Giengen / Dieter Reichl Giengen bleibt Fairtrade-Stadt. Die Urkunde zur Bestätigung der Rezertifizierung ist im Rathaus eingetroffen.

Eine neue Urkunde kann ab sofort im Foyer des Rathauses bewundert werden. Darauf wird bestätigt, dass Giengen alle Kriterien der Kampagne Fairtrade-Towns erfüllt, damit weiterhin Fairtrade-Stadt bleibt und auch weiterhin mit dieser Auszeichnung für sich werben kann. Aus Anlass der Rezertifizierung erläuterten Mitglieder der Steuerungsgruppe bei Oberbürgermeister Dieter Henle ihre künftigen Pläne, mit dem Ziel, die Idee eines fairen Handels in der Bevölkerung weiterhin wachzuhalten.

Seit 2013 bereits trägt Giengen den Titel Fairtrade-Stadt. Im Text der Urkunde wird der Kommune bescheinigt, dass sie damit ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt setzt, indem sie dazu beiträgt dass durch faire Handelbeziehungen benachteiligten Produzentengruppen im Süden zu einem verbesserten Einkommen verholfen wird.

Mehr als faire Lebensmittel

OB Henle gratulierte zur erneuten, in regelmäßigen Abständen fällig werdenden Zertifizierung, und ermunterte die Steuerungsgruppe, „dranzubleiben“. Die Aktion sei in der Gesellschaft verankert, weit über das Thema des „fairen Kaffeetrinkens“ und weiterer Lebensmittel hinaus. Auch die Stadt selbst tue etwas, jetzt etwa bei der Neugestaltung von Rathausplatz und Marktstraße, indem als Rohstoff Granit aus heimischer Produktion und nicht etwa aus Fernost verwendet werden soll und sich der Gemeinderat damit gegen Kinderarbeit und für faire Löhne ausspricht.

Seitens der Steuerungsgruppe erinnerte Elisabeth Steffel daran, dass es seit zehn Jahren Fairtrade-Städte in Deutschland gebe, dass damals Saarbrücken die erste war und Giengen sich bereits 2013 als damals 144. Fairtrade-Stadt dazugesellte. Unterdessen gebe es in Deutschland 592. Als großen Erfolg sieht sie, dass in Supermärkten und Läden unterdessen Fairtrade-Lebensmittel eine Selbstverständlichkeit seien. „Die Produkte gibt’s in jedem Laden.“ Es gelte, die Aktion immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Da der Gedanke des fairen Handels mittlerweile sehr stark in Schulen sowie in der Kinder- und Jugendarbeit verankert sei, verbreite sich die Aktion unterdessen sehr stark über moderne Medien wie Facebook oder Instagram. Sie erinnerte daran, dass die Parkschein-Aktion, als im vergangenen Advent Autofahrer für korrektes Parken als Dankeschön einen „süßen Strafzettel“ unterm Scheibenwischer vorfanden, sehr stark über Facebook verbreitet und kommentiert wurde. „Damit werden viele Leute erreicht“, sagte sie. OB Henle konnte bestätigen, dass die Resonanz sehr positiv war.

Einfach und effektiv

Ähnlich sollen Aktionen auch in Zukunft verlaufen, die wegen der nicht vorhandenen Finanzmittel der Steuerungsgruppe auch sehr kostengünstig sein müssten. OB Henle sagte Unterstützung zu, etwa indem über den Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter oder über den GHV Kontakte vermittelt und Sponsoren gefunden werden könnten.

Weil das Thema Lebensmittel unterdessen etabliert ist, will man mehr in die Richtung Kleidung gehen, sagte Elisabeth Steffel. Eine bereits anderswo erfolgreiche Aktion sieht man auch für Giengen als machbar an, nämlich „faire Lätzchen“ für neugeborene Giengener. Diese würden täglich verwendet und führten schon von jung an an die Aktion heran.

Um Fairtrade ein Gesicht zu geben, sei auch eine Plakataktion denkbar, etwa mit den neuen Stadträten. „Es braucht nicht immer die Mega-Großaktion“, so Steffel, es sei aber einfach wichtig, auch mit kleinen Aktionen immer mal wieder Neues zu probieren. Insofern sieht sie auch die alle drei bzw. zwei Jahre anstehende Rezertifizierung nicht als Schikane, sondern als durchaus sinnvoll an, diene sie doch auch dazu „sich selber zu überprüfen.“ Auch diese Rezertifierung geht im Übrigen mit der Zeit und erfolgt online mit der Angabe der erfolgten Aktionen und einer stichprobenartigen Überprüfung durch den in Köln ansässigen Hauptverein. „Auch wenn es vielleicht nicht sonderlich spektakulär war, was wir zuletzt getan haben, so kam unterm Strich doch einiges zusammen“, so Elisabeth Steffels Fazit.