Heidenheim / Michael Brendel Die CDU hat die Liste der Personen vorgelegt, die sich am 26. Mai um einen Sitz im Heidenheimer Gemeinderat bewerben. Einige amtierende Stadträte treten dann nicht mehr an.

Exakt 18 Wochen vor der Kommunalwahl hat sich die CDU als erste der Parteien bzw. Wählervereinigungen aus der Deckung gewagt und die Karten auf den Tisch gelegt. An der Spitze der Gemeinderatsliste steht die 43-jährige Betriebswirtin Petra Saretz, die im Oktober 2018 den Fraktionsvorsitz von Uwe Wiedmann übernommen hat. Es folgt der Rechtsanwalt und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Michael Kolb (44).

28 Namen auf der Liste

Auf die Listenplätze drei bis 28 gesetzt wurden bei der Nominierungsveranstaltung Sabine Skwara (67, Fachlehrerin), Heinz Schmauder (65, Malermeister), Petra Lange (54, Betriebswirtin), Dr. Stephan Bauer (44, Rechtsanwalt), Hildegard Müller (69, Sekretärin i. R.), Dr. Andreas Brosinger (44, Rechtsanwalt), Valerie Koch (45, examinierte Altenpflegerin), Christian Anghel (32, Center Manager), Jana Sanwald (27, Wirtschaftsjuristin), Michael Rieck (30, Wirtschaftsingenieur), Maike Wagner (55, Redaktionsleiterin), Marc Stubenvoll (32, Dipl.-Ingenieur), Julia Zeisberger (37, Managerin interne Unternehmenskommunikation), Marvin Scharle (26, selbstständiger Wirtschaftsinformatiker) Ruchika Christ (51, Hotelkauffrau), Kai Motzygemba (41, selbstständig) Heike Bruch (55, Senior Marketing Managerin), Peter Barth (54, kommunaler Suchtbeauftragter), Carmen Lindemann (53, Bankkauffrau), Sven Gustek (42, Niederlassungsleiter), Christiane Imdahl (58, Physiotherapeutin), Julian Widmann (34, Rechtsanwalt), Ute Ludwig (59, Betriebswirtin VWA), Nilcan Bati (56, Lagerist), Francesco Lombardo (57, Friseurmeister) und Lothar Gülpen (67, Studienrat i. R., Lehrbeauftragter).

In den Teilorten kandidieren mit Bruno Kinzler (64, Zimmermeister) und Fritz Weger (67, Stahlbauschlossermeister) die amtierenden Stadträte. Neu hinzu kommen in Großkuchen Martin Kawälde (40, Abteilungsleiter) sowie Jörg Maierhofer (51, Diplom-Ökonom) und Christian Ebel (44, Pricing Manager) in Oggenhausen.

Lange Kandidatensuche

Die auf dem Tisch liegende Liste ist das Resultat einer seit Ostern 2018 währenden Anstrengung. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, „denn der Vorstand hatte in diesen Monaten ein mächtiges Stück Arbeit zu leisten“, so Kolb. Zwar habe mancher von sich aus das Interesse bekundet, für die CDU anzutreten, darunter auch Parteilose. Darüber hinaus hätten aber viele weitere potenzielle Kandidaten angesprochen werden müssen. Dabei seien unter anderem Alter, Beruf, Stadtteile und Geschlecht zu berücksichtigen gewesen.

Vier kandidieren nicht mehr

Hatten bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren alle amtierenden CDU-Stadträte ihren Hut erneut in den Ring geworfen, so war die Ausgangslage jetzt eine andere: Schon vor einigen Monaten hatten Peter Gumper, Dr. Ulrike Hurler, Holger Sanwald und Uwe Wiedmann intern angekündigt, nicht wieder kandidieren zu wollen.

Dass es sich dabei nicht durchweg um „altgediente“ Ratsmitglieder handelt, hat Auswirkungen auf das Durchschnittsalter der Kandidatenriege: Von einem radikalen Umbruch kann nicht die Rede sein, eher von einer dezenten Verjüngung. Ohnehin stelle sich stets aufs Neue die Frage, räumt Kolb ein, „ob man aus wahltaktischen Gründen Senioren nominiert, weil die erfahrungsgemäß viele Stimmen bringen, oder aber als Investition in die Zukunft ganz bewusst auf jüngere Kandidaten setzt“.

Ziel: zusätzliche Sitze

Als großen Erfolg wertet Kolb, dass die CDU in der Kernstadt fast so viele Frauen (13) wie Männer (15) ins Rennen schickt. Gemeinsam sollen sie das von Kolb formulierte Ziel erreichen: Nach Verlusten bei den jüngsten Wahlen diesmal einen oder zwei Sitze hinzugewinnen. Aktuell entfallen auf die CDU deren elf, auf die SPD acht, auf Bündnis 90/Grüne und Freie Wähler jeweils sechs. Hinzu kommen drei fraktionslose Stadträte.

OB Bernhard Ilg betonte, wie wichtig es aktuell sei, die Unterschiede zu den anderen Parteien herauszuarbeiten. Er warnte vor populistischen Vereinigungen und rief zur Geschlossenheit auf. An die Kandidaten gewandt sagte er: „Mit jedem Sitz, den Sie erhalten, mit jeder Stimme, die Sie auf sich vereinen, verhindern Sie die inhaltsleere AfD.“ Das Wahlprogramm der CDU soll in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Kandidaten ausgearbeitet und dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Als zukunftsweisende Themen wurden bereits der Ausbau der Kinderbetreuung, das Zusammenleben der Generationen, die Neuauflage des Verkehrsentwicklungsplans, die Weiterentwicklung des Hochschul-Campus und des Brenzparks, die Erschließung von Wohn- und Gewerbebauplätzen, der Ausbau des Glasfasernetzes sowie Sicherheit und Ordnung genannt.

Kreistag: Ilg führt Liste an

Bei der Kreistagswahl tritt als Spitzenkandidat der CDU erneut der Heidenheimer Oberbürgermeister und Fraktionsvorsitzende Bernhard Ilg an. Auf den Listenplätzen 2 bis 22 folgen in dieser Reihenfolge Petra Saretz, Dieter Zeeb (69, Stadtkämmerer i. R.), Petra Lange, Dr. Stephan Bauer, Heike Bruch, Matthias Heisler (35, Fachbereichsleiter Familie, Bildung und Sport), Petra Zein (54, Verwaltungsfachwirtin), Fritz Weger, Valerie Koch, Christian Anghel, Julia Zeisberger, Holger Sanwald (51, Vorstandsvorsitzender), Ruchika Christ, Marvin Scharle, Josef Weber (66, Landmaschinenmechaniker i. R.), Kai Motzygemba, Raouf Al-Madani (21, Schüler), Bruno Kinzler, Sven Gustek, Nilcan Bati und Francesco Lombardo.