Giengen / Marc Hosinner Der Abriss des Kindergarten Lederstraße tung und der anschließende Neubau hätten schon starten sollen. Noch ist aber nicht klar, wo die Betreuung während der Bauphase stattfinden soll.

Herbst 2018: Spätestens beim Blick auf den Kalender wird klar, dass dies in der Vergangenheit liegt und somit das von der Stadt formulierte Ziel, in dieser Zeit mit dem Abriss des Kindergartens an der Lederstraße zu beginnen, nicht verwirklicht wurde. Schon im Frühjahr, so die ursprünglichen Pläne, sollte an selber Stelle mit dem Neubau einer zweistöckigen Einrichtung, die modernen Ansprüchen genügt, begonnen werden. Noch ist kein Bagger angerollt, noch spielen Kinder in der Einrichtung.

Den Terminplan gehörig durcheinander gewirbelt hat die noch nicht vollendete Suche nach einem Ort, an dem die Betreuung während der Abriss- und Bauphase stattfinden kann.

Bei der Suche nach einer guten Interimslösung rückte die LEA-Außenstelle im Ried (siehe Erklär's mir unten) in den Blickpunkt, die bekanntermaßen nie als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde.

Die Stadt stand mittlerweile schon vor einem Jahr in Gesprächen – mit dem Land oder auch dem Gesundheitsamt. Die LEA als Interimslösung ist noch nicht vom Tisch. Oberbürgermeister Dieter Henle sagt auf Nachfrage dazu: „Wir sind noch in der Prüfung, wo wir die Kinder während der Bauzeit betreuen werden. Am Thema Landeserstaufnahmestelle sind wir noch dran. Es geht dabei um die Kostenermittlung.“ Bei einer Nutzung als Kindertagesstätte seien dort Umbauten nötig. Dauere die Interimsphase länger als sechs Monate an, müssten, so Henle, die gleichen Standards im Interim vorgehalten werden wie in einer festen Einrichtung. „Man muss dann eben schauen, dass die Kosten für die Zwischenlösung nicht aus dem Ruder laufen“, so der Rathaus-Chef.

Liegt die Lösung in der Südstadt?

Wie Henle erklärt, sei auch – ohne positives Ergebnis – geprüft worden, ob der Neubau auf bislang unbebauten Grundstücken in der näheren Umgebung der Einrichtung an der Lederstraße möglich sei.

Miteinbezogen in die Überlegungen wird jetzt auch eine Einrichtung in der Südstadt: Der frühere Kindergarten St. Martin, der seit dem Umzug in den Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft leer steht, könnte als Alternative dienen. „Auch hier prüfen wir, ob das Sinn macht“, so der Oberbürgermeister.

Bei den Stellungnahmen zum Haushalt wenige Tage vor Weihnachten wurde die Verwaltung angehalten, in Bezug auf den Kindergarten Lederstraße das Tempo zu beschleunigen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Diemer-Bosch sagte: „Beim Neubau Kindergarten Lederstraße gibt es offenbar einen Stillstand, sowohl was den Standort anbetrifft als auch bei der Planung. Hier drängt die Zeit und wir verlieren immer mehr von dieser im wahrsten Sinne wertvollen Kinder-Zeit, wenn nicht alsbald eine Standortentscheidung getroffen wird.“

Es seien zugesagte Zuschüsse eingeplant. „Auf die brauchen wir nicht mehr zu warten. Wir könnten also mit der weiteren Planung sofort loslegen. Hinsichtlich des Ausweichquartiers sollte unserer Meinung nach neben der LEA auch alternativ der Kindergarten Heilbronner Straße diskutiert werden.“

Die Worte der Fraktionsvorsitzenden mündeten in den Antrag der CDU-Wählerblockfraktion, dass bis spätestens in der Februarsitzung dem Gemeinderat eine entsprechende Vorlage über den Standort und über das Ausweichquartier zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

Diemer-Bosch war nicht die einzige, die mahnte, Gas zu geben: „Es wäre wünschenswert, wenn die Planungen für den Kindergarten Lederstraße, die so schwungvoll begonnen und sich durch diverse Stolpersteine stark verlangsamt haben, wieder Fahrt aufnähmen“, so Alexandra Carle, Fraktionsvorsitzende von Unabhängigen/Grünen.

Oberbürgermeister Henle sagte jetzt: „Die Zeit läuft uns nicht weg. Die Mittel stehen und auch die gewährten Zuschüsse bleiben bestehen.“ Das Stadtoberhaupt geht davon aus, dass dem Giengener Gemeinderat noch im ersten Quartal des Jahres eine Lösung präsentiert werden kann.

Abriss und Neubau:

Kosten in Höhe von

vier Millionen Euro

Die Grundlage für die Pläne des neuen Kindergartens an der Lederstraße, der 74 Kindern Platz bieten soll, bildete die im Herbst 2017 eingeweihte Kindertagesstätte St. Martin bei der Bühlschule in der Giengener Südstadt.

Geplant ist, auf dem bisherigen Areal einen Neubau für vier Gruppen auf zwei Stockwerken zu errichten. Im Außenbereich, der 2000?Quadratmeter umfasst, sind ein Gartenhaus, ein Hochbeet, eine Hügelrutsche, eine Doppelschaukel und mehr vorgesehen.

Die vom Giengener n Architekt und Planer Uwe Kock erstellten Pläne sehen bei Bedarf zudem die Möglichkeit einer späteren Erweiterung des Lederstraßen-Neubaus vor.

Für den Abriss und den Neubau wurde Anfang 2018 mit Kosten in Höhe von etwa vier Millionen Euro gerechnet. Für den Neubau wurden der Stadt im vergangenen Jahr insgesamt 862?000?Euro an Zuschüssen zugesichert. moh