Heidenheim / pm Der Verkehrsclub für Radfahrer hält die Sanierungspläne der Verwaltung für nicht ausreichend.

Erfreut zeigt sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) über die bevorstehende Sanierung der Bergstraße. Bergab stellten die Bodenunebenheiten und Schlaglöcher für Radler eine große Gefahr dar, während es bergauf bisher keinen Radweg entlang der Straße gebe. Radfahrer müssten entweder die Fahrbahn nutzen, oder mitten am Berg auf die linke Seite wechseln, um auf den Geh- und Radweg an der Georg-Beutler-Straße wechseln zu können.

Oben angekommen, gebe es allerdings keine vernünftige Möglichkeit wieder in die Bergstraße einzufädeln. „Man muss entweder an der Zufahrt zum Hotel über mehrere Spuren auf die Straße wechseln“, so Günter Staffa, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC, „oder mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg, der an dieser Stelle für Radfahrer frei ist, bis zur Kreuzung vorfahren.“ Dort müsse man versuchen, „irgendwie und halblegal, über Gehwege und Ampeln wieder auf die Bergstraße zu kommen, um weiter bergauf fahren zu können“.

Ein gutes Angebot sieht der ADFC in einem Radfahrstreifen im unteren, flachen Bereich der Bergstraße. Unlogisch sei allerdings der Übergang in einen schmalen Schutzstreifen ab der Ernst-Degeler-Straße. Gerade an steilen Steigungen, so gibt Staffa zu bedenken, benötigten Radfahrer deutlich mehr Platz, weil sie durch die geringe Fahrgeschwindigkeit größere seitliche Ausgleichsbewegungen machen müssten. 1,5 Meter in der Breite seien nicht ausreichend.

Klare Trennung vom Autoverkehr

Kindern sowie älteren oder schwächeren Radfahren sei ein derartiger Radweg nicht zumutbar, so Staffa weiter: „Falls sie die Steigung nicht schaffen, müssen sie nämlich absteigen und stehen dann mitten auf der Straße.“ Erforderlich sei deshalb neben mehr Platz auch eine klare Trennung vom Autoverkehr.

Vorschlag des ADFC: ein gemeinsamer Rad- und Fußweg mit klarer Trennung vom Autoverkehr durch einen Bordstein. Wer den Berg nicht fahrend bewältigen könne, befinde sich dann schon auf dem Geh- und Radweg, könne absteigen und sein Rad schieben. Da die Strecke von Fußgängern nicht besonders stark frequentiert sei und bergauf fahrende Radfahrer kaum schneller seien als diese, müssten größere Konflikte zwischen Radfahren und Fußgängern nicht befürchtet werden, so die Haltung des ADFC.

Ein Argument der Verwaltung gegen einen gemeinsamen Geh- und Radweg hält Staffa für nicht überzeugend: ,,Nur weil manchmal einzelne Radfahrer verbotswidrig in Gegenrichtung fahren könnten, kann doch nicht für alle anderen auf eine sichere Infrastruktur verzichtet werden.“ Individuellem Fehlverhalten solle die Verwaltung mit Kontrollen begegnen.

Die beantragten 700 000 Euro Fördergelder für den Radweg deckten einen Gutteil der gesamten Straßensanierungskosten, so der ADFC in seiner Stellungnahme. Deshalb müsse auch eine echte Verbesserung für den Radverkehr erreicht werden. In einer „Schmalspurlösung“ sehe er kein klares Bekenntnis zum Radverkehr und hoffe deshalb, dass sich die Stadt die Pläne nochmals vornehme.