Giengen / Von Nadine Rau In der Hohenmemminger Gemeindehalle tanzen seit mehreren Wochen einige Mitglieder der Landjugend um die Wette. Sie wollen ihre Kenntnisse auffrischen, um bei Festen mehr Spaß zu haben.

Das gängigste Hobby von Jugendlichen sind Standardtänze heute sicher nicht mehr. Anders sieht es allerdings bei der Hohenmemminger Dorfjugend aus, bei der Musik und Tanz groß geschrieben wird. Die Mitglieder der Landjugend sind immer auf der Tanzfläche zu finden, wenn es einen entsprechenden Anlass dafür gibt.

Den eigenen Dorfabend zum Beispiel, Dorfabende anderer Landjugenden, private Feiern oder große Events wie der Sachsenhausener Dorffrühling – wie die Vorsitzende Stephanie Pflanz aufzählt. Kein Vergleich zu früheren Zeiten zwar, aber immerhin.

„Auf den Festen ist uns immer mehr aufgefallen, dass wir nicht auf demselben Stand und nicht im Einklang sind“, erzählt Pflanz. Daher sei die Truppe auf die Idee gekommen, ihre Kenntnisse aufzufrischen. „Die einen konnten schon mehr, die anderen weniger. Aber wir gehen eben meistens zusammen weg“, so die Vorsitzende. Das Gute daran: Die Landjugend kann den Kurs finanzieren.

Über eines der Mitglieder in der Landjugend kam der Kontakt zu einer Tanzlehrerin zustande, Birgit Kerker aus Gundelfingen. Seit der ersten Novemberwoche bringt sie nun in der Gemeindehalle den Tanzwilligen die Schritte bei. 16 Paare sind es an der Zahl – die meisten Tänzer sind in der Landjugend, ein paar Tanzpartner von außerhalb sind noch dazugekommen. „Wir hatten in unserer Gruppe gefragt, wer Interesse hat – und die 16 Paare hatten sich gleich angemeldet. Es gab auch keine Probleme, genügend Männer zu finden“, weiß Pflanz, die selbst mittanzt.

Discofox ist der Lieblingstanz

Am liebsten ist ihr, wie den meisten anderen Tänzern auch, der Discofox. Jetzt habe sie mit ihrem Tanzpartner verschiedene Figuren erlernt. Mit auf dem Programm standen aber auch der Wiener Walzer, der Walzer, der Italo Fox und der Jive. Selbst ausgefallenere Tänze wie der Batchata, der in den 60er Jahren als eine Form des kubanischen Boleros entstanden ist und der in Deutschland, wie die Tanzlehrerin Kerker weiß, oft nur Ciabatta genannt wird, wurden in der Gemeindehalle geübt.

Getanzt wird meist auf ältere Lieder, die der Landjugend gar nicht unbedingt ein Begriff sind, ab und an mischen sich aber auch neuere darunter.

Am meisten Schwierigkeiten entstehen dadurch, dass sich die Mädels nicht so recht von ihren Tanzpartnern führen lassen wollen. „Aber die Jungs müssen das auch üben“, sagt Pflanz schmunzelnd. Ab und an lässt die Lehrerin während der Lieder die Tanzpartner wechseln, sodass jeder mal mit jedem tanzt.

Neben den bloßen Schrittfolgen ging es im Tanzkurs auch darum, auf engem Raum zurechtzukommen. Alle Paare sollten deshalb nur im vorderen Drittel der Halle tanzen – um bestens für ihre Auftritte gerüstet zu sein.