Giengen / Thomas Grüninger Nachdem jahrelang nur das Notwendigste gemacht wurde, erarbeitete die Stadt jetzt eine Spielflächenleitplanung. Hürbens Dorfmitte soll einen Platz für Kinder und Senioren erhalten.

Familienfreundliche Kommune: Diesen Anspruch will die Stadt Giengen mit neuem Leben erfüllen. Dazu gehört auch die Vorhaltung öffentlicher Spielflächen für Kinder und Jugendliche. In diesem Bereich gibt es durchaus Nachholbedarf, wie auch Oberbürgermeister Dieter Henle bekräftigt: „In den finanziell knappen Jahren hatte man ausschließlich sichernde Maßnahmen durchgeführt. Die Folge war ein Substanzverzehr, der in den kommenden Jahren wieder aufgelöst werden muss“, so der OB.

Auch Michael Fedchenheuer, Sachgebietsleiter für Grünflächen und Friedhöfe im Tiefbauamt der Stadt, sieht erhöhten Aufrüstungsbedarf. „Man muss aber gleichzeitig auch sagen, alle Spielplätze sind verkehrssicher“, betont er. Es gehe darum, die Attraktivität wieder zu erhöhen.

Die insgesamt 23 städtischen Spielplätze sollen in den kommenden Jahren auf Vordermann gebracht und mit zeitgemäßen Spielangeboten bestückt werden. Die Stadt hat entsprechend eine Spielflächenleitplanung initiiert.

„Ziel ist es, öffentliche Spielflächen für Kinder und Jugendliche in ausreichender Anzahl, geeigneter Lage, ausreichender Größe und in bedarfsgerechter Ausstattung bereitzustellen“, umschreibt OB Henle das Vorhaben.

Im ersten Schritt sei deshalb die aktuelle Spielplatzsituation erfasst worden. Ein externes Planungsbüro habe die vorhandenen Spielflächen bewertet. Das Besondere an der Aktion war aber auch, dass sich die eigentlichen Nutzer (Kinder, Jugendliche und Eltern) zur Gestaltung der Plätze äußern durften.

Fragebogen in Kitas und Schulen

Dazu wurde ein breit angelegter Fragebogen in allen Kindertagesstätten und Schulen ausgelegt. Zudem konnte man einen Termin im Tiefbauamt vereinbaren, um seine Ideen weiterzugeben. Kinder wurden beispielsweise gefragt, welches ihr Lieblings-Spielplatz in der Stadt ist oder welche Geräte sie sich wünschen.

Die Beteiligung der Familien, Eltern, Kinder und Jugendlichen bezeichnete Henle als rege: „Uns als Stadt ist das sehr wichtig.“ Auch Michael Fedchenheuer freute sich über das hohe Maß an Meinungsäußerungen. Es seien rund 120 Rückläufe eingegangen.

Die Ergebnisse wurden nun ausgewertet. Inwiefern sich Wünsche und Anregungen der Beteiligten verwirklichen lassen, will die Stadt dann erst bei den Sitzungen des Ausschusses für Umwelt, Planung und Technik (UPT) am 30. Januar und am 13. Februar vor dem Gesamt-Gemeinderat mitteilen.

Etwas passiert ist bereits beim Spielplatz in den Salztrögen. Im Sommer vergangenen Jahres gab es eine gemeinsame Aktion der Volksbank Brenztal und der Heidenheimer Zeitung, die in Zusammenarbeit mit der Giengener Stadtverwaltung jeweils neue Spielgeräte finanzierten.

Unter der Frage „Welcher Spielplatz in Giengen soll schöner werden?“ durften Bürger unter vier Plätzen auswählen. Mehrheitlich entschieden sie sich für den Spielplatz in den Salztrögen, der daraufhin mit einem neuen Klettergerüst und einer Abliege bestückt wurde.

Nach gut drei Wochen Abstimmung liegt der Spielplatz in den Salztrögen vorne und soll nun unter anderem ein neues Klettergerüst bekommen.

Damit sei ein Anfang gemacht. Wie Fedchenheuer wissen ließ, sollen aber noch ein neuer Sandkasten und eine Rutsche folgen. Im angrenzenden Baugebiet Alpenblick ist zudem eine weitere Spielfläche geplant.

Die beiden unweit voneinander liegenden Plätze sollen dabei unterschiedliche Altersklassen berücksichtigen. Während im einen Fall die kleinen Kinder bedient werden, sollen im anderen Fall Kinder ab vier Jahren aufwärts ein passendes Spielangebot vorfinden.

Erlebnisplatz am „Anlägle“

Auch die Giengener Innenstadt soll für Eltern mit Kindern diesbezüglich attraktiver werden. So ist geplant, beim „Anlägle“ am unteren Ende der Marktstraße 2021 einen Erlebnisspielplatz zu realisieren.

Das Vorhaben ist Teil des Tourismuskonzeptes, das Familien, die das Steiff-Museum besuchen, einmal über einen Holzskulpturenpark zum „Anlägle“ führen soll.

Auch Hürbens Dorfmitte soll einen Spielplatz erhalten. Auf Antrag des CDU-Wählerblocks wurde die Realisierung eines Spielplatzes bei der Schule, der sowohl für Kinder als auch für Erwachsene beziehungsweise Senioren Angebote bereithält, noch in die Spielflächenleitplanung aufgenommen.

Sitzbänke, Fitness-Geräte und Spielangebote für Kinder

Im Stadtteil Hürben gibt es zwar beim Höhlenhaus eine Spielmöglichkeit für Kinder, die von den Angeboten her von vielen Besuchern als mustergültig gesehen wird. In der Dorfmitte fehlt aber noch ein Spielplatz.

Bis 2021 soll nun ein Platz an der Schule entsprechend aufbereitet werden. Dabei sollen nicht nur Kinder mit Spielangeboten auf ihre Kosten kommen, auch Erwachsene bzw. Senioren sollen hier mit neuen Sitzbänken und Fitness-Geräten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung vorfinden.

Einem Antrag der CDU-Wählerblock-Fraktion, diesen Platz zu realisieren, stimmte der Gemeinderat zu. Damit wurde das Projekt nachträglich noch mit in die Spielflächenleitplanung aufgenommen.

Für die Realisierung dieses Platzes für Jung und Alt werden rund 100 000 Euro benötigt. Die Planung soll 2020 vorgestellt und 2021 vollzogen werden. tog