Heidenheim / Silja Kummer Die dreiwöchige Aktion in der Stadtkirche ging gestern zu Ende. Zum zwölften Mal wurde die Stadtkirche ein Ort der mittäglichen Begegnung, es wurden über 5000 Essen ausgegeben.

Mittags um 12 in der Vesperkirche muss es schnell gehen: Die drei Organisatorinnen Doris Müller, Waltraud Hörsch und Maria Konold-Pauli sind voll eingespannt in den Betrieb und haben nicht viel Zeit zum Plaudern. Auch gestern, am letzten Öffnungstag der Aktion, war die Kirche voll, rund 200 Menschen warteten auf ein warmes Mittagessen. Die Bedürftigkeit der Besucher liegt auf verschiedenen Ebenen: Bei manchen ist es die materielle Not, die sie dankbar für das günstige Essensangebot macht. „Die Stadt gibt in den städtischen Unterkünften Essensmarken für die Vesperkirche aus und viele kommen auch“, sagt Maria Konold-Pauli.

Andere sind wegen der Gemeinschaft da, die sie hier erleben können. „Mir hat ein älterer Besucher erzählt, wie dankbar er für die Gespräche ist“, berichtet Waltraud Hörsch. Gerade in der Winterzeit, wenn man nicht viel nach draußen kommt und weniger Menschen trifft, sei die Vesperkirche für viele alleinstehende Menschen eine willkommene Abwechslung.

Viele helfende Hände

Aber auch der Rückhalt in der Stadt für die Vesperkirche ist laut den Organisatorinnen groß: Zwar ist die evangelische Kirchengemeinde der Träger der Veranstaltung, aber auch katholische und neuapostolische Christen beteiligen sich rege. Jeden Tag sind 35 bis 40 freiwillige Helfer da, die in täglich neuer Zusammensetzung die Tische dekorieren, Getränke bereitstellen, die Gäste am Tisch bedienen und hinterher das Geschirr abspülen.

„Wir werden auch von der Stadt sehr unterstützt“, sagt Doris Müller. Es gibt Parkscheine für die Mitarbeiter, im Eichamt darf gespült werden, die Azubis kommen am Freitag zum Helfen. Auch die Volksbank und die Firma Tempus schickt junge Menschen als Helfer, die Bühlschule und die Robert-Bosch-Realschule unterstützten tatkräftig die Vesperkirche, es gibt Spenden von Privatpersonen und Firmen und zahlreiche Kuchenspenden. „Wir sind sehr dankbar für alle, die uns helfen“, so Doris Müller. Finanziell gebe es nie ein Problem, die Aktion zu stemmen. „Die Vesperkirche hat sich in Giengen einfach etabliert“, meint Waltraud Hörsch.

Und auch die drei Organisatorinnen sind mit Begeisterung dabei, auch wenn sie die drei Wochen mehr oder weniger durcharbeiten: „Uns würde etwas fehlen ohne die Vesperkirche“, sagt Maria Konold-Pauli. So lange sie gesundheitlich in der Lage sind, wollen sie die Aktion auch fortführen. „Wobei wir immer uns immer über junge Unterstützung freuen“, ergänzt Doris Müller.

Mehr als 5000 Essen wurden auch in diesem Jahr wieder ausgegeben, im Durchschnitt waren 200 Menschen täglich beim Essen in der Kirche. Die Mitarbeiter dürfen sich in der kommenden Woche noch auf ein Mitarbeiterfest freuen – dann werden sie zur Abwechslung einmal bekocht und bedient.