Giengen / Dieter Reichl Am Samstag ist wieder Entenrennen zwischen der Margarete-Steiff-Brücke und der Bleichebrücke. Zum zehnten Mal.

Es wird sicherlich wieder ein Spektakel werden jetzt am Samstag, wenn zum mittlerweile zehnten Mal auf der Margarete-Steiff-Brücke der Startschuss zum Entenrennen fällt. Wiederum werden bei voraussichtlich herrlichstem Sommerwetter rund 1000 nummerierte Gummienten in die Brenz plumpsen, kurz hin und her wackeln, und sich dann hurtig auf den rund 500 Meter langen Wasserweg zur Bleichbrücke machen, wo dann wenige Minuten später der Sieger in Empfang genommen werden kann.

Stadt und GHV gemeinsam

Seit dem ersten Mal wird das Rennen gemeinsam von Stadt und dem Gewerbe- und Handelsverein veranstaltet. 2010 wurde die Idee eines Entenrennens nach dem Vorbild aus anderen Städten von Nadine Petry entwickelt, die im damaligen Stadtmarketingverein sowohl für die Stadtverwaltung wie auch für den GHV arbeitete. Bei gemeinsamen Mittagspausen am Brenzufer, so erinnert sich heute noch Ellen Weiß vom städtischen Amt für Kultur, Sport und Tourismus, habe man gedacht, es wäre doch schön, wenn es so etwas in Giengen auch gäbe.

Und das gab’s dann auch, am 2. Oktober 2010 gab der damalige Oberbürgermeister Gerrit Elser den Startschuss. Nicht wie heute im Sommer, sondern damals zum Auftakt der Schwäbischen Woche und damals bei herbstlich kühlem und feuchtem Wetter. Ein sofortiger Erfolg gleichwohl, rund 500 Gummienten, damals noch von der Freiwilligen Feuerwehr von der Drehleiter aus in die Brenz befördert, schwammen um die Wette, beobachtet von einer stattlichen Zuschauerzahl an den Ufern des Flusses.

„Zunächst dachten wir, die Strecke ist ein bisschen kurz“, erinnert sich Ellen Weiß. Aber einen auch fürs Publikum besser zugänglichen Abschnitt des Flusses gab es nicht (und gibt es auch heute nicht), und so wurde die Strecke exakt gleich beibehalten. Auch dass das Rennen nur wenige Minuten dauert, vor allem wenn bei hohem Wasserstand die Brenz dort ganz besonders zügig fließt, sieht man längst nicht mehr als Nachteil an.

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Längst mit Rahmenprogramm

Was bei der ersten Austragung auch noch anders war als heute: Es gab keinerlei Rahmenprogramm. Das hat sich ab dem zweiten Rennen und der Verlegung in den Sommer geändert. Musik, Kulinarisches und weitere Angebote, etwa seitens der AOK oder in diesem Jahr mit dem Waldmobil, sorgen für einen kurzweiligen Aufenthalt am Skulpturenpark. Ab dem zweiten Rennen waren es dann auch jeweils um die 1000 Enten, die auf die Strecke geschickt wurden. „Das ist so geblieben“, so Ellen Weiß, mit dem Unterschied, dass vor ein paar Jahren stets sehr viele Lose für die Enten im Vorverkauf erworben wurden, und was jetzt ganz kurzfristig erst am Veranstaltungstag geschieht.

Auch gab es schon „Franziska-Freistil-Enten“, die zur Dekoration mitschwammen, die allerdings nicht gewertet wurden, weil sie innen kein Gewicht besitzen und somit andere Schwimmeigenschaften ausweisen als die gelben Rennenten. Auch jetzt am Samstag schwimmen Geburtstagenten mit. Mitschwimmen werden auch Mitglieder des Tauchclubs Kaulquapp, und nicht vergessen werden sollte die Mitwirkung der DLRG bei der Absicherung der Strecke.

Seit dem zweiten Jahr ist auch nicht mehr die Feuerwehr für die Startaufstellung auf der Margarete-Steiff-Brücke zuständig, sondern Klaus Schlumpberger seitens des GHV mit seinem Kran. Auch wartet Schlumpberger seither mit dem GHV-Vorsitzenden Thomas Nock im kalten Brenzwasser neoprengeschützt auf den Zieleinlauf, um die Enten aus dem Wasser zu fischen und die Sieger festzustellen.

2016 wurde zusätzlich zum Hauptrennen auch ein Freestyle-Rennen ins Leben gerufen, bei dem Kinder ihre Lieblings-Schwimmtiere in die Brenz werfen. Mit wachsendem Zuspruch: Im vergangenen Jahr reichte das Geländer auf der Startbrücke kaum mehr aus, um alle Teilnehmer aufstellen zu können. Deutlich erhöht hat sich auch die Zahl der Preise: anfangs 30, sind es unterdessen dank der Spendenbereitschaft des GHV 60.

Auf Pause verzichtet

„Schon erstaunlich, was aus dem Entenrennen wurde“, so Ellen Weiß. Man habe auch schon darüber nachgedacht, ob man mal aussetzen solle, um nach einer Pause wieder für mehr Attraktivität zu sorgen, habe dafür dann aber angesichts des anhaltenden Erfolgs doch keine Veranlassung gesehen. So wird also weiterhin jährlich geschwommen.

Und so dürfen am Samstag um 14 Uhr alle gespannt auf Oberbürgermeister Dieter Henle blicken, ob diesmal nach dem Countdown der Start beim ersten Versuch klappt. Im vergangenen Jahr hat’s geklemmt, die Kiste mit den Enten öffnete sich nicht. Ein zweiter Startschuss wurde nötig, dieser Start war dann dafür wie aus dem Bilderbuch.

Startschuss am Samstag um 14 Uhr

Für die zehnte Austragung des Entenrennens am Samstag wird Oberbürgermeister Dieter Henle Punkt 14 Uhr den Startschuss auf der Margarete-Steiff-Brücke geben. Lose für die Rennenten sind an diesem Tag noch von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr beim Skulpturenpark erhältlich. Der Reinerlös kommt in diesem Jahr der Stadtranderholung der katholischen Kirchengemeinde zugute. rei