Wenn morgens der Nebel Einzug hält im Landkreis, ist es ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich der Sommer langsam aber sicher verabschiedet und der Herbst Einzug halten wird. Damit ist auch die Zeit gekommen, in der Freibäder ihre Pforten schließen und Halllenbäder, wie das in der Walter-Schmid-Halle, bereit gemacht werden für den Betrieb: für Schulschwimmen ebenso wie für Kurse der DLRG oder der TSG, oder aber auch den öffentlichen Badebetrieb.

Öffnen oder zu lassen?

Angesichts hoher Energiepreise und möglicher Rohstoffknappheit wird sich manche Kommune in diesem Jahr womöglich fragen, ob es die Pforten der Hallenbäder öffnen will, oder kann.

In Giengen, so versichert Oberbürgermeister Dieter Henle, habe man zur Öffnung keine Alternative gesehen. „Das Bad nicht zu öffnen, stand für uns tatsächlich nicht zur Debatte“, so der Rathaus-Chef.

Eine Entscheidung zu treffen, sei nicht schwer gewesen. „Schwimmförderung ist für uns essenziell, wir wollten daher Schwimmkurse und Schwimmtraining in jedem Fall ermöglichen. Und: Mit der Familie zum Schwimmen zu gehen macht auch im Winterhalbjahr Spaß – selbst bei etwas niedrigeren Temperaturen“, sagt der Oberbürgermeister, der anfügt: „Dabei senken wir die Energiekosten wirksam. Es ist ein guter Kompromiss.

Ende September öffne also das Giengener Hallenbad im Untergeschoss der Walter-Schmid-Halle. „Wir freuen uns, dort über die DLRG und die TSG Giengen wieder Rettungsschwimmkurse, Schwimmkurse und -training anzubieten“, so das Stadtoberhaupt. Aktives Schwimmen verbinde Sicherheit und wertvolle Trainingseffekte. Die Kurse würden von DLRG und TSG veröffentlicht.

Eintrittspreise bleiben gleich

„Fürs Publikum öffnet das Bad erstmals am Freitag, 30. September um 16 Uhr – die Eintrittspreise bleiben auch in dieser Saison unverändert“, so der Oberbürgermeister.

Im Sinne des allgemeinen Energiesparens gebe es allerdings keine Warmbadetermine, zudem werden Luft und Wasser etwas kühler sein. „Wir haben entschieden, die Wassertemperatur auf 26 Grad Celsius, die Lufttemperatur auf 28 Grad Celsius einzustellen“, ergänzt der OB. Die jeweils 2 Grad Celsius Absenkung seien vom Wohlgefühl her moderat und senkten den Energiebedarf des Bades wirksam.

Dieser Bedarf könnte künftig auch niedriger ausfallen, weil eine Sanierung ansteht, die bestenfalls noch in diesem Jahr beginnen und 2024 abgeschlossen sein soll.

Vieles soll erneuert werden

Erneuert werden soll einiges: Lüftung, Elektroinstallation mit Beleuchtung, Wasseraufbereitung beziehungsweise Badewassertechnik, Duschen und Sanitäranlagen einschließlich Installation, Boden- und Deckenbeläge, Umkleiden, Beckenbereich inklusive Betonsanierung, Fensterfassade sowie Zugangs-, Eingangs- und Kassenbereich.

Schon seit 1966 ist das Bad in Betrieb, mehr als 50 Jahre Schulschwimmen und diverse Kurse hat das Schwimmbecken damit schon auf dem Buckel. Größere Instandsetzungen hat es seither nicht gegeben, bisher sind immer nur kleinere Mängel repariert worden. Jetzt steht die Sanierung des Bauwerks kurz bevor.

Erfreulicherweise, das weiß die Stadt seit einiger Zeit, wird der Bund die Sanierung finanziell mittragen. Fördermittel in Höhe von 1,485 Millionen Euro sind Ende Januar dieses Jahres bewilligt worden, das macht rund 45 Prozent der Gesamtkosten aus. Den Rest muss die Kommune leisten, in Zahlen sind das noch 1,815 Millionen Euro.

Ab Montag: Bergbad wird nicht mehr beheizt


Aus Gründen der Energieeinsparung wird das Beckenwasser im Bergbad ab Montag, 5. September, bis zum Schließtermin des Freibads am Sonntag, 11. September, nicht mehr beheizt. Das Wasser in den Becken wird dann entsprechend der vorherrschenden Witterung kühler. „Die Duschen im Sanitärbereich bleiben allerdings bis zum letzten Tag warm“, berichtet Bürgermeister Alexander Fuchs, in dessen Zuständigkeitsbereich die Maßnahme fällt. „Sie sind technisch unabhängig vom Beckenwasser beheizbar.“ Die Maßnahme entspricht den Einsparmöglichkeiten nach dem Fünf-Punkte-Plan des Landes zum Krisengipfel Gas.