Mit einem Corona-Ausbruch hat derzeit das Pflegeheim St. Franziskus der Stiftung Haus Lindenhof in Heidenheim zu kämpfen. Eine Bewohnerin der Einrichtung in der Innenstadt kam vor zwei Wochen wegen einer anderen Erkrankung ins Klinikum. Dabei wurde die Infektion festgestellt, die bis zu diesem Zeitpunkt ohne Symptome verlaufen war, berichtet Clemens Wochner-Luikh, Wohnverbundsleiter der Stiftung Haus Lindenhof. Bei weiteren Tests wurden bis heute 15 Infektionen bei Bewohnern und drei bei Mitarbeitern festgestellt. Das Pflegeheim hat insgesamt 83 Bewohner.

Täglich Abstriche

„Wir sind sehr froh, dass es den Bewohnern relativ gut geht“, so Wochner-Luikh. Man stehe in intensivem Austausch mit dem Heidenheimer Gesundheitsamt und werde von diesem auch gut beraten, so der Mitarbeiter der Stiftung. Ins Pflegeheim gelangt sei das Virus offenbar über die Mitarbeiter. „Wir machen jetzt täglich Abstriche bei den Mitarbeitern“, berichtet der Wohnverbundsleiter. Die Bewohner werden direkt vom Gesundheitsamt getestet.

Keine Besucher

Die infizierten Bewohner sind isoliert worden, auch die betroffenen Wohnbereiche sind abgetrennt. Besuche seien derzeit im ganzen Haus nicht möglich, sagt Clemens Wochner-Luikh. Dies soll sich in der kommenden Woche ändern, zumindest in einem Bereich im Altbau des Hauses, der nicht von Corona betroffen ist. „Die Situation stellt eine große Belastung für die Bewohner und die Mitarbeiter dar“, so Wochner-Luikh.

Ab übernächster Woche komme einmal wöchentlich eine mobile Task-Force der Stiftung Haus Lindenhof ins Pflegeheim St. Franziskus, das Schnelltests für Bewohner und Besucher anbietet. „Wir dürfen nur noch Menschen mit einem negativen Corona-Test ins Haus lassen“, sagt der Wohnverbundsleiter. Deshalb wolle man Besuchern wenigstens einmal in der Woche die Gelegenheit zum Schnelltest kostenlos anbieten. Dieser gilt dann für 48 Stunden.

Impftermin im Januar

Ende Januar gibt es den ersten Impftermin für Bewohner und Mitarbeiter in St. Franziskus. Beim Personal sei die Impfbereitschaft zum Teil noch verhalten. „Die Mitarbeiter sind verunsichert, dafür habe ich großes Verständnis“, so Wochner-Luikh. Er baut aber darauf, dass sich die Einstellung zur Corona-Impfung bei vielen noch ändern werde. „Ich finde nicht, dass wir eine Impfpflicht für die Mitarbeiter brauchen.“

Coronafrei ist momentan das Hospiz Barbara, das ebenfalls von der Stiftung Haus Lindenhof getragen wird, räumlich und personell aber komplett vom Pflegeheim getrennt ist. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt Clemens Wochner-Luikh. Im Hospiz seien viele ehrenamtliche Mitarbeiter tätig, die beispielsweise Sitzwachen bei sterbenden Patienten machen. „Die Ehrenamtlichen kommen natürlich nicht ins Haus, wenn es akute Coronafälle gibt“, so der Wohnverbundsleiter.

In Heidenheim waren schon mehrere Pflegeheime von Corona-Ausbrüchen betroffen. 30 Bewohner und zwölf Mitarbeiter waren in der Brenzblick-Residenz in Mergelstetten mit dem Virus infiziert, eine Bewohnerin und eine Mitarbeiterin im Haus der Pflege des DRK, 29 Bewohner und 20 Mitarbeiter im Wohnstift Hansegisreute der Evangelischen Heimstiftung und 25 Bewohner und sechs Mitarbeiter im Awo-Pflegeheim im Eugen-Loderer-Zentrum.

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Stiftung Haus Lindenhof: Großer Träger in der Region


Die Stiftung Haus Lindenhof ist eine katholische Einrichtung, die von der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Caritasverband der Diözese 1971 als gemeinnützige GmbH gegründet wurde. 1986 wurde sie in eine kirchliche Stiftung umgewandelt. Die Stiftung betreibt Einrichtungen für Behinderte und Pflegeheime, zudem mobile Pflegedienste in Ellwangen und Schwäbisch Gmünd. Die zwölf Pflegeeinrichtungen befinden sich in der Region zwischen Heidenheim, Schwäbisch Gmünd und Göppingen. Auch das Hospiz Barbara gehört zur Stiftung Haus Lindenhof. Die Stiftung beschäftigt insgesamt rund 2100 Mitarbeiter.