Giengen / Silja Kummer Seit einem Jahr werden die Giengener Krämermärkte von Michael Steinmüller organisiert, der auf ein attraktives und vielseitiges Warenangebot setzt.

Die Zukunft der Krämermärkte sieht Michael Steinmüller positiv: „Gut organisierte Märkte werden bestehen bleiben“, so der Fachmann. Wenn jedoch kein Wert auf attraktive Händler gelegt werde, würden die Märkte nicht mehr funktionieren. Für den Organisator der Giengener Krämermärkte heißt das: Höchstens zwei Händler mit demselben Warenangebot auf dem Markt, ein Angebot, das verschiedene Zielgruppen anlockt, und möglichst wenig Lücken in den Reihen der Händler. Seiner Ansicht nach klappt das in Giengen immer besser: „Wir haben zehn bis 15 Prozent mehr Händler als im Vorjahr“; sagt er.

35 bis 40 Stände

Steinmüllers VMV GmbH aus Neu-Ulm ist seit Anfang 2017 für die vier Krämermärkte pro Jahr in Giengen zuständig. Früher war das Ordnungsamt der Stadt tätig, seit 2011 hat die Verwaltung die Organisation an den Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute vergeben, der dafür eine pauschalierte Sondernutzungsgebühr bezahlte. „Das Problem war, dass die Verbandsmitglieder persönlich haftend waren“, berichtet Steinmüller. Deshalb wurde die Tätigkeit vor gut einem Jahr an seine GmbH weitergereicht. Die Stadt übernimmt lediglich noch die Verkehrsregelung und Straßensperrung für die Märkte.

Steinmüller hat Erfahrung: Er organisiert auch in Bad Wurzach fünf Krämermärkte pro Jahr und ist Veranstalter des jeweils zweitägigen Ulmer Frühjahrs- und Herbstmarktes sowie des Ulmer Volksfestes in der Friedrichsau.

35 bis 40 Händler erwartet er beim Matthäusmarkt am Samstag, 24. Februar, in Giengen. Viele davon seien Stammhändler, die immer da sind. Grundsätzlich müssen sich die Marktkaufleute vorher um einen Platz bewerben und dann auch das Standgeld im Vorfeld bezahlen. Trotzdem sei das nicht immer die Garantie dafür, dass der Händler am Markttag auch erscheint. „Zuverlässigkeit ist für mich aber ganz wichtig, sonst hat man am Markttag Lücken und muss zu viele Restplätze besetzen.“

Immer abhängig vom Wetter

Die frei gebliebenen Plätze werden am Markttag morgens um 7 Uhr vergeben, im Idealfall sollten dies nicht mehr als zwei bis fünf Stände sein. Denn das Problem ist für Steinmüller, dass das Angebot der Nachrücker eben nicht geplant ist, sondern sich spontan in den Markt einfügt. Wenn dann der dritte Sockenhändler kommt, ist das nicht ideal. „Die Händler sollen ja mit ihren Waren auch ein Geschäft machen“, sagt Steinmüller. Aus Sicht der Anbieter seien die Herbstmärkte meist attraktiver als die im Frühjahr, womöglich aufgrund der stabileren Wetterlage. „Aber das ist eben unser Schicksal, dass wir vom Wetter abhängig sind“, sagt Steinmüller, dessen Firma mit einem Süßwarenstand auch am Marktgeschehen teilnimmt. Rund die Hälfte der Händler, die in Giengen vertreten sein werden, kommen aus der Region. Manche von ihnen sind auch auf den anderen von Steinmüller organisierten Märkten vertreten. Bis zu 13 Markttage hat die VMV GmbH im Angebot. „Wir haben es geschafft, den Giengener Markt für Händler interessanter zu machen durch unsere anderen Märkte“, meint Steinmüller.

Keine Konkurrenz für die Läden

„Wir sehen uns nicht als Konkurrenz für die Einzelhändler“, sagt Steinmüller. Für ihn ist das temporäre Angebot in der Marktstraße eher ein Ereignis, durch das die Menschen in die Stadt gelockt werden. „Wir wollen auf gar keinen Fall gegen die Läden arbeiten“, sagt er.

Als Besonderheiten im Marktangebot sieht er beispielsweise einen Stand mit Haushalts- und Kurzwaren, darunter auch Bürsten. „Das findet man nicht unbedingt im Supermarkt“, so Steinmüller. Auch den großen Stand mit Tee und Gewürzen und fachkundiger Beratung dazu hebt er besonders hervor. Darüber hinaus werden am kommenden Samstag wieder alle möglichen Marktwaren wie Socken, Unterwäsche, Lederwaren, Schmuck und natürlich Süßigkeiten im Angebot sein.

Wann ist in Giengen Markt?

Viermal im Jahr findet in der Giengener Marktstraße ein Krämermarkt statt. Am kommenden Samstag, 24. Februar, beginnt die Saison mit dem Matthäusmarkt. Normalerweise finden Matthäusmärkte im September statt, da der Namenstag des Evangelisten Matthäus am 21. September (Herbstanfang) gefeiert wird.

Weitere Termine für Krämermärkte sind in Giengen in diesem Jahr am Donnerstag, 3.?Mai, Freitag, 7.?September, und am Montag, 29. Oktober.

Der Wochenmarkt, bei dem Lebensmittel aus der Region verkauft werden, findet jeweils mittwochs und samstags am Vormittag statt.