Giengen / Silja Kummer Schon sehr weit fortgeschritten ist der Bau der Behindertenwerkstatt, die im Auftrag der Lebenshilfe im Ried entsteht. Im September ist das Richtfest für den 6,5 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex geplant.

Im November vergangenen Jahres fand der Spatenstich in den Steinwiesen statt, nun ist das Richtfest bereits in Aussicht. Dank der milden Witterung kann Lebenshilfe-Geschäftsführer Kurt Wörrle von einem guten Fortschritt am Neubau berichten. Die Wände der Gebäude stehen weitgehend, sie wurden vor Ort aus Beton gegossen. „Der Rohbau ist fast abgeschlossen, als nächstes kommen die Träger und Dächer“, sagt er. Wenn dann die Fenster eingesetzt sind, kann über den Winter der Innenausbau vonstatten gehen. Mit der Fertigstellung rechnet Wörrle im Mai oder Juni 2015. Das Richtfest, zu dem auch alle behinderten Mitarbeiter der Lebenshilfe eingeladen werden, soll – damit der Termin nicht in die Sommerferien fällt – Mitte September stattfinden.

In dem neuen Gebäudekomplex, der drei Werkstätten und einen Förder- und Betreuungsbereich vorsieht, sollen 72 Behinderte arbeiten. Darüber hinaus werden zwölf Menschen mit schwereren Behinderungen und höherem Betreuungsbedarf den Förder- und Betreuungsbereich besuchen. „Dort versuchen wir, nicht werkstattfähige Mitarbeiter an die Arbeit in der Werkstatt heranzuführen“, erläutert Wörrle. Außerdem gibt es bei der HWW GmbH, deren Träger die Lebenshilfe ist, auch sogenannte Außenarbeitsplätze in Betrieben. „Wenn es möglich ist, vermitteln wir auch Mitarbeiter in den ersten Arbeitsmarkt“, sagt Wörrle.

256 Menschen arbeiten derzeit in den Werkstätten der HWW in Heidenheim, weitere 50 Behinderte besuchen den Förder- und Betreuungsbereich.

Die Mitarbeiter, die in den neuen Werkstätten in Giengen arbeiten sollen, sind auch jetzt bereits in Heidenheim beschäftigt. „Der Neubau in Giengen hat zwei Ziele: Dezentralisierung und wohnortnahe Betreuung“, sagt der Lebenshilfe-Geschäftsführer. Es werden also in Giengen diejenigen Behinderten einen Arbeitsplatz bekommen, die auch in Giengen, Herbrechtingen oder im Unteren Brenztal wohnen. In Heidenheim kann die Lebenshilfe nach Fertigstellung des Giengener Neubaus die angemietete Halle im Voith-Ausbildungszentrum im Haintal räumen, dessen Nutzung nach dem Umzug der Voithausbildung in die Innenstadt offen ist.

Momentan beginnen in den Heidenheimer Werkstätten schon die Vorbereitungen für den Umzug nach Giengen. „Wir versuchen das mit möglichst wenigen Irritationen für die behinderten Mitarbeiter zu schaffen“, sagt Wörrle. Es gelte nicht nur zu klären, welche Behinderten künftig in Giengen arbeiten werden, sondern auch, wer vom Personal der HWW umzieht. Insgesamt zehn Fachkräfte sollen in den Werkstätten und im Förder- und Betreuungsbereich tätig sein, dazu kommt noch Personal für die Küche.