Giengen / Dieter Reichl Zwischen Herbrechtingen und Giengen lässt es sich entlang der Landesstraße und der Brenz sicherer radeln. Der abschnittsweise Ausbau der viel befahrenen Radverbindung soll den Qualitätsstandards des „Radnetz Baden-Württemberg“ genügen.

Radeln liegt im Trend, im Kreis Heidenheim wie auch im Ländle überhaupt. Das Verkehrsministerium in Stuttgart hat errechnet, dass statistisch alle Menschen in Baden-Württemberg ein Fahrrad besitzen, 10,7 Millionen Räder stehen zur Verfügung. Genutzt werden sie auch: 29 Prozent, so immer noch das Ministerium, radelt mindestens einmal pro Woche.

Es ist das Ansinnen des Landes, dies weiter zu fördern. In der Freizeit, aber auch im Alltag. Deshalb wurde das „Radnetz Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel von sicheren, durchgehenden und komfortabel zu befahrenden Radwegen, die landesweit alle Ober- und Mittelzentren verbinden. Unterdessen hat dieses „Radnetz“ eine Länge von rund 7000 Kilometern.

Viel befahren

Ein kleiner, viel befahrener Abschnitt davon ist der Radweg, der im Brenztal zumeist in Flussnähe Herbrechtingen und Giengen entlang der Landesstraße 1082 verbindet. Unterwegs sind dort sowohl Freizeit- wie auch Alltagsradler und Berufspendler, wie es dem Ideal des Ministeriums entspricht. Laut Landratsamt gehört er zu den am meisten befahrenen Radwegen im Landkreis Heidenheim.

Dieser rund 3,5 Kilometer lange Abschnitt wurde vom Land in den 90er-Jahren gebaut. Damals galten beim Radwegebau andere Standards als heute. Speziell das Radnetz Baden-Württemberg stellt ganz eigene Anforderungen. Früher hatten die Radwege auf der freien Strecke zwischen den Ortschaften eine Breite von zwei Metern. Etwa zehn Jahre später wurde dieses Maß auf 2,25 Meter erhöht. Mittlerweile gilt nach den einschlägigen Vorschriften für kombinierte, in beiden Richtungen befahrene Radwege ein Standardmaß von 2,50 Metern.

Angepasst an Qualitätsstandards

Der Radwegeabschnitt zwischen Giengen und Herbrechtingen gehört seit mittlerweile fünf Jahren zum Radnetz Baden-Württemberg. Zug um Zug wird er ausgebaut, um den vorgegebenen Qualitätsstandards zu entsprechen, also einer Breite von mindestens 2,5 Metern und einer Randmarkierung außerorts. Zwischen Herbrechtingen und Giengen wurden Verbesserungen bereits umgesetzt, etwa durch neue Markierungen an Einmündungen und Verbreiterungen an heiklen Stellen wie bei der Unterquerung des Industriegleises zum Vohenstein, oder insbesondere auffällig bei einer Kurve unweit der Giengener Vogelinsel. Eine Kurve dort weicht von den üblichen Parametern für Radwegtrassen ab wegen ihres geringen Radius von zwölf Metern in Verbindung mit einem Entwässerungsgraben im Scheitel der Kurve – eine unübersichtliche, echte Gefahrenstelle, wenn sich Radfahrer dort begegnen.

Weitere Verbesserungen geplant

Diese Gefahrenstelle wurde auf einer Länge von 100 Metern deutlich entschärft, indem die Rohrverdohlung verlängert und ein Teil des tiefen Entwässerungsgrabens im Scheitel der engen Kurve aufgefüllt wurde. Der Radweg ist verbreitert und mit Randmarkierungen versehen worden. Von der Vogelinsel bis zu den Pfeilern der Autobahnbrücke wurde die Maßnahme verlängert, weil der Radwegbelag in diesem Abschnitt in schlechtem Zustand war. Insgesamt wurde also ein 280 Meter langer Abschnitt ausgebaut und mit den Qualitätsstandards des Radnetzes Baden-Württemberg ausgestattet. Finanziert wurde dies vom Land als zuständigem Baulastträger der Landesstraße, geplant und umgesetzt wurde sie vom Fachbereich ÖPNV und Straßenbau des Landratsamtes Heidenheim. Es ist mittelfristig vorgesehen, den Teil des Radwegs zwischen der Robert-Bosch-Straße in Herbrechtingen und der Giengener Vogelinsel ebenfalls auf 2,50 Meter zu verbreitern und mit einer Randmarkierung zu versehen.

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Für Pendler und Touristen

Der Radweg zwischen Giengen und Herbrechtingen wird von Pendlern gern genutzt, aber natürlich auch von Freizeitradlern und Touristen. Der Streckenabschnitt ist Teil des Brenz-Radwegs, der auf rund 55 Kilometern vom Brenztopf in Königsbronn bis zur Mündung des Flusses in die Donau bei Lauingen führt. Dies alles praktisch ohne Steigungen und mit dem landschaftlichen Highlight Eselsburger Tal. Für Pausen bieten sich zudem die insgesamt elf Brenz-Erlebnis- und -Lernorte an.