Giengen / Nadine Rau Beim Giengener Hersteller von Hausgeräten wird derzeit weniger Arbeitskraft benötigt.

„Der leichte Rückgang ist für den Standort nicht gravierend, aber das Traurige bleibt trotzdem, dass Leiharbeiter immer als erste ihren Arbeitsplatz verlieren. Das ist nicht in Ordnung“, beklagt Ralf Willeck, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Heidenheim. Er spricht in diesem Fall vom Giengener Hausgerätewerk der BSH. Dieses verzeichnet laut BSH-Pressestelle aufgrund verschiedener wirtschaftlicher und politischer Faktoren derzeit eine geringere Konsumentennachfrage, was zu leicht sinkenden Stückzahlen führt.

Dies erfordere für den Standort, so die Sprecherin, eine Anpassung der Personalkapazitäten an die zu erwartende Produktionsmenge. Was einfach ausgedrückt bedeutet, dass Leiharbeiter derzeit nicht mehr in vorhandener Anzahl benötigt werden und an ihren Verleiher zurückgegeben werden – auch, wenn sie schon seit längerem bei der BSH beschäftigt waren.

An diesem Beispiel zeige sich deutlich, dass die Beschäftigung als Leiharbeiter keinen wirklich festen Arbeitsplatz bedeutet, auch wenn dies von den Verleihfirmen immer wieder gerne behauptet werde, erklärt Willeck. „Sobald der Bedarf der Unternehmen zurückgeht, verlieren die Leiharbeiter als erstes ihren Job beim Entleiher. Und wenn es keine Anschlussbeschäftigung gibt, als zweites ihren „festen“ Job beim Verleiher. Für die Firmen ist das eine tolle Sache, aber leider nicht für die Leiharbeiter“ ärgert sich Willeck.

Auf ein Normalmaß zurück

Er beschreibt, dass die Leiharbeiter bislang überzählig, also mehr Stunden gearbeitet haben, und man in der Firma jetzt wieder auf ein Normalmaß reduziere.

Bei BSH nennt man die Leiharbeit ein Instrument, das insbesondere zur Abdeckung vorübergehender Arbeitsspitzen genutzt werde. Der Betriebsrat äußert sich zu diesen Entwicklungen nicht. Willeck erläutert aber auch, dass bei „der Abmeldung von Leiharbeitern leider keine Mitbestimmung durch den Betriebsrat besteht“.

Produktion in Polen

Entwicklungen indes gibt es bei der BSH auch in Sachen hochwertiger Einbaugeräte – ein Bereich, in dem die Produktionsaktivitäten in Giengen verstärkt worden sind. Im Gegenzug dazu werden einfache Standgeräte, die früher in Giengen produziert wurden, mittlerweile in Polen hergestellt. Seit September 2017 gibt es die Fabrik für Kältegeräte in Breslau.

Als internationales Unternehmen, so erklärt es die Sprecherin, baue die BSH ihr Produktionsnetzwerk weiter aus. Strategie sei es, lokal für den jeweiligen Markt zu produzieren. Das Wachstum der BSH erfordere es, die Fabrikkapazitäten weiter auszubauen.

Als einer der wichtigsten Standorte im Produktbereich Kälte bleibe der Standort Giengen das Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Einbaukältegeräten.