Giengen / Dieter Reichl Mehr als 70 000 Euro ist der Verwaltung und dem Gemeinderat in diesem Jahr ein sauberes Stadtbild wert. Die Standards für die Straßenreinigung wurden vor einem Jahr deutlich angehoben.

Der Wunsch nach einem sauberen Giengen wurde in der Vergangenheit aus den Reihen der Bürgerschaft wie auch aus dem Gemeinderat wiederholt geäußert. Seit dem vergangenen Jahr nun wurden die Standards hierfür angehoben, die auch für das aktuelle Jahr gelten sollen. Dabei ist dem Gemeinderat die Straßenreinigung rund 70 000 Euro wert, die Arbeiten wurden unlängst an eine Fremdfirma vergeben.

Seitens des Tiefbauamts rechnete Helmut Schönberger vor, dass hinter dieser Summe 400 Kehrkilometer stehen, was je 100 Meter Straße Kosten von rund 20 Euro bedeutet. „Eine wirtschaftliche Angelegenheit“, sagte er. „Besser, als es selber zu machen.“

Festgelegte Kehrrhythmen

Er schilderte, wie das städtische Reinigungskonzept aufgebaut ist. Die Kehrrhythmen finden sich wieder in zwei Stufenplänen, wobei die Durchgangsstraßen in Stufe eins alle vier Wochen und die Nebenstraßen in Stufe zwei alle acht Wochen gereinigt werden. Dies gilt für den Zeitraum zwischen Ende April und Ende Oktober. Dazwischen wird mit Heißdampf das Wildkraut an den Straßenrändern entfernt, zweimal jährlich wird dafür auch der Wildkrautbesen eingesetzt. Das Problem, wie von Stadträtin Elisabeth Diemer-Bosch angesprochen, ist dabei, dass die Bürste nur den oberen Stengel entfernt und einsaugt, die Wurzel allerdings im Boden verbleibt und die Pflanze neu austreiben kann. Stadträtin Diemer-Bosch regte an, dass ja die Anlieger selbst tätig werden könnten. Dagegen spreche natürlich nicht das Geringste, hieß es seitens der Verwaltung

In den Reinigungsrhythmen eingeschlossen sind laut Schönberger zudem die Ortseingänge, die alle 14 Tage gesäubert werden, ebenso die Bahnunterführung. Letzteres erfolgt ganzjährig.

Turnusmäßig geleert werden zudem die Sinkeimer in den Straßen sowie die Mülleimer im Stadtgebiet und die Hundetoiletten. In der Regel erfolgt die Leerung der Mülleimer in der Innenstadt einmal wöchentlich, teilweise sogar auch täglich. Ein Mitarbeiter des Bauhofs ist ausschließlich damit befasst, und laut Schönberger ist dies für die Teilorte und die Kernstadt „kaum zu schaffen.“  Dennoch stellte Stadtrat Bernd Kluge fest, dass man gerade jetzt im Frühjahr, wo viele Leute unterwegs seien, den Eindruck ständig überquellender Mülleimer habe.

Stadtrat Jens Pfrommer fragte, ob denn angesichts parkender Autos an den Straßenrändern die Fahrt der Kehrmaschine angekündigt werde. Dies sei ein leidiges Thema, sagte Schönberger. Die Aufstellung von Parkverbot-Schildern habe teilweise funktioniert, eine komplette Abriegelung von Straßen gehe allerdings nicht, weil es keine ganz und gar zielgenauen Termine für die Fahrt der Kehrmaschine gebe. Es müsse dann ein Nachgang mit Heißdampf erfolgen.

Stadtrat Rainer Baisch fragte, ob man Erfahrungen habe mit wieder abgebauten Mülleimern, so dass auch Tiere den Müll nicht mehr verstreuen könnten? Helmut Schönberger sagte, die Eimer würden zum Teil mit Bügeln nachgerüstet, aber es sei letztlich eine Glaubensfrage, ob der Abbau von Mülleimern eine Verschmutzung verhindere. Seitens der Verwaltung sei man der Ansicht, dass die Mülleimer in der Stadt in Anzahl und Verteilung so installiert seien, dass eine vernünftige und sinnvolle Entsorgung von Müll gewährleistet sei.

Dass es dennoch zu wildem Müll im Stadtgebiet kommt, ist bekannt. Dieser so Schönberger, wird vom Bauhof entfernt.

Mülldetektiv bereits      mit Erfolgen

Der noch neue Mülldetektiv hat bereits Erfolge erzielt, berichtete die Verwaltung im Gemeinderat auf Anfrage von Gaby Streicher. Er sei rege aktiv und auch mit dem Ordnungsdienst unterwegs in Sachen Einhaltung der Coronavorschriften. Eine Bilanz seiner Tätigkeit soll nach einem Jahr vorgelegt werden.