Als sich Zenta und Werner Weidenbacher aus Giengen vor etwas mehr als 65 Jahren kennenlernten, gab es kein langes Hin und Her. Betrachtet man die Geschichte des Paares, das am Mittwoch, 15. Juni, Eiserne Hochzeit feiert, wird schnell klar: Wenn es vielleicht auch nicht die sagenumwobene Liebe auf den ersten Blick war, die die beiden schon ein halbes Jahr nach dem ersten Kennenlernen vors Standesamt brachte, so war es zumindest die wahre Liebe. Und die, so scheint es, wenn man mit den beiden spricht, bestimmt auch 65 Jahre später noch die Beziehung der 86-jährigen Unterbechingerin und des 85-jährigen Giengeners. „Wir sind ein richtiges Team und machen alles gemeinsam,“ erzählt Werner Weidenbacher, und wird dabei von seiner Frau bestärkt: „Uns gibt es nur zu zweit“, fügt sie lachend hinzu.

Der Giengener ist gelernter Schreiner und arbeitete 35 Jahre lang als Maschinenführer bei der Firma Edelmann in Heidenheim. Seine Frau kommt ursprünglich aus Unterbechingen in Bayern. In ihrer damals neuen Heimat Giengen fand sie sich schnell ein. Stolze 42 Jahre lang arbeitete sie bei Steiff. Spuren davon findet man in der Wohnung des Paares zur Genüge: Selbstgemachte Teddybären in vielen Farben und Formen dekorieren dort zahlreiche Stellen.

Seit mittlerweile 26 Jahren ist das Paar nun in Rente. Auf die Frage, wie es ihnen geht, folgt ein ehrlich wirkendes „Wir sind sehr zufrieden“. Beide seien sie bei guter Gesundheit und könnten nicht klagen, sondern höchstens über die schönen gemeinsam verbrachten Zeiten sinnieren, wie etwa über jene in den Lechtaler Alpen. Leidenschaftliche Wanderer seien sie gewesen und sowohl an Pfingsten als auch im Sommer stets auf einem Wanderweg anzutreffen. „Wer weiß – vielleicht sind wir auch deshalb noch so fit“, sagt der 85-Jährige schmunzelnd.

Noch einiges geboten:

Versorgen kann sich das Paar selbstständig. Auch mobil sind die beiden noch, dank des Autos, das ihnen kleine Ausflüge in der Region ermöglicht. Ansonsten unternehmen sie gemeinsam Spaziergänge. Aber auch in der übrigen Zeit wird es den beiden nicht langweilig. Man könnte sagen, Werner Weidenbacher lebt getreu dem Motto: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ Zumindest ließ er das Internet nicht einfach Internet sein und an sich vorbeiziehen, sondern schulte sich im Umgang damit. Firm ist er außerdem in Sachen Malen. Und wenn er nicht gerade malt oder Antworten auf die Fragen seiner Frau im Internet sucht, dann kocht er ihr vermutlich ein leckeres Gericht – eine weitere Leidenschaft von ihm.

Zenta Weidenbacher ist nicht weniger aktiv. Sie kümmert sich um das kleine Gartenbeet mit Blumen und Kräutern hinter dem Haus, backt gerne Kuchen und hat augenscheinlich auch Freude daran, zu basteln und die Wohnung zu dekorieren. Die größte Freude des Paares ist aber die Familie. 1958 wurde die gemeinsame Tochter geboren und mittlerweile zählt die Familie noch vier weitere Köpfe: zwei Enkel und zwei Urenkel. In diesem Kreis werden Zenta und Werner Weidenbacher am Freitag auch ihre Eiserne Hochzeit feiern. Erst werde man zusammen essen gehen und sich dann wieder zu Hause zu Kaffee und Kuchen treffen – selbstverständlich von Zenta Weidenbacher gebacken.