allerdings auch schon das Maximum, ist die 1962 geborene Management-Assistentin Waltraud Rieger doch die einzige Bewerberin aus den Reihen der AfD.

Alle anderen Parteien bzw. Wählervereinigungen hatten ihre Kandidaten längst öffentlich gemacht. Die AfD verzichtete darauf, sodass die Personalie erst jetzt im Gemeindewahlausschuss auf die Tagesordnung kam. Bei dieser Sitzung wurden alle acht eingereichten Wahlvorschläge für die Gemeinderatswahl am 26. Mai zugelassen: Für die 32 zu vergebenden Sitze – da­runter gemäß den Bestimmungen der Unechten Teilortswahl zwei für Oggenhausen und jeweils einer für Großkuchen sowie Kleinkuchen/Nietheim/Rotensohl – schicken CDU, SPD, Grüne, Freie Wähler, Linke, DKP, AfD und FDP insgesamt 189 Männer und Frauen ins Rennen.

Ortschaftsrat: jeweils eine Liste

Bei der gleichzeitig stattfindenden Ortschaftsratswahl in Großkuchen kandidieren zehn Bewerber auf der Liste „Freie Wählervereinigung“ für zehn zu besetzende Plätze. In Oggenhausen sind es 15 Bewerber auf der Liste „Lebendiges Oggenhausen“ für zehn Plätze. Da es in beiden Orten nur jeweils eine Liste gibt, findet dort eine Mehrheitswahl statt. Das bedeutet, dass die Wähler nicht an die vorgeschlagenen Kandidaten gebunden sind, sondern auch andere wählbare Personen auf den Stimmzettel schreiben können.

Die Komplexität der Stimmenauszählung und die Tatsache, dass Europa- und Kommunalwahl am selben Tag stattfinden, hat laut Bürgermeisterin Simone Maiwald zur Konsequenz, dass das Ergebnis der Gemeinderats- und Ortschaftsratswahl erst am Montag, 27. Mai, ermittelt wird. Am späten Sonntagabend ist hingegen mit dem Resultat der Europawahl zu rechnen.

Christina Abele, Leiterin des Geschäftsbereichs Allgemeine zentrale Verwaltungsaufgaben, wies auf einige Veränderungen hin. So erhält der Stimmzettel für die Gemeinderatswahl ein neues Format. Ein handlicher Block mit mehreren perforierten Blättern ersetzt das in der Handhabung wenig praktische, badetuchgroße Exemplar seitheriger Prägung. Der Versand erfolgt voraussichtlich Anfang Mai. Gleiches gilt für die Briefwahlunterlagen.

Da sich die Briefwahl immer größerer Beliebtheit erfreut, sind für sie nun neun Wahlbezirke vorgesehen. Zuletzt waren es sieben gewesen. Gleichzeitig wird wegen der erheblich gestiegenen Zahl von Menschen, die auf dem Ploucquet-Areal wohnen, der neue Urnenwahlbezirk 36 eingeführt. Er befindet sich im Rathaus. Die Stadtverwaltung geht von rund 38 000 Wahlberechtigten bei der Kommunalwahl aus.

Kreistag: 43 Wahlvorschläge

Unterdessen hat der Kreiswahlausschuss unter Vorsitz des Ersten Landesbeamten Peter Polta alle 43 für die Kreistagswahl eingereichten Wahlvorschläge zugelassen. CDU, SPD, Freie Wähler, Grüne und Unabhängige, ÖDP/Parteifreie Bürger, AfD und FDP treten in allen sechs Wahlkreisen an, die Linke nur in Heidenheim. Mit 303 Frauen und Männern bewerben sich 14 Personen mehr um einen Sitz als vor fünf Jahren. Der Anteil der Bewerberinnen liegt bei 30 Prozent.