Heidenheim / Philipp Hruschka Unter blauem Himmel versammelten sich am Samstagvormittag etwa 500 Menschen in Heidenheim, um gegen den Landesparteitag der AfD im Congress-Centrum zu protestieren.

Der Demonstrationszug vom Bahnhof durch die Innenstadt auf den Schlossberg verlief friedlich. Auch ein Zwischenstopp mit Redebeiträgen vor dem Elmar-Doch-Haus sowie die abschließende Kundgebung vor dem Naturtheater und somit gegenüber des Congress-Centrums blieb weitgehend ohne Zwischenfälle.

Wie Polizeisprecherin Claudia Kappeler mitteilte, kam es lediglich zu einer kleineren Auseinandersetzung in der Nähe des Schlosses, an der vier Personen beteiligt waren.

Rund um den Landesparteitag der AfD sowie die Gegendemonstration waren über 100 Polizisten sowie einige Polizeipferde im Einsatz.

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Stellvertretend für das breite Bündnis verschiedener Organisationen brachten mehrere Redner ihre Opposition zur AfD auf den Punkt. Ilse Kestin, Landessprecherin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN – BdA), sprach vor dem Elma-Doch-Haus: Die Geschichte wiederhole sich nicht eins zu eins. Doch auf Parallelen sei stets zu achten.

Sascha Rofka von der Jugendkulturinitiative Schwäbisch Gmünd warf der AfD vor, keine echten Lösungen anzubieten. Er plädierte dafür, für Freiheit und eine friedliche Gesellschaft einzustehen.

Vor dem Naturtheater fand später auch Landtagsabgeordneter Martin Grath (Grüne) klare Worte. Mit der Gegenveranstaltung zeige Heidenheim, dass die Stadt nicht rechts sei. Mit Blick auf die kommende Europawahl und das Programm der AfD sprach er zudem von einer Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auch die Ulmer Bundestagsabgeordnete Hilde Matteis (SPD) sprach unter anderem den Europawahlkampf der AfD an. Die Partei trete mit dem Ziel an, den rechten Rand in Europa zu unterstützen.

Saskia Jürgens sprach im Namen der Linkspartei sowie des Bündnisses Aufstehen gegen Rassismus: „Die AfD ist hier nicht erwünscht. Wir wollen Mitmenschlichkeit, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Frieden“, schloss sie ihre Rede.

Jonas Weber vom DGB Baden-Württemberg wollte „klare Kante gegen Rassismus und rechte Hetze“ zeigen. Zugleich nähmen die Gewerkschaften jedoch auch die Empörung über wachsende Ungleichheit ernst. Man müsse deutlich machen, dass eine solidarische Gesellschaft besser funktioniere.

Zwischen den Redebeiträgen gab es Musik von Felix Schurr von der Band Hellraisers & Beerdrinkers, vom Liedermacher Dieter sowie südamerikanische Klänge von „Mayu Fluss“.

Volker Spellenberg, Vorsitzender des GEW-Ortsvereins, moderierte die Abschlusskundgebung. Am Ende der Veranstaltung bedankte er sich für den friedlichen Protest und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass man sich im nächsten Jahr nicht bei gleichem Anlass wieder sehe.