Heidenheim / Joelle Reimer Als Akustik-Duo „Caro & Stev“ spielen die gebürtigen Heidenheimer Stefan Chau-Huu und Carolin Wölz auf privaten Feiern – und nun am 16. Februar erstmals öffentlich bei „Kultur im Café“ im Naturtheater.

Zusammen aufs Schiller-Gymnasium gegangen, zusammen das Abitur und vor allem aber schon immer zusammen Musik gemacht: Die Rede ist von Carolin Wölz und Stefan Chau-Huu, die als Duo „Caro& Stev“ mit Stimme, Piano und Gitarre auch heute noch, nach über 20 Jahren, gemeinsam auftreten. Am Samstag, 16. Februar, sind sie das erste Mal öffentlich zu erleben – in ihrer Heimatstadt Heidenheim im Rahmen der Naturtheaterreihe „Kultur im Café“.

Bei unserer Terminabsprache im Vorfeld war immer nur die Rede von „Caro & Stev“. Wer steckt dahinter?

Stev: Also, ich bin Stev (lacht). Ich bin in Heidenheim geboren, wohne nun in Stuttgart und mache schon immer Musik. Ich hatte im Alter von vier Jahren den ersten Kontakt zur Musik, im Rahmen der musikalischen Früherziehung. Mit sechs Jahren habe ich angefangen, Violine und Klavier zu spielen – eher die klassische Schiene. Später habe ich mir noch Gitarre und Schlagzeug beigebracht... Caro: Ich bin auch in Heidenheim aufgewachsen und nun in München gelandet. Ich wurde in eine super-musikalische Familie hineingeboren, deshalb war es für mich gar nicht möglich, nicht Musik zu machen. Ich habe im Kindergartenalter Blockflöte gelernt, und als ich aufs Gymnasium gewechselt bin, habe ich angefangen, Geige zu lernen. Dadurch, dass schon mein Opa ein Haus voller Instrumente hatte, war er auch maßgeblich daran beteiligt, was ich lerne...

Und ich dachte, Sie würden singen?

Caro (lacht): Ja, das tue ich. Schon als kleines Kind habe ich gern gesungen, habe im Urlaub bei Gesangswettbewerben mitgemacht, also wussten meine Eltern: Okay, das Mädchen möchte singen, dann machen wir das eben möglich.

Sie kommen beide aus Heidenheim. Wie haben Sie sich kennen gelernt?

Stev: Ich bin aufs Schiller-Gymnasium, weil das in Heidenheim das einzige musische Gymnasium ist. Dort war ich im Orchester und im Chor, und dort habe ich Caro getroffen – wir waren in einer Klasse. Caro: Genau, direkt in der fünften Klasse war das. Und am Ende haben wir zusammen Abi gemacht.

Auch damals waren Sie zusammen musikalisch unterwegs?

Caro: Klar. Orchester und Chor, da waren wir beide mit dabei. Ich war auch in der Musikschule aktiv, vorzugsweise im Gesang. Ich habe früh gemerkt, dass das mein Steckenpferd ist. Und da hat mich Stev auch schon ab und an bei Auftritten begleitet. Stev: Unsere ersten gemeinsamen Auftritte waren in den verschiedensten Varianten. Wir haben beide im Orchester gespielt, beide Violine – dann gab es aber auch Fälle, in denen Caro gesungen hat und ich sie am Piano begleitet habe, so wie jetzt. Oder wir waren zusammen bei der Kinderoper. Sie merken schon: Wir haben viel zusammen gemacht.

Auch im Neuen Kammerchor?

Stev: Ja, der ist ja inzwischen ziemlich bekannt, unternimmt weltweite Reisen... Caro: ...er wurde damals mit unserer Musikklasse gegründet!

Heute hingegen sind Sie nicht mehr so sehr im klassischen Bereich unterwegs.

Stev: Ich habe auch während der Schulzeit schon viel Neues ausprobiert. Bands gegründet, eigene Songs geschrieben, einige Auftritte gehabt. Das ging so bis zum Abitur. Das war eigentlich der Abschluss der klassischen Ära bei mir. Aber ich muss sagen, das Klassische war und ist super wichtig. Man lernt einfach unheimlich viel dadurch. Nur habe ich irgendwann festgestellt, dass es mir bei Musik um Freiheit geht. Und das geht besser, wenn man improvisiert. Oder, wie wir es inzwischen machen, bekannte Stücke neu interpretiert.

Caro: Bei mir war es ähnlich: nach dem Abitur habe ich mich etwas von der klassischen Richtung verabschiedet. Ich habe schon immer gespürt, dass ich diese Pop-Geschichte auch mag.

Mittlerweile wohnt die eine in München, der andere in Stuttgart. Aber zusammen Musik machen, das geht?

Caro: Definitiv. Es ist etwas Besonderes, wenn man mit jemandem Musik macht, mit dem man sich blind versteht. Musik machen heißt ja nicht nur, dass zwei Leute zusammen Instrumente spielen – es muss zwischenmenschlich einfach stimmen. Die Basis ist Ehrlichkeit und Vertrauen. Und klar ist es eine logistische Herausforderung, aber da wir es beide sehr wertschätzen und erfolgreich damit sind, möchte man das nicht verlieren. Stev: Der Vorteil ist, dass wir regional nicht beschränkt sind. Wir haben uns schon gefragt, ob das mit der Entfernung funktionieren kann, auch wegen der Proben – aber es ist kein Problem. Jeder übt seinen Teil vor, und wenn wir dann ein Probenwochenende machen, feilen wir an Kleinigkeiten.

Sie treten schon seit 20 Jahren zusammen auf. Wie hat sich Ihre Musik entwickelt?

Caro: Da wir uns schon so lange kennen, haben wir auch gegenseitig unsere Entwicklungen miterlebt. Dadurch haben wir eine einzigartige Verbindung zueinander. Ich habe aber zum Beispiel auch schon überlegt, ob wir nicht mal die Geige mit in unsere Auftritte einbinden sollten – nach über 20 Jahren will man sich ja vielleicht auch selbst beweisen, dass da noch etwas anderes geht. Ich denke, es wird nie der Punkt kommen, an dem wir gesättigt sind, sondern es bleibt immer der Drang, Neues auszuprobieren.

Neu ist auch, dass Sie nun – in Ihrer Heimat – öffentlich auftreten. Bisher waren es private Feiern, Hochzeiten, Firmenevents. Wie kam es dazu?

Stev: Es war Zufall. Voriges Weihnachten, beim Familienbesuch, habe ich den Flyer von ,Kultur im Café' gesehen und dachte: Unsere akustische Musik, das würde gut passen. Mit dem Naturtheater sind wir uns schnell einig geworden.

Worauf dürfen sich die Besucher am 16. Februar einstellen?

Caro: Einen bunten, musikalischen Querschnitt, angefangen von den 60er bis in die 80er Jahre. Aber auch aktuelle Dinge. Und immer mit einer kleinen Geschichte dazu.

Haben Sie einen Lieblingssong?

Stev: Also Caro singt gerne Ed Sheeran...

Caro: (lacht)

Stev: Nein, das war ironisch. Wir haben gerade einen Song von Gregor Meyle: ,Dann bin ich zu Haus'. In unserer eigenen Interpretation. Da bekomme selbst ich eine Gänsehaut...

Caro: Das hätte ich auch sofort gesagt. Das Lied spielen wir auch in Heidenheim.

Es ist Ihr erster Auftritt hier, richtig?

Stev: Ja. Sonst sind wir in ganz Süddeutschland und im Ausland unterwegs. Caro: Und jetzt heißt es: back to the roots. Gerade wenn Freunde, Bekannte und Familie dabei sind, ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits total wundervoll, dass sie uns alle unterstützen und sich darauf freuen, andererseits will man es dann erst recht gut machen. Ich kann nur für mich sprechen: ich bin voll aufgeregt. Aber das ist gut so.

Kultur im Café

Bevor „Caro & Stev“ Stimme und Piano im Naturtheater-Café erklingen lassen, spielen am Freitag, 15. Februar, um 20 Uhr die „Groovin' Bastards“. Die siebenköpfige Band spielt eine Mischung aus Swing, Reggae, Soul, Pop, Rock und Blues. Weiter geht es dann am Freitag, 22. Februar, wenn Eric Mayr und Marita Kasischke zur musikalischen Lesung unter dem Titel „Wild“ einladen.