Hürben / Thomas Grüninger Vereinschefin Ulrike Brender-Nothnick setzt im Jahr eins nach Eduard Geisser auf ein eingespieltes Team, ab 2020 soll das Vorstandsgremium aus vier statt zwei Personen bestehen.

Nach dem plötzlichen Tod von Eduard Geisser im vergangenen November soll das Geschehen rund um die Hürbener Höhlenerlebniswelt reibungslos weitergehen. „Die Charlottenhöhle war seine Heimat, er war unser Ideengeber“, sagt die vor Kurzem zur Vorsitzenden des Höhlen- und Heimatvereins gewählte Ulrike Brender-Nothnick.

Damit das laufende Geschäft unvermindert weitergeht, setzt sie auf ein „gut funktionierendes Team“, das aus rund 80 Aktiven besteht. Die Zahl der Teilzeitkräfte (in früheren Zeiten wurde nur auf Minijob-Basis gearbeitet) nehme trotz saisonaler Befristung zu. Um die wachsenden Aufgaben mit steigenden Besucherzahlen in bewährter Weise bewältigen zu können, soll die Last in der Vorstandschaft nach der nächsten Mitgliederversammlung aber von zwei auf vier Köpfe verteilt werden.

Interesse ist ungebrochen

„Wir haben uns im Februar zu einer Klausur getroffen und uns auf eine neue Struktur in der Vereinsführung geeinigt. Bis zur nächsten Mitgliederversammlung soll eine Satzungsänderung vorbereitet werden“, berichtet Ulrike Brender-Nothnick. Diese Vorstandserweiterung sei notwendig, „weil keiner von uns die Möglichkeit hat, täglich so präsent zu sein wie das Eddy Geisser war“.

Das Interesse an Höhle, Schauland, Höhlenhaus und Umgebung sei ungebrochen groß. Im vergangenen Jahr besuchten über 39 000 Besucher die Tropfsteinwelt. Mit über 17 000 Gästen wurde im Erlebnismuseum Höhlenschauland ein Superwert erzielt (im Vorjahr waren es noch rund 14 000 gewesen). „Wir können uns mit großen Museen messen“, freut sich Brender-Nothnick.

Höhlenwelt als Ausflugsziel

Wie viele Besucher vornehmlich an sonnigen Tagen die Außenanlagen beim Höhlenhaus besuchen, lässt sich nur erahnen. „Es werden geschätzt aber mindestens viermal so viele sein wie in Höhle und Schauland zusammen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Auch die neue Freiluftsaison hatte trotz des eher mäßigen Wetters zum Frühlingsbeginn bereits einige positive Ausreißer.

Am 1. Mai und an Karfreitag etwa war die Hürbener Höhlenwelt ein beliebtes Ausflugsziel. Zu den jüngsten Jahrgangstreffen über Pfingsten ließen es sich die 40er- und 75er-Jubilare nicht nehmen, in Hürben zu feiern, wozu eigens Zelte und Pavillons errichtet wurden.

Nächstes Vorhaben: ein neuer Eingangsbereich

Immer wieder gibt’s Erweiterungen oder Verbesserungen rund um Höhle und Höhlenhaus. So wurde in den vergangenen Jahren eine Ladestation für E-Bikes und ein Reparaturservice für Radfahrer eingerichtet oder ein neues Kühlhaus gebaut. Nächstes großes Vorhaben ist die Neugestaltung des Eingangsbereichs an der Höhle mit dem noch aus den Fünfzigerjahren stammenden Kassenhäuschen, dem Bau einer Besuchertoilette, überdachtem Wartebereich, Aufenthaltsraum für Höhlenführer und Kassierer zum Aufwärmen an kühlen Tagen und einem Geräteraum.

Hochtrabende Neuerungen, wie etwa ein Freizeitpark, sind hingegen für Hürben Utopie. „Uns ist es sehr wichtig, dass alle Anlagen naturnah in Erscheinung treten“, betont Ulrike Brender-Nothnick und schließt damit jeglichen künstlichen Rummel aus. Auch beim Bau des Kleinkinderspielplatzes vor eineinhalb Jahren wurden ausschließlich Naturmaterialien verwendet.

Win-win-Situation

Stattdessen setzt man weiter auf kostenneutrale oder zumindest günstige Synergieeffekte. So forschen seit Jahren Studenten der Uni München in und an der Höhle. Andernorts werde für die Forschungsarbeit viel Geld ausgegeben. „Bei uns ist das eine Win-win-Situation“, sagt Ulrike Brender-Nothnick, „wir erfahren viel Neues und die Studenten haben die Möglichkeit, zu forschen. In der Charlottenhöhle gibt es auf jeden Fall noch viel zu entdecken.“

Auch 2019 ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm

Um den Betrieb rund um die Höhle zu finanzieren, organisiert der rund 260 Mitglieder große Höhlen- und Heimatverein Hürben immer wieder auch Benefizveranstaltungen. So wird am 22. Juni die BSH-Big-Band ein Konzert am Höhlenhaus geben (Eintritt frei, um Spenden wird gebeten).

Wiederkehrende Veranstaltungen sind 2019 die Sinnesführungen in der Höhle (13. Juli, 28. September, 19. Oktober), Steinzeittage am Höhlenhaus (31. August/1. September), ein Weißwurstfrühstück mit dem Musikverein Burgberg (21. Juli) und ein Herbstzauber im Höhlenhaus mit Flohmarkt (12. Oktober).

Auch ohne Zusatzprogramm finden sich täglich zur Mittagszeit Besucher am Höhenhaus ein. Vor allem die Tagesessen, die donnerstags und freitags angeboten werden, würden sehr gut nachgefragt, berichtet Höhlenhaus-Abteilungsleiterin Bärbel Haschka: „Wir haben auch viele Stammgäste.“ Gefragt sei das Höhenhaus zudem als Ort für Feiern, Seminare und Vorträge. tog