Giengen / Dieter Reichl Erstmals nach fünfjährigem Fernbleiben ist der Giengener Plüschtierhersteller wieder in Nürnberg mit einem sehenswerten Neuheitenstand vertreten.

Fünf Jahre sind vergangen, seit Steiff zum letzten mal mit einem Stand auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vertreten war. Was damals einige Aufregung verursacht hat, dass nämlich eines der Gründungsmitglieder die traditionsreiche Fachmesse einfach links liegen ließ, ist unterdessen Vergangenheit. „Steiff gehört hierher“, sagte der Geschäftsführer der Margarete Steiff GmbH, Daniel Barth, denn auch bei der Neuheitenpräsentation am ersten Messetag auf dem Steiff-Stand.

Unterdessen ist der Stand von Steiff von Halle A in Halle B umgezogen, von der Fläche her etwas kompakter, besitzt aber diesmal ein Obergeschoss. Dieses erste Stockwerk, das einen Blick in die darunter liegende Neuheitenschau erlaubt, ist in erster Linie für die Sammler eingerichtet, die Baby- und Kindersachen finden sich auf der unteren Ebene.

Der Blickfang allerdings, der selbst noch die beweglichen Eisbären und Pinguine im Eingangsbereich überragt, ist der riesenhafte Teddybär im hinteren Bereich des Stands. Fünf Meter hoch (allerdings aufblasbar) und damit laut Steiff-Geschäftsführer Daniel Barth „der größte Teddybär der Welt“, erfüllt er seinen Zweck sicherlich darin, alle Blicke auf sich zu ziehen. Was spielend gelingt.

Steiff ist also seit 2012 erstmals wieder auf der Nürnberger Spielwarenmesse vertreten, und Geschäftsführer Barth lässt keinen Zweifel daran, dass er sich darüber freut. „Steiff gehört hierher“, sagte er. Allein schon das Selbstverständnis als Gründungsmitglied der Spielwarenmesse spreche dafür. Es sei wichtig, präsent zu sein.

Marke weiterentwickelt

Steiff wolle sich einem breiten Publikum zeigen und ein Signal setzen, dass sich die Marke in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht weiter entwickelt habe. Hierfür diene die Messe als Forum. Nicht zuletzt wolle sich Steiff internationaler aufstellen. Ein klares Zeichen wolle man setzen, dass Steiff verstärkt zurück in die Kinderzimmer wolle, dass für die Firma Babys und Kleinkinder ganz klar im Zentrum stehen.

Was die Messe auch bietet: die Teddys, Eisbären oder Kamele können von den Besuchern des Standes, in erster Linie natürlich die Händler, angefasst und befühlt werden, was bei Plüschtieren ja ein wichtiges Element darstellt. Und was virtuell und durch einen Auftritt im Internet natürlich nicht möglich ist. Barth: „Mit dem Internet können Sie nicht kuscheln.“

Über den Verlauf des ersten Messetags am Mittwoch zeigte sich Barth denn auch zufrieden: der Steiff-Stand sei kontinuierlich besucht gewesen, er selbst habe gute und qualitative Gespräche geführt. Barth zeigte sich zuversichtlich, dass sich dieser positive Trend an den kommenden Messetage, wenn die Fachhändler den Stand besuchen, fortsetzt.

Der aktuelle Markenauftritt von Steiff ist auch optisch kenntlich gemacht worden: nicht durch eine Revolution, aber doch durch sichtbare Veränderungen. Der Steiff-Schriftzug ist beibehalten worden, jetzt aber kreisrund umfasst. Klar, das damit der „Knopf im Ohr“ stärker herausgestellt werden soll, der schließlich engstens mit der Marke Steiff in Verbindung steht. Darüber hinaus sollen die klassischen Farben von Steiff, blau und rot, stärker in den Mittelpunkt gerückt werden und so für ein „farbiges und fröhliches“ Image sorgen.

Auch wenn Steiff in erster Linie für Babys und Kleinkinder interessiert, sollen auch die Sammler keineswegs aus dem Auge verloren werden. „Man kann das nicht trennen“, so Barth. Und Sammler seien zwar auch wirtschaftlich für die Firma wichtig, aber natürlich auch als Liebhaber und Fans.

Die auf der Messe präsentierten Neuheiten sind breit gefächert, und sollen auch für die verschiedenen Geschmäcvker eines internationalen Publikums das Passende bieten. So sind Plüschprodukte dabei, die ser weich sind, und was vor allem im asiatischen Raum gefragt ist, oder es werden eher cartoonische Charaktere entwickelt.

Kurzum: die Geschmäcker sind verschieden, aber natürlich habe man auch das klassische Programm weiterentwickelt. Das Sortiment reicht von traditionellen Bären über die alt bekannten Haus- und Hoftiere bis hin zu Raritäten und ganz und gar ausgefallene Geschöpfe ist alles zu finden.

Die Repliken-Kollektion ist eine Sammlung von Bären, die historischen Steiff-Originalen aus den letzten 100 Jahren nachempfunden sind, und bei denen seitens der Designer versucht wird, die Charakterzüge der Originale zu imitieren, und wobei die ursprünglichen Materialien und Füllstoffe verwendet werden. Diese Reihe wird um zwei Repliken ergänzt.

Auch bei den limitierten Editionen sind neue hinzu gekommen, und wer ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk sucht, ist vielleicht bei dem aus einem romantischen, in blauer Seide gebetteten Schwanenpaar bestehenden Set richtig.

Wirtschaftliche Ziele „sportlich“

Was das angelaufene Geschäftsjahr 2017 betrifft, steht natürlich nicht die Romantik im Vordergrund. Wirtschaftlich habe man „sportliche Ziele“, sagte Barth. Konkrete Zahlen nannte der Steiff-Chef nicht, aber man wolle das kontinuierliche Wachstum der vergangenen Jahre fortführen und, so Barth, „einen Tick beschleunigen.“