Heidenheim / Günter Trittner Bevor es so richtig losgehen konnte beim AfD-Landesparteitag, dauerte es zwei Stunden. Der Grund: Zahlreiche Anträge - mit mehr und weniger Relevanz. Einige Beobachtungen.

„Mut zur Wahrheit“, hieß das Motto des 13. Landesparteitags der AfD in Heidenheim, bei dem es am Wochenende vorrangig galt einen neuen Vorstand zu wählen. Mut zur Öffentlichkeit hatte die große Mehrheit der über 700 Parteimitglieder, welche Gäste und Presse bei dieser Veranstaltung zuließ. „Wir haben nichts zu verbergen“, meinte der Bundesvorsitzende Prof. Dr. Jörg Meuthen. Auch nicht, dass es Streit in der Partei gibt und auseinanderliegende Positionen.

Zwei Stunden bis zur Tagesordnung

Zwei Stunden dauerte es am Samstag allein bis die Tagesordnung des Parteitages beschlossen war. Änderungsantrag, Geschäftsordnungsantrag, Verfahrensantrag: dazu jeweils Pro-Argumente und Gegenrede und der Antrag auf Debattenende. Alles dies wollte von der Versammlung bedacht und entschieden sei. Und da ging es nicht nur um Punkte mit Gewicht, wie Gründung einer Stiftung, die noch mit auf die Tagesordnung sollte, damit die Partei mehr öffentliche Mittel erhalten kann.

Strittig war schon, dass der Vorstand gut einsehbar seine Sitze auf der Bühne des CC stehen hatte. Dies wirke autoritär, lautete die Kritik. Die Versammlung wies sie zurück. Bei Ja wurde die blaue Karte hochgehalten, bei Nein die Rote.

Bitte über alles sprechen

Zurückgewiesen wurde auch der Antrag eines Mitglieds, doch bei diesem Parteitag die Situation der AfD im Land zu erörtern. Parteispendenverfahren, Prüfung durch den Verfassungsschutz, der Ex-Republikaner Dr. Rolf Schlierer als Berater, die Bedeutungslosigkeit des Landesverbands in der Bundes-AfD: AfD-Mitglied Eberhard Brett, der aus der AfD-Fraktion in Stuttgart ausgeschiedene Einzelstadtrat, hätte gerne über vieles gesprochen. Die Mehrheit des Parteitags sah dies anders. Man sei zum Wählen nach Heidenheim gekommen. „Die Gerüchteküche gehört nicht auf den Parteitag.“

„Dafür steht die AfD“ waren einige Videos überschrieben, welche das Warten auf den Beginn des zweitägigen Parteitags verkürzen sollten. Hinter knappen Aussagen wie „Den Diesel retten“ sah man auf einem Video stets einen Tropfen in eine Lache tropfen. Zwei Deutungen scheinen möglich: Steter Tropfen höhlt den Stein oder permanent im Regen stehen.