Ein Kinderfest wie das Giengener schüttelt man nicht so einfach aus dem Ärmel. Erst die Menschen machen es zu dem, was es ist – und sie zeigen bei der Vorbereitung vollen Einsatz. So wuselte es am Pfingstmontag nur so im Kindergarten St. Martin, in dem interessierte Eltern die Möglichkeit hatten, Blumenkränze für oder mit ihren Kindern zu binden. „Manche Mamas haben aber auch einen für sich selbst gemacht“, verrät Sylvia Bredl.

Großer Andrang: Fast 100 Kränze wurden am Tag vor dem Kinderfest gemeinsam gebunden.
Großer Andrang: Fast 100 Kränze wurden am Tag vor dem Kinderfest gemeinsam gebunden.
© Foto: Sylvia Bredl

Sie ist eine der zehn Organisatorinnen des Kranzbindens in diesem Jahr, auf der Liste konnte sie am Ende sehen, dass fast 100 Kränze zusammengekommen waren. „Möglich ist das nur durch die Blumen der Gärtnerei Heimann, und der Erlös geht an den Kindergarten. Letztes Mal reichte der Betrag für eine Spielküche“, erklärt Bredl. Besonders hoch im Kurs standen die Farben Lila und knalliges Orange, wie die Helferinnen wussten.

Aus losen Blumen wurden schicke Kränze für die Kinder – und die Mamas.
Aus losen Blumen wurden schicke Kränze für die Kinder – und die Mamas.
© Foto: Nadine Rau

Bredl übrigens kennt sich nicht nur mit dem Kranzbinden aus. 2018 gehörte sie zum 40er-Jahrgang, der die Polonaise im Tanzkreis auf dem Schießberg tanzen „muss“ – eine Tradition, die dieses Jahr fast nicht zustande gekommen wäre. „Ich bekam Gänsehaut, als ich in der Zeitung gelesen habe, dass das dieses Jahr ausfällt. In unserer Gruppe von damals ging es richtig ab und wir haben im Rathaus Bescheid gegeben, dass wir es übernehmen können“, erzählt Bredl.

Letztlich wird die Unterstützung der „Erfahrenen“ gerne in Anspruch genommen, für den Tanz gefunden haben sich aber tatsächlich noch 40er aus den Jahrgängen 1980/81 und 81/82, Nina Kollas aus Berlin und ihre Schulfreundin Beate Kniel aus Giengen haben das zusammen auf die Beine gestellt.

Für den Tanz haben sich alle, die mitmachen, sogar ein Video zur Vorbereitung angesehen.
Für den Tanz haben sich alle, die mitmachen, sogar ein Video zur Vorbereitung angesehen.
© Foto: Nadine Rau

Am Pfingstmontag hat sich die Gruppe am Hasenloch getroffen – fürs gemütliche Beisammensein auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch dafür, um sich in einem großen Festzelt auf Leinwand Videos vom Tanz anzusehen. „Jeder, der das heute Nacht noch mal üben will, kann die Videos gerne aufs Handy haben“, so Kniel schmunzelnd. Grinsen auch unter den 40ern im Zelt, außerdem Getuschel: „Ich versuche einfach, das zu machen, was der vor mir macht.“

Das Offene Liedersingen auf dem Kirchplatz der Stadtkirche zum Einstimmen auf das Kinderfest.
Das Offene Liedersingen auf dem Kirchplatz der Stadtkirche zum Einstimmen auf das Kinderfest.
© Foto: Markus Brandhuber

Wenig später gab es in Giengen ein Bild, das es lange nicht mehr gegeben hat auf dem Kirchplatz. Beim Offenen Liedersingen, das traditionell am Pfingstmontag vor dem Kinderfest stattfindet, kamen viele Giengenerinnen und Giengener, darunter mehrere Jahrgänge, zusammen. Unter der Leitung von Ulrich Meier sangen sie unter anderem „Horch, was kommt von draußen rein“ oder, angesichts des Ukraine-Kriegs, das Antikriegslied „Zogen einst fünf wilde Schwäne“.

Das Wetter tat genau das, was es sollte – auch schon vorab beim Standkonzert des Musikvereins Stadtkapelle unter der Leitung von Hannes Färber.

Letztlich kommt es jetzt nur noch auf eines an: dass das Wetter auch am Dienstag noch hält. Mehr Einsatz zeigen konnten die Giengenerinnen und Giengener jedenfalls nicht.

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