Im Alter von 77 Jahren ist Margot Maier verstorben. 45 Jahre lang hat sie für das Pressehaus Heidenheim gearbeitet. Angeworben worden war sie als 18-Jährige von der gerade neu gegründeten Heidenheimer Neue Presse. Als Sekretärin war die Mergelstetterin am 29. September 1962 eingestellt worden. Wie sich schnell zeigte: ein zu kleines Aufgabengebiet für eine Frau, der Arbeit immer Lust war und die ein Zuviel nicht kannte.

Dreh- und Angelpunkt

Aus der Sekretärin Margot Maier wurde binnen kurzem in der HNP die Fachfrau für das Redaktionsmanagement, die für die eingehende Post ebenso verantwortlich war wie die technischen Verfahren zur Erstellung einer Zeitung. Selbstverständlich machte Maier in den Abendstunden auch noch den Umbruch der Seiten. Aber, was noch viel mehr zählt, Margot Maier war die gute Seele in der kleinen Redaktionsstube an der Grabenstraße 7. Morgens die erste im Büro, abends die letzte. Und wenn sie noch Zeit hatte, dann kochte sie ein Essen für ihre Redakteure und Redakteurinnen.

Offen für alles Neue

In all den 45 Jahren blieb Maier wissbegierig und offen für alle Neuerungen. Sie arbeitete mit Lochstreifen, Telex und den allerersten Computern. Am Ende war es immer sie, die fragenden Redakteuren und Redakteurinnen Auskunft gab, wie dieses oder jenes Gerät  eigentlich funktioniert.

Schwäbischer Charme

Margot Maier hatte durchaus einen eigenen Charakter und schwäbischen Charme. Sie musste einen schon kennengelernt haben, bevor es ein erstes Lächeln gab. Aber dann war sie diejenige Person, welche die Kartoffeln aus dem Feuer holte. Auf diese hohe Loyalität durften zu Zeiten der HNP nacheinander die Redaktionsleiter Heinz Berends, ab 1984 Henry Sleur, kommissarisch Richard Wachter und ab 1992 Dr. Manfred Allenhöfer vertrauen.

Ganz so heimelig war es nach dem Umzug Anfang der 1990er ins große Pressehaus an der Olgastraße nicht mehr. Aber Margot Maier hielt auch hier tadellos Schritt. Erstmals hatte sie sogar eine eigene kleine Küche für die Kolleginnen und Kollegen. Und diese werden sie nicht vergessen: Wie sie war und was sie an ihr hatten.